von
Matthias 67

Hallo an alle!

Folgender Sachverhalt:
Ich leide seit 7 Jahren an einer bipolaren Störung. Gesundheitsbedingt musste ich meinen Job 2014 aufgeben. Seit dem 01.10.2014 bin ich bei der AfA arbeitslos gemeldet. Der Amtsarzt hat mich als vollschichtig arbeitsfähig mit erheblichen Einschränkungen befunden. Das Arbeitsamt forderte mich auf, einen Antrag auf "Teilhabe am Arbeitsleben" bei der DRV zu stellen. Der Gutachter der DRV beurteilte mich als erwerbsgemindert und dass eine LTA kein Erfolg bringen wird. Heute bekam ich einen Brief der DRV : "Der Antrag zur Teilhabe gilt als Antrag auf Rente, da Sie nach unsreren Feststellungen vermindert erwerbsfähig sind.
Ich soll nun einen Rentenantrag stellen. Meine Frage ist, welches Gutachten hat denn mehr Gewicht zur Bewilligung der EU-Rente? Das Gutachten des Amtsarzt der Arge oder des Gutachters der DRV? Ware schön, wenn mir auch ein Experte der DRV eine Antwort geben kann.

Danke im Voraus für alle Antworten!

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Matthias 67,
für die Beurteilung, ob eine Rente wegen Erwerbsminderung zu gewähren ist, ist ausschließlich das Gutachten der DRV maßgebend. Ärztliche Unterlagen von der AfA können zur Entscheidungsfindung herangezogen werden. Aber entscheidend ist das Gutachten der DRV.

von
Matthias 67

Vielen Dank an den Experten! Ich habe noch eine Nachfrage:
Mein Krankheitsbild ist so, dass ich z.B. heute 8 Stunden arbeiten könnte. Morgen aber nicht eine Stunde und ich weiss nie, ob ich am nächsten Tag arbeitsfähig bin. Diagnose bei mir ist eine bipolare Störung 2 mit rapid cycling. Der Wechsel von Hypomanie und schwere Depression ändert sich täglich.
Wie wird in so einem Fall die Leistungsfähigkeit bestimmt? Volle oder halbe Erwerbsminderung? Es heisst ja zur Beurteilung: "Regelmäßig fünf Tage Woche".
Wie geschildert, weiss ich nie, wie es mir den nächsten geht und ob ich arbeiten kann oder nicht. In der Regel ändert sich mein Zustand zwei- bis dreimal in der Woche. Können Sie mir hier eine Einschätzung geben?

Vielen Dank im Voraus!

von
Matthias 67

Zitiert von:

Wie geschildert, weiss ich nie, wie es mir den nächsten geht

Wie es mir den naechsten Tag geht. Habe das Wort "Tag" vergessen.

von
Ben

was bedeutet DRV und was AfA?

Ich möchte mich bildungsmäßig im sozialen Bereich einarbeiten.

von
Matthias 67

DRV= Deutsche Rentenversicherung
AfA = Agentur für Arbeit

von
Ben

nett von Dir!!!

von
Matthias 67

Gerne ;-)

von
Herz1952

Hallo Matthias 67

ich denke, dass Sie eine volle EM-Rente bekommen. Von einer regelmäßigen Arbeitszeit kann keine Rede mehr sein. Es lässt sich auch nicht festlegen, an welchen Tagen Sie arbeiten könnten.

Ich sage das natürlich unverbindlich. Der Gutachter der DRV muss das bestimmen (können).

Bei einer bipolaren Störung dieser Art - schnell wechselnd - (ich denke das ist mit rapid cycling gemeint) glaube ich nicht, dass ein Gutachter sich auf eine regelmäßige Zeit festlegen wird bzw. es könnte auf eine volle Arbeitsmarktrente hinauslaufen.

Manche können zwar mit dieser Krankheit noch arbeiten, andere wiederum gar nicht, wobei der Schweregrad "fließend" ist.

Ich kann Ihnen nur wünschen, dass es nicht schlimmer wird.

Rentenantrag stellen, alle Atteste beilegen und dann erst mal abwarten.

Herz1952

von
Matthias 67

Hallo Herz1952,

vielen Dank für die ausführliche Antwort!

Gruß
Matthias 67

von
Matthias 67

@Herz1952:

Was ist eine volle Arbeitsmarktrente?

von
=//=

Es wird hier immer wieder der Begriff "Arbeitsmarktrente" verwendet.

Das ist nichts anderes als eine volle EM-Rente, wenn das Leistungsvermögen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt 3 - unter 6 Stunden beträgt und der Teilzeitarbeitsmarkt verschlossen ist (wenn keine Teilzeitbeschäftigung ausgeübt wird) oder als verschlossen gilt.

Ist das Leistungsvermögen in der Art gemindert und der Teilzeitarbeitsmarkt ist oder gilt als verschlossen, wird immer eine volle Rente auf Zeit bewilligt. Wird beim gleichen LV eine Teilzeitbeschäftigung von 3 - unter 6 Stunden ausgeübt, wird nur eine teilweise EM-Rente auf Dauer gezahlt.

Ich finde, das ist für einen Laien erstmal gar nicht so wichtig.

@Matthias 67:

Haben Sie von der DRV - außer dem Ablehnungsbescheid der Reha - auch schon ein Schreiben erhalten, dass Sie einen formellen Rentenantrag stellen sollen? In diesem Schreiben steht dann nämlich, ob es eine teilweise Rente auf Zeit, auf Dauer oder eine volle EM-Rente auf Zeit oder auf Dauer geben wird. Warten Sie dieses Schreiben ab, dann wissen Sie auf jeden Fall mehr. ;-)

von
Matthias 67

@ =//=

Vielen Dank für die Information!

Folgendes steht im Schreiben der DRV:

"Ihr Antrag vom 25.11.2014 auf Leisung zur Teilhabe am Arbeitsleben gilt als Rentenantrag." Und weiter:
"Der Antrag auf LTA gilt als Antrag auf Rente, wenn Versicherte vermindert erwerbsunfähig sind und ein Erfolg von Leistungen zur Teilahbe nicht zu erwarten sind.
Nach unseren Feststellungen sind Sie vermindert erwerbsunfähig. Bitte setzen Sie sich zur Aufnahme des Rentenantrag mit einer der folgenden Stellen in Verbindng......"

Leider wurde nicht erwähnt, ob es um eine teilweise Rente auf Zeit, auf Dauer oder eine volle EM-Rente auf Zeit oder auf Dauer geht!?

von
W*lfgang

Zitiert von:
Leider wurde nicht erwähnt, ob es um eine teilweise Rente auf Zeit, auf Dauer oder eine volle EM-Rente auf Zeit oder auf Dauer geht!?
Matthias67,

das wird erst noch im Rentenverfahren abschließend entschieden, da können alle Möglichkeiten der EM-Rente bei rauskommen.

Gruß
w.

von
Cassandra

Das stimmt so nicht.
In dem Moment, wo das von Matthias 67 angeführte Schreiben erstellt wird, ist bereits über die Rentenart und Rentendauer entschieden.
@Matthias67: rufen Sie bei der DRV an und fragen nach.

von
Matthias 67

Zitiert von: Cassandra

Das stimmt so nicht.
In dem Moment, wo das von Matthias 67 angeführte Schreiben erstellt wird, ist bereits über die Rentenart und Rentendauer entschieden.
@Matthias67: rufen Sie bei der DRV an und fragen nach.

Danke!

von
Herr Z.

Zitiert von: Cassandra

Und Herr Z.ist in Gerichtskreisen mit erfolglosen Rechtsstreitigkeiten wohl bekannt.

Wer hat schon mal einen Richter gefunden, der erklären kann, weshalb Hartz IV verfassungs-konform sein könnte ?

Alle Richter in Deutschland haben einen Eid geschworen, die Bewohner dieses Landes vor Hartz IV-Anhängern zu schützen.

Ausweislich §§ 38, 39 DRiG ist allen Richtern untersagt, Aussagen zu verbreiten, die den Eindruck erwecken könnten, Hartz IV könne verfassungs-konform sein.

http://www.gesetze-im-internet.de/drig/__38.html

http://www.gesetze-im-internet.de/drig/__39.html

"Ich habe nicht gewusst, dass der Hartz IV-Verordnungs-Geber lügt", soll bei Richtern wie gehen können ?

http://www.bundesrat.de/SharedDocs/beratungsvorgaenge/2004/0201-0300/0206-04.html

Der Hartz IV-Gesetzgeber hat Richtern die Aufgabe zugewiesen, Rechtsprechung als Scharlatanerie zu präsentieren.

Dieser Aufforderung kommen viele Richter bereitwillig nach, wobei sich dann die Frage aufdrängt, wer Richter dazu zwingt, bei so etwas mitzumachen ?

Fast allen Richtern ist nicht aufgefallen, dass bei Regelsatz / Regelleistung (2005 - 2010) die falsche EVS-Referenz-Gruppe als Basis für den Zahlen-Kram genommen wurde, denn der Gesetzgeber hatte "Haushalte" vorgegeben, ausgewertet wurde aber stattdessen "Ein-Personen-Haushalte".

Ab 2011 hat der Gesetzgeber mit § 3 Abs. 2 Nr. 4 RBEG grundsätzlich ausgeschlossen, dass es überhaupt eine gesetzes-konforme EVS-Auswertung geben kann, weil "Anspruch" bei EVS überhaupt nicht erhoben wird.

http://www.gesetze-im-internet.de/rbeg/__3.html

http://www.gesetze-im-internet.de/gg/index.html

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_12/__27a.html

http://www.bundesverfassungsgericht.de/entscheidungen/ls20100209_1bvl000109.html

Herr Z.