von
Kimba

Guten Tag,

wer kennt sich aus, ich habe ein Wiederspruchsverfahren für eine medizinische Leistung zur Rehabilitation (zusätzlich ein Antrag zur EU-Rente). Nun sollte ich zum Gutachter (Internist) der aus welchen Gründen auch immer (man sagte mir evtl. Urlaub) die Unterlagen an den DRV zurück geschickt hatte. Jetzt bekomme ich also erneut eine Auswahl zu welchem Gutachter ich möchte und soll zu einem Nervenheilkunde Arzt! Meine Frage kann ich da ebenfalls wiedersprechen, welche Rechtlichengrundlagen habe ich? Ich habe Internistische Erkrankungen und möchte vermeiden, dass mich der Arzt als „bala-bala“ abtut?! Der Hintergrund wieso ich zum Nervenheilkundearzt soll ist wohl das Gutachten des MDK der Gutachter meine er befürwortet eine Psychosomatische Reha. Auch wenn ich mehrfache Befunde habe von Fachärzten, die Zweifelte er alle samt an!

Danke für ein Feedback und viele Grüße
Kimba

von
Rosanna

Hallo Kimba,

eine Untersuchung beim Neurologen oder Nervenfacharzt ist doch wohl gar nicht so abwegig, wenn im MDK-Gutachten eine Psychosomatische Reha-Massnahme vorgeschlagen wird! Dann liegen in diesem Bereich doch auch Leiden vor. Weshalb sollten Sie denn als "balla-balla" abgestuft werden? Psychosomatische Erkrankungen sind nichts, wofür man sich schämen müßte. Sie nehmen sowieso in den letzten Jahren durch erhöhte Anforderungen im Beruf und Privatbereich, durch Streß, Arbeitslosigkeit etc. enorm zu!

Nehmen Sie den Termin beim Neurologen wahr, bestehen aber darauf, daß Sie auch auf internistischem Gebiet untersucht werden. Das können Sie schon vor dem Untersuchungstermin der DRV schriftlich mitteilen. Sofern (internistische) Arztberichte bereits übersandt wurden, können Sie unter Hinweis auf diese auf einer entsprechenden Würdigung bestehen. Es ist schließlich nicht selten, dass eine MEHRFACHÄRZTLICHE Untersuchung stattfindet!

Und der Internist der DRV wird ja wohl auch mal wieder aus dem Urlaub zurückkommen! :-))

MfG Rosanna.

von
Schade

besprechen Sie diese Fragen doch bitte mit dem medizinischen Fachpersonal bei Ihnen zu Hause, dem Sie vertrauen.

Welcher Forumsteilnehmer soll Ihnen da einen qualifizierten Rat geben?

Keiner kennt Ihre Beschwerden, keiner die fraglichen Ärzte.

Sorry, wir wissen nicht mal gegen was genau Sie einen Widerspruch laufen haben oder ob Sie lieber eine medizinische Reha anstreben, mit dem Ziel gesund zu werden und arbeiten zu können, oder ob Sie primär in Rente wollen.

Experten-Antwort

Hallo Kimba,
ein Nervenheilkundearzt, also ein Neurologe behandelt bzw. diagnostiziert Erkrankungen des Nervensystems. Die Neurologie ist ein Teilgebiet der Inneren Medizin. Die Organsysteme, die in der Neurologie Berücksichtigung finden, sind das Zentralnervensystem, also Gehirn und Rückenmark und deren Umgebungsstrukturen und blutversorgende Gefäße sowie das periphere Nervensystem, das heißt die Nerven in ihrem Verlauf außerhalb des Wirbelkanals einschließlich der Verbindungsstrukturen mit Muskeln und die Skelettmuskulatur. Ein Neurologe stellt grundsätzlich also körperliche, nicht psychische Erkrankungen fest. Sie brauchen also keine Angst zu haben, dass der Gutachter Sie als "bala-blala" abtut.
Wenn Sie trotzdem nicht von einem Neurologen begutachtet werden möchten, können Sie allenfalls ein neues Gutachten von Ihrem behandelnden Arzt bei der Deutschen Rentenversicherung einreichen und darum bitten, dass ein neuer Gutachter (Internist) ausgewählt wird.

von
Frank Morris

Dem Beitrag von Rosanna ist eigentlich nichts hinzuzufügen !

Wieso sie daraufkommen, event. als " Bala-Bala " eingestuft zuu werden, entzieht sich mir jedoch gänzlich.

Vielleicht sollten sie sich etwas informieren , was ein Neurologe so macht. Mit " Bala-Bala " hat das jedenfalls nun gar nichts zu tun...

Internistische Erkrankungen haben nicht selten ihren Ursprung in einer psychisch/psychiatrischen Grunderkrankung.

Wenn der MDK eine psychosomatische Reha befürwortet, wird des Pudels Kern weniger auf internistischem Fachgebie,t als auf dem
Neurologisch/Psychiatrischen bei Ihnen liegen.

Beide Fachgebiete gehören ganz eng zusammen und ergänzen sich auch bei der
Diagnostik und anschließenden Behandlung.

p.s.
Die Expertin hat nicht ganz recht wenn sie schreibt das ein Neurologe nichts mit psychiatrischen Dingen zu tun hat.
Die allermeisten Neurologen sind auch gleichzeitig
Psychiater !

Aus dem Internet dazu :
Psychiater und Neurologen
Eindeutig spezialisiert sind von Anfang an die Psychiater und die Neurologen. Der Psychiater kümmert sich um die Gesamtheit psychischer Störungen, von A wie Abhängigkeit über Demenz, Depression, neurotische Erkrankungen, Schizophrenie bis Z wie Zwangsgedanken. Bei vielen dieser Krankheitsbilder lassen sich keine Veränderungen am Organ Gehirn feststellen. Erkrankungen wie die Alzheimerkrankheit gehen aber mit deutlichen Veränderungen am Gehirn einher. Soweit bei Hirnerkrankungen die psychischen Veränderungen dominieren, wird der Psychiater (oder Nervenarzt) die erste Anlaufstelle sein. Für die jüngsten und jungen Patienten gibt es schon lange den Kinder- und Jugendpsychiater. An vielen Orten gibt es auch schon den Gerontopsychiater, der seinen Schwerpunkt in der Untersuchung und Behandlung älterer Menschen mit psychischen Störungen sieht. Beim Neurologen (oder Nervenarzt) stehen die Erkrankungen am Nervensystem selbst, also an Gehirn, Rückenmark, den peripheren Nerven, dem vegetativen Nervensystem und auch der Muskulatur im Vordergrund. Beispiele sind Epilepsie, Hirnhautentzündungen, Lähmungen oder Gefühlsveränderungen z.B. durch Muskel- oder Nervenschädigung, Multiple Sklerose, Parkinsonkrankheit oder Schlaganfälle. Wegen der vielfachen Ü b e r s c h n e i d u n g von neurologischer und psychischer Symptomatik sind sowohl Neurologen als auch Psychiater im jeweils anderen Fachgebiet ausgebildet, wenn auch nicht so intensiv wie der Nervenarzt.

Psychiater und Neurologen
Eindeutig spezialisiert sind von Anfang an die Psychiater und die Neurologen. Der Psychiater kümmert sich um die Gesamtheit psychischer Störungen, von A wie Abhängigkeit über Demenz, Depression, neurotische Erkrankungen, Schizophrenie bis Z wie Zwangsgedanken. Bei vielen dieser Krankheitsbilder lassen sich keine Veränderungen am Organ Gehirn feststellen. Erkrankungen wie die Alzheimerkrankheit gehen aber mit deutlichen Veränderungen am Gehirn einher. Soweit bei Hirnerkrankungen die psychischen Veränderungen dominieren, wird der Psychiater (oder Nervenarzt) die erste Anlaufstelle sein. Für die jüngsten und jungen Patienten gibt es schon lange den Kinder- und Jugendpsychiater. An vielen Orten gibt es auch schon den Gerontopsychiater, der seinen Schwerpunkt in der Untersuchung und Behandlung älterer Menschen mit psychischen Störungen sieht. Beim Neurologen (oder Nervenarzt) stehen die Erkrankungen am Nervensystem selbst, also an Gehirn, Rückenmark, den peripheren Nerven, dem vegetativen Nervensystem und auch der Muskulatur im Vordergrund. Beispiele sind Epilepsie, Hirnhautentzündungen, Lähmungen oder Gefühlsveränderungen z.B. durch Muskel- oder Nervenschädigung, Multiple Sklerose, Parkinsonkrankheit oder Schlaganfälle. Wegen der vielfachen Überschneidung von neurologischer und psychischer Symptomatik sind sowohl Neurologen als auch Psychiater im jeweils anderen Fachgebiet ausgebildet, wenn auch nicht so intensiv wie der Nervenarzt.

von
Kimba

Guten Abend,

zunächst Danke für Ihre Antworten. Eines möchte ich jedoch noch schreiben, ich bin nicht scharf drauf in Rente zugehen wie das hier unterstellt wird! Der Reha-Antrag läuft schon Monate und ich will nichts anderes als wieder auf die Beine kommen, aber genau das wird mir verwehrt! Ich habe mehrere Gutachten von Fachärzten die dringend eine Internistische Reha in einer Lymphfachklinik anraten, da ist mir bei einem Nervenheilkundearzt nur weil der Gutachter des MDK dies meint nicht geholfen. Dieser Gutachter des MDK war auch kein Lymphologe und somit kein Fachmann, wie kann er also behauten das, das was Speziallisten sagen nicht stimmt?! Wo wenn nicht in einem sogenannten Experten Forum des DRV kann ich diese Informationen erfragen?! Meine Behandelnde Ärztin hat mir schon Ratschläge gegeben, allerdings kann ich trotzdem weitere Informationen einholen.

Vielen Dank
Kimba

von
Kimba

... das hatte ich noch vergessen, die Antwort von meinem Arzt!

Bei einer Lymphologischen Fragestellung ist vorrangig auf Grund der Fachausbildung ein Internist möglichst mit lymphologischer Erfahrung als Gutachter geeignet.
Ein Neurologe hat die Fachkenntnisse in der Regel nicht. Man würde eine Schwangere mit SS-Problemen auch nicht zum Augenarzt schicken ....

Beste Grüße
Kimba

von
zuza

hi kimba,

du hast natürlich vollkommen recht - ein gutachten sollte von demjenigen erstellt werden, der in dem jeweiligen gebiet spezialisiert ist. egal welche facharztrichtung! die "entsendung" in eine psychosomatische einrichtung scheint momentan bei den leistungsträgern "très chic" zu sein, obwohl die psychische komponente oftmals nicht den auslösenden faktor darstellt. in den jeweiligen einrichtungen wird natürlich auch auf deine körperliche erkrankung nicht groß eingegangen - auf maltherapie oder gar eine behandlung mit dem lymphomaten kannst du sicherlich verzichten. da bist du mit einem krankenkassenrezept mit lymphdrainage ja besser bedient als mit einer teuren psycho-reha durch die RV - reine zweitverschwendung! eine lymphologische problematik durch eine psychosomatische reha angehen zu wollen, ist vollkommen abwegig.

die antworten in diesem forum sind teilweise recht absonderlich und nicht von fachleuten erstellt - wende dich im zweifelsfall an den vdk oder den sozialverband deutschland ... ein fundierter widerspruch sollte hier abhilfe schaffen können.

es spricht nichts gegen eine lymphologische fachklinik, die in ihrem behandlungsprogramm auch psychologische unterstützung anbietet - mit "guten gedanken" ist einem lymphödem garantiert nicht beizukommen!

alles gute, zuza.