von
Stefan40

Hallo. Ich war neulich beim Gutachter und nun habe ich bereits eine Kopie des Gutachtens erhalten. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus, da die Sache über das Sozialgericht läuft. Laut Gutachten wird es vermutlich leider nur eine teilw. EMR werden. Mal angenommen, ich bekomme nur die teilweise Erwerbsminderungsrente: Da ich ja noch relativ jung bin mit 40, wird meine teilw. Erwerbsminderungsrente sehr niedrig ausfallen. Ist es richtig, dass bei einer Erwerbsminderungsrente - egal ob volle EMR oder teilweise EMR - zusätzliche Entgeltpunkte rauf gerechnet werden????? Hab mal was gelesen, dass das mit einer Formel rauf gerechnet wird, so als wenn man bis zum 60. Lebensjahr gearbeitet hat. Ist das richtig? Oder gilt das nur für die volle Erwerbsminderungsrente? Wäre schön, wenn mir jemand weiterhelfen kann.

von
Karl-Heinz

Ja das ist richtig und das ist die sog. Zurechnungszeit bis zum 60. Lebensjahr und gilt auch für die teilw. EM-Rente :

" Die Zurechnungszeit ist eine rentenrechtliche Zeit. Sie gehört zu den beitragsfreien Zeiten. Sie bezeichnet eine Zeit, die bei einer Rente wegen Erwerbsminderung oder bei einer Rente wegen Todes den vom Versicherten zurückgelegten rentenrechtlichen Zeiten hinzuzurechnen ist, wenn der Versicherte das 60. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Sie soll damit jene Beiträge ersetzen, welche die Erwerbsminderung oder der Tod bis zum Eintritt in das Rentenalter verhindert haben. Ohne dieses Auffüllen würde die Rente ihre Eigenschaft als adäquaten Einkommensersatz verlieren. Es wird damit vermieden, dass ein Versicherter, der bereits in jungen Jahren erwerbsgemindert wurde, keinen oder nur stark reduzierten Altersrentenanspruch erhält.
Diese Rentenform ist - bei abstrakter Sichtweise - ein besonderer Ausfluss des Solidarprinzips der GRV. Die Bewertung erfolgt nach dem aus der Gesamtleistungsbewertung ermitteltem Durchschnittswert. "

http://de.wikipedia.org/wiki/Zurechnungszeit

von
KSC

Ja das mit der Zurechnungszeit ist richtig.

Schauen Sie in die jährliche Renteninformation, dann kennen Sie die Höhe der EM Rente. Im Betrag ist die Zurechnungszeit im übrigen schon einberechnet.

Und wenn es eine halbe Rente gibt, teilen Sie den Wert durch 2.

Aber eigentlich sollten Sie das doch alles bereits wissen, nach Rentenablehnung, Widerspruch und jetzt laufender Klage.....:)

von
Stefan40

Vielen Dank für die Antworten. Ich war halt nur nicht ganz sicher, ob diese Zurechnungszeit auch für die teilw. EMR gilt. KSC, danke für den Hinweis, dass die Zurechnungszeit bereits schon in der jährlichen Renteninformation mit einberechnet ist. Ich hatte nämlich vermutet, dass der Betrag, der in der jährlichen Renteninformation steht, noch nicht mit der Zurechnungszeit aufgerechnet wurde. Leider eine falsche Vermutung meinerseits. Tja, so ist halt die Realität. Hatte sehr gehofft, dass ich die volle EMR bekomme, aber was ich da so in dem Gutachten gelesen habe, wird das wohl nicht der Fall sein.

von
tussi

halo stefanie,

wieso schon sozialgericht? ablehnung der rente oder weshalb klage?

bei sg wrid nach amtsermittlungspflicht nochmals ein gutachten vom sg beauftragt, kannst aber auch einen eigenen gutachter benennen § 109 sg.

kannst also doch noch garnicht wissen ob du nur eine teilweise ewr. bekommst.

von
Stefan40

Hallo tussi,

ja mein Rentenantrag wurde von der DRV abgelehnt und auch der Widerspruch wurde abgelehnt. Deshalb Klage vor dem Sozialgericht. War dann neulich beim Gutachter (vom SG beauftragt) und mein Anwalt hat mir bereits das Gutachten zugeschickt. Was ich daraus lese, ist , dass der Gutachter mich für teilw. erwerbsgemindert hält und eine teilw. EMR befürwortet. Somit wird doch das Gericht auch so entscheiden oder nicht???? Ich sehe keine Chance auf eine volle EMR. Dabei hat der Gutachter eine schwere Depression im Gutachten bestätigt.

von
Schade

Wie das Gericht entscheidet, wissen Sie sobald Sie die Entscheidung des Richters schwarz auf weiß vor sich liegen haben.

Darüber hier im Forum zu spekulieren, ist vertane Zeit. :)

Experten-Antwort

Beitrag von Stefan40,

sowohl in der Rente wegen voller als auch in der Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung ist eine Zurechnungszeit enthalten. Es wird also ausgehend vom Leistungsfall eine fiktive Beitragsleistung bis zum 60. Lebensjahr in die Rentenberechnung eingerechnet.

Der Ausgang Ihres laufenden Streitverfahren vor dem Sozialgericht bleibt noch abzuwarten. Wir bitten daher um Verständnis, daß in diesem Forum keine
weiteren Details besprochen werden können.

von
=//=

Zitiert von: Stefan40

Vielen Dank für die Antworten. Ich war halt nur nicht ganz sicher, ob diese Zurechnungszeit auch für die teilw. EMR gilt. KSC, danke für den Hinweis, dass die Zurechnungszeit bereits schon in der jährlichen Renteninformation mit einberechnet ist. Ich hatte nämlich vermutet, dass der Betrag, der in der jährlichen Renteninformation steht, noch nicht mit der Zurechnungszeit aufgerechnet wurde. Leider eine falsche Vermutung meinerseits. Tja, so ist halt die Realität. Hatte sehr gehofft, dass ich die volle EMR bekomme, aber was ich da so in dem Gutachten gelesen habe, wird das wohl nicht der Fall sein.

Sie sprechen immer von einer teilweisen EM-Rente.

Dass Ihnen dies hier noch niemand erklärt hat und der Anwalt wohl auch nicht, verstehe ich eigentlich nicht.

Sie sind 40 Jahre alt, haben also KEINEN Berufsschutz! Sie können deshalb gar keine "normale" teilweise EM-Rente bekommen.

Nur wenn Ihr Leistungsvermögen auf dem ALLGEMEINEN ARBEITSMARKT bei 3 - unter 6 Stunden liegt UND Sie NICHT arbeitslos sind, sondern noch einen (Teilzeit-)Arbeitsplatz haben, erhalten Sie die TEILWEISE EM-Rente.

Liegt das Leistungsvermögen auf dem Allgemeinen Arbeitsmarkt bei 3 - unter 6 Stunden UND Sie sind arbeitslos bzw. haben keinen (Teilzeit-)Arbeitsplatz inne, erhalten Sie die volle EM-Rente = sogenannte Arbeitsmarktrente.

Es kommt also allein auf Ihr Leistungsvermögen auf dem Allgem. Arbeitsmarkt an UND ob Sie die übrigen og. Voraussetzungen erfüllen. Die Arbeitsmarktrente wird grundsätzlich auf längstens 3 Jahre befristet.

Und Ihr Anwalt sollte wohl eher das Gutachten mit Ihnen besprechen als es Ihnen nur zuzusenden!

Sagt der Gutachter, dass Sie mehr als 6 Stunden arbeiten können, gibt es natürlich gar keine Rente. Das habe ich eigentlich aus Ihrem Beitrag so nicht herausgelesen....

Es bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig, als die Entscheidung der DRV (evtl. Vergleich, Anerkenntnis) oder des SG (letztendlich, wenn alles nichts wird, durch Urteil) abzuwarten.

von
gisie

da ist es wieder,

die gutachten die von der rv in auftrag gegeben wurden erkennen keine erwerbsminderung.

das sg-gutachten stellt indess eine erwerbsminderung fest!!!!!!!

ein schelm der böses dabei denkt:-)

immer widerspruch und wenn nötig klagen vor sg, immer wieder werden die gutachten vom sg-gutachter der vom rt gekippt!!

wie kommt dass eigentlich???? und es sind keine einzelfälle!!!!!!