von
Wasko

Ich bin freiberuflicher Dozent und möchte mit dem 63. oder 64. Lebensjahr in die vorgezogene Rente gehen. Mein derzeitiges Honorar übersteigt die zulässige Hinzuverdienstgrenze. Ich habe noch ein Leasingfahrzeug laufen und muss für meine Tätigkeit Material kaufen, habe Kosten. Kann ich diese Tätigkeit in begrenztem Umfange weiterführen? Sind diese Kosten weiterhin so anrechenbar, dass nur der reine Verdienst/Überschuss als Grenzwert für den Hinzuverdienst Gültigkeit hat?
Kann ich bei positivem Bescheid den Nachweis über eine erstellte Einnahme/Überschussrechnung Nachweis gegenüber dem Rentenversicherer führen?
Wäre Ihnen für eine Antwort dankbar. In der Beratungsstelle bekam ich diesbezüglich leider keine verwertbare Auskunft.

Vielen Dank und freundliche Grüße

Wasko

von
Knappe

Die Hinzuverdienstgrenzen sind auch bei Selbständigen monatlich zu prüfen. Als Arbeitseinkommen i.S.v. §34 Abs.2 SGB VI gilt hierbei der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbständigen Tätigkeit, somit der steuerrechtliche Gewinn nach Abzug der Werbungskosten. Das Arbeitseinkommen kann vorausschauend für die Zukunft durch eine Bescheinigung des Steuerberaters oder eine wahrheitsgemäße Erklärung des Selbständigen nachgewiesen werden. Die Überprüfung der vorausschauenden Betrachtung erfolgt anhand des nachträglich vorzulegenden Einkommensteuerbescheides.

von
Wasko

Hallo, Herr Knappe,
Danke für schnelle Auskunft!!!
Wie hoch ist das Bruttoarbeitsentgelt, wenn ich die Rente bis zum 65. Lebensjahr nur zu 1/3, 2/3 oder 50% in Anspruch nehmen würde? Die Info der Auskunftsstelle LVA Thüringen deckt sich nicht mit den Bezugsgrößen, die in der Web-Site der BVA "unter bestimmten Bedingungen" angegeben sind. Wie wird im Falle der um o.g. Betrag gekürzten vorzeitigen Rente der SV-Anteil berechnet?
Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich für Ihre Bemühungen!

Wasko

von Experte/in Experten-Antwort

Den Ausführungen von „Knappe“ ist nichts hinzuzufügen. Die Hinzuverdienstgrenzen werden individuell berechnet und ergeben sich in der Regel aus dem Verdienst der letzten drei Kalenderjahre vor Rentenbeginn. Sofern hier keine oder nur geringe Beiträge zur gesetzlichen Rente gezahlt wurde, errechnen sich diese Grenzen aus mind. 1,5 Entgeltpunkten (EP).
Die Berechnung erfolgt dann nach folgenden Formeln
1/3 Rente: 23,3 x 26,13 € (West) x EP
½ Rente: 17,5 x 26,13 € (West) x EP
2/3 Rente: 11,7 x 26,13 € (West) x EP
Bei einer Beschäftigung in den neuen Bundesländern ist der aktuelle Rentenwert (Ost) in Höhe von 22,97 € maßgebend.
Im Falle der Pflichtversicherung in der Krankenversicherung der Rentner zahlen Sie von der so ermittelten Teilrente die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.