von
CaB

Ich bin erst 43 Jahre (Geburtsjahrgang 1971), immer als Lohn-/Gehaltsempfänger gearbeitet, habe für die Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre) 224 Monate anerkannt bekommen (bislang 18,6 Jahre) und möchte für bislang nicht anerkannte Beitragsmonate freiwillige Beiträge zahlen, um dann in etlichen Jahren (mit 65) dann die Rente für besonders langjährig Versicherte (45 Beitragsjahre) erhalten zu können. Nach meiner Kenntnis ist diese freiwillige Beitragszahlung nach 18 Jahren Pflichtbeitragszeit bis zum 45. Lebensjahr ja möglich. An der Hotline der DRV wurde mir erklärt, daß ich für bislang als Anrechnungszeit im Versicherungsverlauf berücksichtigte Schulausbildung, Übergangszeit und Hochschulausbildung keine freiwilligen Beiträge nachzahlen kann. Ist das eine korrekte Aussage? Welche Möglichkeiten hätte ich sonst noch, um die Monate der Wartezeit für diese Rente nach 45 Beitragsjahren zu erhöhen?

von
Nanu Aber

§ 207 SGB VI
Nachzahlung für Ausbildungszeiten

(1) Für Zeiten einer schulischen Ausbildung nach dem vollendeten 16. Lebensjahr, die nicht als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden, können Versicherte auf Antrag freiwillige Beiträge nachzahlen, sofern diese Zeiten nicht bereits mit Beiträgen belegt sind.

(2) Der Antrag kann nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Bis zum 31. Dezember 2004 kann der Antrag auch nach Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie versicherungsfrei waren und für die sie nachversichert werden, sowie Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie von der Versicherungspflicht befreit waren, können den Antrag auch innerhalb von sechs Monaten nach Durchführung der Nachversicherung oder nach Wegfall der Befreiung stellen. Die Träger der Rentenversicherung können Teilzahlungen bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren zulassen.

(3) Sind Zeiten einer schulischen Ausbildung, für die Beiträge nachgezahlt worden sind, als Anrechnungszeiten zu bewerten, kann sich der Versicherte die Beiträge erstatten lassen. § 210 Abs. 5 gilt entsprechend.

Also nur "nicht" anrechenbare Schulzeiten können nachgezahlt werden.

Sonst haben Sie derzeit keine andere Möglichkeit die 45 Jahre voll zu kriegen.

MfG
Nanu Aber

von
Nick L. Beck

Ohne Ihren Versicherungsverlauf konkret zu kennen vermute ich, dass das korrekt ist, da Sie wohl bisher nicht mehr als 8 Jahre an anerkannten Schulzeiten zurückgelegt haben. Die Anerkennung von Anrechnungszeiten für Schulausbildungen ist auf 96 Kalendermonate begrenzt. Sie können nur für solche Anrechnungszeiten nachzahlen, die nicht mehr berücksichtigt werden können, weil die Höchstdauer überschritten wird (scheidet demnach also aus) oder weil sie nach Vollendung des 16. und vor Vollendung des 17. Lebensjahres zurückgelegt wurden.

Das heißt für Sie: Sie könnten für den Zeitraum von der Vollendung des 16. bis zur Vollendung des 17. Lebensjahres, also für ein Jahr, nachzahlen.

Jetzt ergibt sich eine einfach Rechnung: Sie sind jetzt 43 jahre alt und haben noch etwa 22 Jahre vor sich bis 65. Bisher haben Sie 18,6 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten zurückgelegt, die auf die Wartezeit für die Rente für besonders langjährig Versicherte angerechnet werden können. Hierzu könnten noch maximal etwa 22 Jahre kommen, so dass sie dann bei etwa 40,6 Jahren ankommen. Mit dem einen Jahr der Nachzahlung schaffen Sie die Mindestversicherungszeit für diese Rente also nach den vorgegebenen Daten bei dieser Fallkonstellation (bei aktueller Rechtslage) m. E. also gar nicht.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo CaB,

das wird wahrscheinlich schwierig werden mit der Erfüllung der 45 Jahre Wartezeit.
Ganz sicher kann man Ihnen das aber nur mit Einblick in ihr Versicherungskonto beantworten, wenn Sie eine Auskunft- und Beratungsstelle aufsuchen.
Dort kann man sehen, welche Zeiten nicht für die WZ von 45 Jahren anerkannt werden und warum nicht bzw. ob ggf. eine Nachzahlung möglich wäre.

von
=//=

In mehr als 20 Jahren bis zum Altersrentenbeginn kann noch so viel passieren. Vielleicht gibt es noch mehrere Rentenreformen!? Evtl. gibt es dann wieder eine andere Altersrentenart? ;-)

Sie sollten sich jetzt nur um die freiwillige Beitragsentrichtung für die (evtl. nicht anrechenbaren) Schulzeiten kümmern, da die Beitragsnachzahlung nur noch bis zum 45. Lebensjahr möglich ist.

von
CaB

Ich hadere mit dem Begriff Anrechnungszeit! Wieso sind z. B. meine Schulzeit und meine Hochschulausbildungszeit Anrechnungszeiten, wenn diese Zeit aber nicht angerechnet werden bei der Ermittlung der Wartezeit für die Rente 45?
Vielleicht auch mal andersherum gefragt: Kann ich mit freiwilligen Beiträgen für die Monate meiner Hochschulausbildung Monate für die Wartezeit der Rente 45 generieren oder ist es nicht möglich aus dieser Ausbildungszeit, die ja schon einige Jahre zurückliegt, Wartezeitmonate für die Rente 45 zu machen?

von
LS

User Caß, die schulischen Ausbildungszeiten (hier Zeiten des Schul- oder Hochschulbesuchs) ab dem 17. Lbj. werden zwar in der Rente nicht mehr eigenständig bewertet, sind aber keine Versicherungslücke.
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Sie bewirken trotzdem eine Rentensteigerung, weil die Summe Monate für diesen Sachverhalt in einem Rechenabschnitt:
"Ermittlung des belegungsfähigen Gesamtztraumes"
in dem man Punkte durch Monate dividiert, vorher rausrechnet, wodurch sich der zu ermittelnder Leistungswert aus dieser Division erhöht = (Wert Entgeltpunkte je Monat)
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Mit diesem so ermittelten Gesamteistungswert (Wert Entgeltpunkte je Monat), werden im Rentenbescheid dann aber alle angefallen beitragsfreien und beitragsgeminderten Anrechnungszeiten bewertet, zusätzliche Entgeltpunkte ermittelt.
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Insofern kann es bei der freiwilligen Beitragszahlung, sofern möglich, nur um Zeiten vor dem 17. Lebensjahr handeln, die nach aktueller Rechtslage gar nicht mehr als rentenrechtliche Zeit berücksichtigt werden oder um Monate oberhalb der 8 Jahre, die als Versicherungslücke behandelt werden.
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Es bleibt aber auch noch die Option der "Altersrente für langjährig Versicherter", die aber, so sie mit 63 beginnen soll, nur mit Minderungen zu haben ist.

von
KSC

Wenn jemand nach dem Abitur ein Studium absolviert hat, wird er in den seltensten Fällen die 45 Jahre erreichen.

Ist das Studium mit beispielsweise 23 fertig (und das wäre sehr früh), könnten die sich anschließenden 45 Jahre erst mit 68 voll sein.

Für frühere anrechenbare Schul- und Studienzeiten freiwillig nachzahlen geht nicht. Also in der Praxis: null chance!

Ein heute 17 jähriger könnte ab sofort parallel zu Schule und Studium freiwillige Beiträge zahlen um sich so die Option für die 45 Jahre zu schaffen.

Aber wird der das tun? Er weiß doch gar nicht

ob er später überhaupt rentenversichert ist?

wie die Gesetze in 45 Jahre aussehen?

usw.......

von
UB

Ich befasse mich auch gerade damit da ich tatsächlich mit 12 noch fehlenden Beitragsmonaten (sofern diese auf die 45 Jahre Wartezeit anerkannt werden) mit 65 in Rente gehen kann. In meinem Fall liegt das daran, dass ich direkt nach dem Schulabschluss (Abitur) als Soldat auf Zeit 12 Jahre und 8 Monate gedient habe inkl. Studium (das in meinem Fall ja voll angerechnet wird als Pflichtbeitragszeit).
Nach ende der Dienstzeit war ich knapp 8 Monate in einer weiteren (Anerkannten, aber beitragsfreien) Hochschulausbildung und hatte mir zudem noch eine Auszeit gegönnt (Nachwuchs kam). In summe, sofern ich nun brav versicherungspflichtig durchhalte fehlen mir 12 Monate Wartezeit um mit 65 in Rente zu gehen. Daher ist für mich das Thema mit den 16. Lebensjahr und 12 Monaten Schulausbildung ein Volltreffer, sofern auf die 45 Jahre Wartezeit wirksam. Nun das ABER: Ich habe gelesen, dass sich je nach nachgezahltem Beitrag dies negativ auf die entgeltpunkte auswirken kann, insbesondere auf den Durchschnitt der anerkannten Zeiten ohne Beiträge. Also meine Schulausbildung ab 17. Lebensjahr (32 Monate) und die Zeit zwischen Dienstzeitende und Beginn einer versicherungspflichtigen Tätigkeit (17 Monate).
Wie kann ich nun berechnen was ich nachzahlen sollte, um den Status Quo bei der Punktberechnung nicht zu verschlechtern? Muss ich dazu auf einen freien rentenberaten ausweichen oder gibt es eine Berechnungsformale die ich mit vorhabenden Daten füllen kann?

Ein Hinweis wäre super.