von
Hotte

Hallo,
ich bin ein 57jähriger Langzeitarbeitsloser ohne jegliche Bezüge von der Arbeitsagentur.
Jetzt wurde mir von einer Mitarbeiterin
der Dt. Rentenversicherung vorgeschlagen meine Pflichtbeiträge selber zu entrichten. Ich habe zwar einen Minjob aber die Beiträge liegen wohl bei 19% die ich dann monatlich selbst bezahlen müßte. Ich habe mal gehört, daß die freiwillige RV bei 4,9% liegt.

von
Sunny

Sie vermischen da 2 verschiedene Sachverhalte.

Zum einen haben Sie die Möglichkeit freiwillige Beiträge einzuzahlen. Die liegen z.Z. bei 79,60€ mtl. (=19,9% von 400,-€). Diese würden Sie selbst direkt an die Rentenversicherung überweisen.

Zum anderen haben Sie die Möglichkeit bei Ihrem Mini-Job auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten. Das können Sie natürlich selbst entscheiden - insoweit freiwillig. Die Konsequenz wäre aber, dass Sie versicherungspflichtig werden und die sog. Aufstockungsbeträge zahlen müßten, bis Sie den Mini-Job wieder aufgeben.

Zur Höhe der Beiträge folgendes Beispiel:
Gehalt: 400,-€ mtl.
Arbeitgeber zahlt zur RV Pauschalbeiträge i.H.v. 15% (=60,-€)
voller Beitrag wäre 19,9% (=79,60€)
die Differenz i.H.v. 4,9 (=19,60€) würde der Arbeitgeber direkt vom Brutto abziehen und mit seinem Pauschalbeitrag einzahlen.

Vorteil dieser Vorgehensweise wäre die Absicherung für den Fall der Erwerbsminderung. Wenn Sie allerdings seit der letzten Beschäftigung bis laufend nahtlos immer arbeitslos gemeldet waren (unabhängig von einem Leistungsbezug) und dies auch weiterhin sein werden, brauchen Sie diese Beiträge für den Schutz nicht.

von
Schwarzwälder

Es handelt sich dabei nicht um eine freiwillige Versicherung. Sie würden vielmehr die Pauschalbeiträge die der Arbeitgeber bei einem Minijob entrichtet aufstocken.
Richtig ist, daß es sich dabei um 4,9 % handelt. Damit erwerben Sie vollwertige Pflichtbeiträge.
Sie müssen dafür schriftlich beim Arbeitgeber auf die Versicherungsfreiheit verzichten.

Experten-Antwort

Hallo Hotte,

"Sunny" und "Schwarzwälder" haben Ihnen im Grunde die richtigen Erläuterungen zum Sachverhalt gegeben. Wobei der von "Sunny" genannte freiwillige Beitrag in Höhe von 79,60EUR nur den Mindestbeitrag zur freiwilligen Versicherung darstellt und auch höher gewählt werden kann. Ob und welche Art der Beitragszahlung in Ihrem Falle sinnvoll und notwendig sein könnte, sollten Sie in einer persönlichen Beratung bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers klären. Hier kann man konkret auf Ihre Belange unter Berücksichtigung Ihrer bisherigen Versicherungszeiten eingehen. Wo sich Ihre nächstgelegene Beratungsstelle befindet, erfahren Sie zum Beispiel unter der Rubrik Service/Beratungsstellen auf www.ihre-vorsorge.de.