von
Andreas Herbert

Guten Tag,

ich habe eine Frage zur Abrechnung zwischen Rente, Krankengeld und Übergangsgeld.

Ich erhalte rückwirkend erstmalig eine Erwerbsminderungsrente. Daraus ergibt sich eine Rentennachzahlung, da das Krankengeld (Krankenkasse) und Übergangsgeld (Rentenversicherung) niedriger war.
Seitens der Rentenversicherung, wurde der tatsächlich gezahlte Betrag des Übergangsgeldes von der ermittelten Bruttorente abgesetzt.
Die Krankenkasse hat aber der Rentenversicherung einen viel höheren Betrag, als den ich erhalten habe, gemeldet bzw. von dort eingefordert. Ich vermute, dass es sich um ein Bruttokrankengeld handelt. Ist diese unterschiedliche Verrechnungsweise üblich?

Experten-Antwort

Hallo, Andreas,

bei der Ermittlung des Erstattungsbetrages bei Bezug von Krankengeld (KG) wird das Netto-Krankengeld der Netto-Rente (Netto-KG x 30 Tage) gegenüber gestellt. Die Beträge werden tagegenau miteinander verrechnet. Der zu erstattende Betrag wird der Krankenkasse überwiesen. Bleibt für den Rentner für diesen Zeitraum noch ein Restbetrag, wird dieser dem Rentner überwiesen.
Die Rente wird für den Zeitraum ausgespart, in der Übergangsgeld (ÜG) gezahlt wurde. Die Rente gilt für diesen Zeitraum als gezahlt. Die unterschiedliche Vorgehensweise ist also üblich.
Die Bemessungsgrundlage zur Berechnung des Krankengeldes und des Übergangsgeldes kann differieren. Es kann daher zu unterschiedlichen Leistungsansprüchen kommen.

von
Andreas Herbert

Hallo,
ich bedanke mich für die schnelle Antwort.
Könnten Sie mir dazu die Gesetzesgrundlage oder evtl. Arbeitsanweisungen nachreichen?

In der Abrechnung wurde aber offensichtlich von der Nettorente das Bruttokrankengeld abgezogen, und nicht das tatsächlich gezahlte Krankengeld (netto).
Somit wurden doppelte Beiträge zu RV/ALV/PFK erhoben.

Die Abrechnung der Rentnenachzahlung enthält keine Rechtsmittelhinweis.
Wo sollte ich meinen Einwand geltend machen, bei der Rentenversicherung oder bei der Krankenkasse?

Experten-Antwort

Ergänzung:
Ein Telefonat mit der zuständigen Krankenkasse könnte hilfreich sein. Dort erfahren Sie Einzelheiten zu den Angaben, welche als Berechnungsgrundlage für die Abrechnung des Erstattungsanspruchs gedient haben. Der Erstattungsanspruch für das Krankengeld wird in den Rechtlichen Arbeitsanweisungen und Anlagen zum § 103 SGB X geregelt. Der Hinzuverdienst in Form des Übergangsgeldes im § 96a SGB VI. Sollten Ihre Recherchen zu einem anderen Ergebnis führen, haben Sie die Möglichkeit einen Überprüfungsantrag zu stellen. Ggf. könnte das Ergebnis derBerechnung abgeändert werden. Sollte Die Krankenkasse falsche Angaben gemacht haben, könnte diese den Erstattungsanspruch von sich aus abändern lassen.

von
rosebud

Rechtsgrundlage für den Erstattungsanspruch der gesetzlichen Krankenkassen ist § 103 SGB 10 i. V. m. § 50 SGB 5. Bei der Ermittlung des Erstattungsanspruchs ist dem jeweiligen Rentenbetrag das Bruttokrankengeld gegenüberzustellen. Dies ist der Krankengeldbetrag vor Abzug der vom Berechtigten ggf. zu tragenden Beitragsanteile zur Renten-, Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.