von
W107

Hallo,
nach 37 Jahren Arbeiten und 4 Kindern bin ich einfach fertig und chronsich erkrankt.Wegen der Krankheit ( Psoriasis) habe ich schon 2 Mal meinen Beruf gewechselt. Aufgrund der Schwere der Erkrankung hatte ich die EU-Rente beantragt.Und....der rentenversicherer findet immer neue berufe in denen ich noch arbeiten könnte.Das es die nicht gibt ist auch noch so eine sache.Mein Arbeitgeber hat keinen passenden Arbeitsplatz und diverse Bewerbungen enden als lacherfolg.Mehrere Rehabilitationen waren ohne Erfolg.Tja, wer weiß eine Lösung?
Gruß Mercedes

von
Rosanna

WANN hatten Sie denn die EU-/EM-Rente beantragt und wann ist diese abgelehnt worden?

Haben Sie dagegen Widerspruch eingelegt? Wie wurde ggfls. darüber entschieden?

Fakt ist halt auf jeden Fall folgendes:

Wenn auf den Berufsschutz abgezielt wird, KANN vom RV-Träger auf zumutbare Verweisungstätigkeiten verwiesen werden, wenn für diese Verweisungstätigkeiten das Leistungsvermögen entsprechend vorhanden ist. Dies entscheidet vorab durch seine Leistungsbeurteilung der Ärztliche Dienst der DRV.

Auf "utopische" Tätigkeiten, für die es überhaupt keine oder nur eine ganz geringe Anzahl an Arbeitsplätzen gibt, darf natürlich nicht verwiesen werden. OB der Versicherte dann aber auch so einen Arbeitsplatz bekommt, ist LEIDER nicht das Problem der RV, sondern hierfür ist die Arbeitsverwaltung zuständig.

Lag das Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt sogar bei mehr als 6 Stunden, entsteht kein Rentenanspruch. Und der allgemeine Arbeitsmarkt ist GROSS!!!

Ist die Widerspruchsfrist noch nicht abgelaufen, können Sie gegen den Ablehnungsbescheid noch Widerspruch einlegen.

Andernfalls können Sie einen Überprüfungsantrag stellen. Eine hinreichende und ausführliche Begründung (evtl. mit Unterstützung Ihres behandelnden Arztes) wäre in beiden Fällen sinnvoll.

Sie können auch - gegen einen geringen Mitgliedsbeitrag - einen Sozialverband wie z.B. den VdK in Anspruch nehmen.

MfG Rosanna.

von
thomas

Naja das Ding an der sache ist ja das du eine Bescheinigung bauchst von einem spezialisten , das du außerstande bist in egal welchem beruf weniger als 3 stunden zu arbeiten . Dann muß diesem Bericht von einem Amstarzt ( manchmal ) zugestimmt werden und dann ist immer noch der Träger Enscheidungbefugt , das ist Deutschland , dafür hast du richtig geld in die Kasse gezahlt , also ich weiß nur von meiner MA das sie ne halbe em Rente bekommt wegen einer stark Psychischen Erkranken , dauert aber auch lang bis das durch war . sorry das ich dir nicht mehr helfen kann

von
Realist

Den Rentenversicherungsträger braucht es gar nicht zu interessieren, ob Sie einen geeigneten Arbeitsplatz finden. Er hat lediglich zu prüfen, ob Sie im rentenrechtlichen Sinn erwerbsgemindert sind oder nicht. Dabei kommt es einzig und allein auf Ihr körperliches und geistiges Restleistungsvermögen an. Volle Erwerbsminderung liegt erst dann vor, wenn Sie auf dem ALLGEMEINEN Arbeitsmarkt nur noch unter drei Stunden täglich erwerbstätig sein können. Beträgt das Leistungsvermögen drei bis unter sechs Stunden täglich, liegt teilweise Erwerbsminderung vor. Bei Verschlossenheit des Teilzeitarbeitsmarktes würde in diesem Fall aber trotzdem eine BEFRISTETE (Arbeitsmarkt)Rente in Höhe der vollen EM-Rente gezahlt. Für vor 1961 Geborene, die zwar auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig sein können, in ihrem Stammberuf aber nicht mehr, kann eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit gewährt werden, sofern Sie nicht auf einen anderen, sozial zumutbaren Beruf, der eine Qualifikationsstufe unter Ihrem bisherigen Beruf liegen darf, verwiesen werden können. Sofern Sie mit einer Entscheidung Ihres RV-Trägers nicht einverstanden sind, können Sie dagegen Widerspruch einlegen und ggf. Klage vorm Sozialgericht erheben. Das muss dann allerdings binnen vier Wochen nach Bescheiderteilung geschehen.
Alternativ zu einem Rentenantrag könnten Sie eventuell auch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben beantragen. Auf diese Weise könnten Sie auch zu einem geeigneten Beruf gelangen!

von
W107

Danke für die Nachrichten.
Es liest sich alles nett aber nicht ( ausser Thomas) realistisch.Bin ab 2005 nicht arbeitsfähig und hatte da die Rente beantragt.Nach einer Rhea weiter AU.Wieder Krankenhaus, weiter AU.Alle Ärzte schreiben in Ihren Gutachten das ich nicht arbeitsfähig bin, ausser der Gutachter der Rentenversicherung.Die zumutbare Arbeit wäre bei 6 Stunden und 3 Lohngruppen tiefer angesiedelt ( leider Bewährungsaufstieg)also einfache Bürotätigkeit,das Problem ist das es eben diese nicht mehr gibt.Auch ist es mir tatsächlich nicht möglich längere Strecken z.B. zum Arbeitsplatz zurückzulegen und bestimmte Tätigkeiten auszuführen.Ich kann mit meinen Händen nichts machen.
Ich habe Klage beim Sozialgericht eingereicht und nun soll ohne Anhörung entschieden werden.Ich denke das ich also irgendwie irgendwas arbeiten muss aber weiß halt nicht wie.
Trotzdem Danke
Mercedes

von
Evchen

Hallo,
auch wenn Ihnen die Antwort von Realist nicht gefallen hat, hat er genau die gesetzliche Regelung genannt.
Wenn ich Ihre beiden Beiträge richtig verstanden haben, dann haben sind Sie seit 2005 arbeitsunfähig, der Rentenantrag wurde aber abgelehnt, weil der Gutachter der Rentenversicherung Ihr Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt auf über 6 Stunden einschätzt. Ihre behandelnden Ärzte scheinen das anders zu sehen, richtig?
Gegen den Widerspruchsbescheid der Rentenversicherung haben Sie Klage erhoben... wie kommen Sie darauf, dass ohne Anhörung entschieden wird?
Der Richter beim Sozialgericht ermittelt von Amts wegen. Zuallerst erhalten Sie doch einen Fragebogen, wo Sie neben Ihrem beruflichen Werdegang auch Ihre behandelnden Ärzte angeben. Normalerweise wird der Richter von diesen Ärzten Befundbericht einholen, um sich ein Bild zu machen. Sollten Ihre behandelnden Ärzte nicht allesamt bescheinigt haben, daß Sie kerngesund sind (wovon ich mal nicht ausgehe), wird in der Regel ein Gutachten an einen vom Gericht bestellten Gutachter in Auftrag gegeben. Da werden Sie noch einmal untersucht werden.
Zusätzlich können Sie sämtliche Ihnen zur Verfügung stehenden medizinischen Unterlagen (also die ärztlichen Unterlagen, die bescheinigen, dass Sie nicht mehr arbeiten können) dem Gericht vorlegen. Berichten Sie dem Richter ruhig, warum Sie der Meinung sind, dass Sie nicht arbeiten können.
Sie schreiben, dass Sie längere Strecken zur Arbeit nicht mehr schaffen? Was genau meinen Sie damit? Die Einschränkung der Wegefähigkeit kann schon einen Einfluß auf eine Erwerbsminderung haben, dafür dürfen Sie aber nicht mehr in der Lage sein, 4x tgl. eine Strecke von 500 m innerhalb von 20 Minuten zu Fuß zurückzulegen oder nicht (mehr) Auto fahren können.
Außerdem schreiben Sie, dass Sie Ihre Hände nicht mehr benutzen können. Auch das sollten Sie bei Gericht vortragen.
Werden Sie vor Gericht vertreten? Was hat Ihr Rechtsvertreter zu den Erfolgsaussichten der Klage gesagt?
Zuletzt habe Sie auch immer noch das Recht, ein Gutachten von einem Arzt Ihrer Wahl zu beantragen (§ 109 SGG), wofür Sie allerdings einen Vorschuss an das Gericht leisten müssen. Wenn Sie rechtsschutzversichert sind, zahlt meistens diese Versicherung den Vorschuss.

Ach, und was die Verweisungstätigkeiten angeht....Wurde Ihnen ein konkreter Beruf genannt? Und wenn ja, welcher? Wurden Ihre persönlichen qualitativen Einschränkungen dabei berücksichtigt?

von
W107

Hallo,
zur Verweistätigkeit, es wurde auf die Poststelle und Registratur und leichte allgemeine Bürotätigkeit verwiesen.
Das Gericht beabsichtigt durch Gerichtsbescheid zu entscheiden.
Das ich kaum laufen und die Hände nicht benutzen kann ist durch ausreichende Stellungnahmen ( dachte ich) belegt.Der Gutachter der Rentenversicherung stellte lapidar fest " Patientin weigert sich Handschuhe zu tragen" falls also schonmal einer versucht hat mit Verbänden und Handschuhen darüber mit Papier o.ä.zu arbeiten.Speziell in Büchern blättern macht Freude.Wenn ich das so lese habe ich alles erbracht, bis auf das eigene Gutachten.Da werde ich nachfragen.

Experten-Antwort

Eine enstprechende Rente wegen Erwerbsminderung kann Ihnen wohl nur gewähert werden, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt bzw. in den Ihnen genannten Verweisungsberufen weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können. Solange dieses (Rest-)Leistungsvermögen bestehen bleibt, besteht kein Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung - die Agentur für Arbeit muß versuchen, Ihnen zu helfen.
Nun haben Sie bereits Widerspruch gegen die Rentenablehung eingelegt und befinden sich jetzt sogar im Klageverfahren. Wie das Gericht entscheidet, hängt letztendlich davon ab, welche medizinischen Befunde, Unterlagen erhoben wurden/werden. Wichtig ist (und das wäre es im Widerspruchsverfahren ebenfalls gewesen) das alle Leiden, Krankheiten vollständig angegeben werden.
Vielleicht kämen für Sie aber auch entsprechende "Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben" in Frage - solche Leistungen könnten ebenfalls noch beim Rentenversicherungsträger beantragt werden.

von
Micha

Ich würde im Zuge des anstehenden Sozialgerichtsverfahren ungedingt noch einen eigenen Gutachter des Vertrauens (z. B. von einer Rehaklinik) beauftragen, auch wenn dies zuerst einmal Geld kostet. Das könnte eine der wichtigsten Investitionen Ihren Lebens sein.
Erkunden Sie sich bei Ihren Ärzten, im Internet oder Ihrem Bekanntenkreis, welcher Arzt vom Sozialgericht als Gutachter akzeptiert wird und Ihre Position aufgrund der festzustellenden Erkrankungen vertreten kann.