von
Dennis

Schönen guten Tag,

kann man im falle einer Erwerbsminderungrente nur das letzte Jahr außer betracht lassen? Oder geht es nur vier Jahre oder kein Jahr?

Damit Ihr wisst worauf sich meine Frage bezieht, hier ein kleiner Ausschnitt eines Artikels!

Seit dem 1. Juli 2014 bleiben die letzten 4 Jahre vor Eintritt
der Erwerbsminderung bei dieser Berechnung außer Ansatz, wenn sie die Rentenhöhe mindern (sogenannte
Günstigerprüfung
). Hintergrund dieser Regelung ist, dass die pro Jahr erworbenen Rentenanwartschaften aus
sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung bei den Betroffenen in aller Regel schon in den letzten Jahren vor
Eintritt der Erwerbsminderung spürbar zurückgehen. Die gesundheitsbedingten Einkommenseinbußen (zum Beispiel
aufgrund von Zeiten der Arbeitsunfähigkeit, des Wechsels in Teilzeitarbeit oder des Wegfalls von Überstunden) sollen
sich nach dem Willen des Gesetzgebers jedoch nicht negativ auf die Rentenhöhe auswirken.
Die Günstigerprüfung wird im Rahmen der Rentenberechnung automatisch vorgenommen. Von ihr profitieren
verstärkt jüngere Erwerbsminderungsrentner, weil hier den gegebenenfalls von gesundheitlichen Einschränkungen
negativ beeinflussten Erwerbsjahren im Verhältnis weniger Erwerbsjahre mit regulären Einkommen
gegenüberstehen und der Länge der Zurechnungszeit im Vergleich zur Dauer der tatsächlichen Erwerbstätigkeit bei
der Berechnung der Rente eine größere Bedeutung zukommt.

von
David

Das kann nur ein Experte beantworten

von
Andr*as

Laut § 73 SGB VI heißt es:
"Bei der Vergleichsbewertung werden für jeden Kalendermonat Entgeltpunkte in der Höhe zugrunde gelegt, die sich ergibt, wenn die Summe der Entgeltpunkte aus der Grundbewertung ohne Entgeltpunkte für
1. beitragsgeminderte Zeiten,
2. Berücksichtigungszeiten, die auch beitragsfreie Zeiten sind, und
3. Beitragszeiten oder Berücksichtigungszeiten, in denen eine Rente aus eigener Versicherung bezogen worden ist,
durch die Anzahl der belegungsfähigen Monate geteilt wird; bei Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden außerdem Entgeltpunkte für die letzten vier Jahre bis zum Eintritt der hierfür maßgebenden Minderung der Erwerbsfähigkeit nicht berücksichtigt, wenn sich dadurch ein höherer Wert aus der Vergleichsbewertung ergibt. Dabei sind von den belegungsfähigen Monaten aus der Grundbewertung die bei der Vergleichsbewertung außer Betracht gebliebenen Kalendermonate mit Entgeltpunkten abzusetzen."

Da hier 4 Jahre steht und nicht "bis zu 4 Jahre" würde ich davon ausgehen, dass man keinen variablen Zeitraum wählen kann.

Experten-Antwort

Hallo Dennis ,

durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz wurde für Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit mit einem Rentenbeginn ab 1.7.2014 eine zweite Vergleichsbewertung eingeführt.
Bei der zweiten Vergleichsbewertung werden alle Entgeltpunkte und die dazugehörigen Kalendermonate in den letzten vier Jahren bis zum Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit außer Acht gelassen, die nach der ersten Vergleichsbewertung in dem Vierjahreszeitraum noch vorhanden sind.
Eine Ausschluss einzelner Zeiträume in dem Vierjahreszeitraum ist nicht möglich.