von
Geyer

Sehr geehrte Damen und Herren,

ist es möglich, dass durch die Auszahlung einer Förderrente mein anspruch auf Grundsicherung gekürzt wird?

Experten-Antwort

Soweit mit der Förderrente eine Riester Rente gemeint ist, ist folgender Beitrag zu empfehlen, vgl.
http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,ryw32d2mo8i81l9r~cm.asp

Darüber hinaus ist in Bezug auf Riester zu bedenken, dass damit geförderte Altersvorsorgeprodukte in der Ansparphase vor einer Anrechnung auf ALG II gesichert sind, damit HARTZ IV sicher sind.

Jedoch gilt dies (wegen des Optionsrechts auf Auszahlung von bis zu 30 % zu Beginn der Auszahlungsphase) nicht uneingeschränkt für die Auszahlungsphase.

MfG

von
Amadé

Die Anrechnung von Einkommen und Vermögen auf Leistungen der Grundsicherung nach dem Vierten Kapitel des SGB XII können Sie bei unten stehendem link nachvollziehen,

Es ist sowohl staatlich geförderte als auch private Altersvorsorge anzurechnen. Es gibt bei Sozialhilfe und Grundsicherung nach dem SGB XII eben KEINE Hartz IV-Sicherheit:

http://www.sozialhilfe24.de/sozialhilfeberechnung_6.php

Beachten Sie die steigende Altersarmut. Wer absehen kann, dass er zeitlebens auf Bedürftigkeitsleistungen angewiesen ist, sollte die Finger von Riester und Co. lassen und nicht in die Riester-Falle tappen:

http://www.sovd.de/1205.0.html

http://www.daserste.de/plusminus/beitrag_dyn~uid,ryw32d2mo8i81l9r~cm.asp

Experten-Antwort

Der wiederum kritische Beitrag von user Amade ist eine Seite der Medaille.

Dies aber sollte nicht dazu führen, dass deshalb keine Anstrengungen zur Altersvorsorge unternommen werden. Rein finanzmathematisch betrachtet gibt es indes durchaus Fälle, die den sogen. Sozialhilfe break even (wann bin ich mit den Rentenanwartschaften über Sozialhilfe Niveau ?) mit allen Rentenanwrtschaften über das ganze Berufsleben hinweg nicht schaffen (werden). Insoweit ist ein Teil zusätzlicher Altersvorsorge durchaus in Frage zu stellen - wenn er dem primären Zweck der Schlißung einer Versorgungslücke im Alter de facto nicht zukommt.

M.E. wird sich der Gesetzgeber hier aber noch einiges für die Zukunft überlegen müssen - und ein Schelm sei der, der dabei an die Absenkung des Sozialhilfeniveaus oder neue Definition von (absoluter bzw. relativer) Armut denkt.

Bleiben Sie optimistisch.

MfG