von
Anja Isbaner

Guten Morgen zusammen,

meine Frage bezieht sich auf folgende Problematik:
Meine Tochter (22 Jahre) befindet sich zur Zeit noch im sogenannten Eingangsverfahren, vom Arbeitsamt finanziert, und arbeitet in einer Werkstatt für Behinderte. Nun möchte sie mit ihrem Freund von zu Hause aus- und eine gemeinsame Betreute Wohnung beziehen. Leider scheitert es gleich im Ansatz immer wieder an der Feststellung der dauerhaften Erwerbsminderung, bzw. der leibliche Vater weigert sich seine Einkünfte offenzulegen. Sprich: Ohne das eine oder andere gibt es keine Unterstützung und meine Tochter ist gezwungen weiterhin bei uns zu leben. Auf diesbezügliche Fragen konnte oder wollte mir bisher keine Zuständige Stelle eine befriedigende und nachvollziehbare Antwort geben. Man schiebt uns einfach von einer Stelle zur Anderen. Ein schönes Formular bekamen wir vom Sozialamt. Der Hausarzt solle die Erwerbsminderung bestätigen, dort hielt man sich den Bauch vor Lachen und verwies uns an das Arbeitsamt, die schickten uns wieder zum Sozialamt, dort verlangte man wieder die Einkünfte des Vaters zu prüfen und eine Attestierung der Erwerbsminderung....hat irgendwer eine Ahnung wie es nun wirklich weitergehen kann? Vielen Dank schon mal für alle Hilfreichen Antworten!

von
=//=

Natürlich kann der Hausarzt keine Erwerbsminderung feststellen. Das kann nur die Deutsche Rentenversicherung.

Haben Sie schon mal versucht, GRUNDSICHERUNG beim Landratsamt - Grundsicherungsamt - zu beantragen? Bei dieser Art von Hilfe wird das Einkommen von Familienangehörigen in der Regel nicht herangezogen. Das Grusi-Amt beauftragt sodann die DRV, die Erwerbsminderung festzustellen. Liegt EM auf Dauer vor (Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beträgt weniger als 3 Stunden auf Dauer), wird evtl. Grundsicherungs gezahlt.

Diesem Antrag sollten so viel aktuelle ärztliche Unterlagen wie möglich beigefügt werden.

Außerdem sollten Sie bzw. Ihre Tochter angeben, dass sie in ein Betreutes Wohnen wechseln möchte.

Besteht kein Anspruch auf Grundsicherung, wäre tatsächlich das Sozialamt zuständig. Dort müssten aber auch Einkommensnachweise der Eltern vorgelegt werden.

Viel Erfolg.

von Experte/in Experten-Antwort

Sie sollten die Empfehlung von =//= annehmen und einen Antrag auf Grundsicherung stellen.

Wenn die Behinderung Ihrer Tochter bereits im Kindesalter vorlag, wird sie eine Rente wegen Erwerbsminderung derzeit nicht beanspruchen können. Sie wird hierfür die versicherungsrechtlichen Voraussetzungen nicht erfüllen. Aufgrund dessen muss sie die Leistungen der anderen Ämter in Anspruch nehmen.