von
Otto

Guten Tag! meine Frage wäre folgende: Ich habe einen Antrag zur Bewilligung einer Vollen Erwerbsminderungsrente gestellt,habe ich das Rechte die Gutachter der GRV abzulehnen und einen Gutachter selbst vorzuschlagen.

von
;-)

Klar, sie können sich auch den (positiven) Bescheid selbst schreiben.
Auch die Höhe der Rente dürfen sie natürlich selbst festlegen.

von
keile

warum wird auf eine sachliche frage, keine sachliche Auskunft gegeben. Was sollen diese arroganten Antworten

von
;-)

Ein zwinkernder Smiley sollte die "Ernsthaftigkeit" meiner Antwort eigentlich "unterstreichen".
Schade dass sie es nicht verstanden haben...

Aber mal im Ernst, was glauben sie denn, was passiert, wenn jederman beim EM-Antrag seinen eigenen Gutachter benennt oder noch besser, gleich ein fertiges Gutachten mitbringt ???
Hmmmm ???
---> Der Prozentsatz an genehmigten EM-Renten würde vermutlich steil ansteigen und Richtung 100 % tendieren.
Ob das die Rentenversicherung mitmacht ?
Ich glaube eher nicht.

Frage beantwortet ?

von
Maria

Grundsätzlich bestimmt die DRV den Gutachter. Ihnen steht es aber frei, ein Attest des von Ihnen favorisierten Arztes bei der DRV einzureichen. Auch können Sie einen bestimmten Gutachter ablehnen, wenn Sie einen sachlichen, nachvollziehbaren Grund haben. Im Reha-Verfahren gibt es eine andere Regelung, nach der aus 3 benannten Gutachtern einer ausgesucht werden kann. Allerdings wird bei einigen DRV'en über das HV anhand von Hausarztberichten entschieden, so dass diese Regelung nicht greift.

von
Happy

Hallo Otto,

grundsätzlich legt die DRV den Gutachter fest, aber...

Nehmen wir einmal an, dass aus verkehrstechnischen Gründen der vorgeschlagene Gutachter schwer erreichbar für Sie ist, dann können Sie sich doch einen Arzt in Ihrer Nähe suchen (med. Facharzt wie im Gutachten beauftragt) und dann tel. abklären ob es möglich ist bei diesem Arzt ein GA erstellen zu lassen. Wenn dieses möglich ist, dann liegt doch auch der DRV daran, Fahrkosten zu sparen! Es sollte allerdings ein "neutraler" Arzt sein, also kein Arzt bei dem Sie schon einmal in Behandlung waren oder sind. Da spielt die DRV sicher nicht mit. So habe ich Ihre Frage verstanden.
Auch können Sie natürlich einen Gutachter vorerst ablehnen, wenn Sie z.B. dort schon einmal "schlechte Erfahrungen" gemacht haben. Die DRV schlägt dann ggf. einen neuen GA vor.

MfG
Happy

Experten-Antwort

Grundsätzlich wird der Gutachter vom zuständigen Rentenversicherungsträger ausgewählt.

von
Lara

Mit folgenden Schreiben konnte ich einen Gutachter ablehnen:
Einladung zur ärztlichen Untersuchung
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wie ich bereits telefonisch bei Frau bat, möchte ich hier nochmals um einen anderen Gutachter bitten, da ich den von Ihnen genannten Arzt aus persönlichen Gründen ablehnen möchte.

Für Ihr Verständnis bedanke ich mich im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen

Die Begutachtung sollte stattfinden im Rahmen meiner befristeten EM-Rentenverlängerung. Dem Schreiben legte ich einen aktuellen Befundbericht meines Facharztes bei und eine Bescheinigung meiner Betriebsärztin.
Drei Tage später erhielt ich den Bescheid für eine Dauerrrente...ohne vorherige Begutachtung....
Schauen Sie sich den ärztlichen Befundbericht Ihres Arztes genau an und prüfen Sie vorab telefonisch, ob dieser der DRV auch vorliegt.
Siehe auch:
http://sudeck.foren-city.de/topic,1167,-gutachterliste.html

von
Lara

oder googeln Sie doch mal mit Ausrufezeichen:
"§ 200 Abs. 2 SGB VII"
P.S. An Realist, Morris, KSC und die üblichen Verdächtigen:
Dass meine kritische Patientenmeinung in diesem Forum auf viel Ablehnung stößt, habe ich bereits zur Genüge erfahren......
FG
Lara

von
Frank Morris

@ lara

Erstmal danke für Ihr Kompliment !

Sie schreiben :
"Die Begutachtung sollte stattfinden im Rahmen meiner befristeten EM-Rentenverlängerung. Dem Schreiben legte ich einen aktuellen Befundbericht meines Facharztes bei und eine Bescheinigung meiner Betriebsärztin.
Drei Tage später erhielt ich den Bescheid für eine Dauerrrente...ohne vorherige Begutachtung.... "

Also sie lehnen mit einem knappen 2 Zeilen den benannten Gutachter ab und
bekommen dann innerhalb von nur 3 ! Tagen einen positiven Rentenbescheid und das auf Dauer ??????

Also wenn das stimmen sollte ( wobei ich das wirklich nicht glauben kann - Ihnen aber herzlich gönne! - bestätigt sich meine Ansicht das die RV - teilweise- Entscheidungen trifft, die auch in Absurdistan getroffen worden sein könnten !

Jetzt muß ich erstmal ein Weizenbier trinken, um das zu verauden.

von
Lara

Danke!
Leider habe ich eine schlechte Prognose was meine seit fast 30 Jahren bestehende c chronische Erkrankung betrifft, während deren Verlauf ich das Vertrauen zu Ärzten im Allgemeinen verlieren musste. Vor erstamliger Rentenantragstellung konnte ich glücklicherweise noch über 31 Jahre im Berufsleben mir eine anständige EM-Rente "erarbeiten".
Diesem positiven Bescheid ging bei der erstamligen befristeten EM-Rentengewährung eine Begutachtung eines von der DRV gestellten Gutachters voraus, der diesen negativen Verlauf meiner Erkrankung und der Auswirkung auf meine Berufsfähigkeit, besser Berufsunfähigkeit, voraus.
FG
Lara
P.S. Das Weizenbier möge Ihnen wohl bekommen!!!

von
Unbekannt

Lara,

das Rentenrecht befindet sich Sozialgesetzbuch 6 und nicht 7. Wenn Sie schon keine Ahnung haben, machen Sie den Leuten hier mit falschen Informationen keine Hoffnung.

Im Rentenrecht gibt es keine Auswahl des Gutachters. Und wenn es mal ein Träger zulässt, ist dass die äußerste Ausnahme, ohne darauf einen Anspruch zu haben.

Wir sind hier nicht beim Wunschkonzert. Wenn Sie mit dem Gutachter nicht zufrieden sind, liegt es in Ihrem freien Ermessen, ein Gegengutachten auf eigene Kosten auszustellen.

Es gibt Leute, die haben Fantasien...

von
KSC

viele Grüße Lara, schön dass Sie immer mal an mich denken.

Aber heute bin ich ja ganz brav zu Ihnen und habe gar nichts gesagt.

Aber über das SGX VII musste ich natürlich auch schmunzeln.

Und zur Sache: in Einzelfällen mag es ja Gründe geben, die gegen einen bestimmten Gutachter sprechen - und dann hat jeder Betroffene natürlich ein Recht diese Gründe vorzubringen.

Nur: in der Masse der Renten- und Rehabegutachten wird es in aller Regel keinen vernünftigen Grund für eine Ablehnung eines Arztes geben, den der Versicherte in der Regel weder kennt, noch dessen Qualität beurteilen kann.

Macht also bitte aus Ausnahmen keine Regelfälle!

von
Frank Morris

@ Unbekannt und KSC
Lara hat doch in ihrem Beitrag überhaupt nicht
davon geschrieben, das Sie sich den Gutachter selbst ausgesucht hat ! Das das nicht geht und auch nicht sein darf, ist doch wohl klar oder ???

Sie hat lediglich geschrieben , das sie den benannten Gutachter aus persönlichen Gründen abgelehnt hat.

Und das ist absolut korrekt und legitim und dem wird ( oder muß ) auch fast immer seitens der RV entsprochen
werden.

@ KSC und doch gibt es gute Gründe einen benannten Gutachter abzulehnen. Es ist auch nicht richtig, das man
von dem Gutachter im Voraus nichts weiß.
Wenn man das Internet beherrscht, kann man heute über fast jeden ( auch über einen Arzt ) diverse Infos heraus bekommen, die schon
ein Bild ergeben mit welchem Typ Arzt und Mensch man es hier zu tun haben wird und vor allem welche med. Fachrichtung und Schwerpunkte dieser hat.
( Ich wurde mal 10! Minuten von einem FA für Neurologie und Psychiatrie begutachtet,
wobei ich die kompletten 10 Minuten nur und ausschließlich Neurologisch
untersucht wurde, obwohl ich unter Depressionen, Angststörungen und Persönlichkeitststörungen
- also alles und auschließlich psychiatrische Erkrankungen ! -leide und keinerlei neurologische Ausfälle habe bzw. hatte.

Leider erst später ergaben meine " Nachforschungen " das dieser Arzt fast nur neurologische erkrankte Patienten behandelt und gar keine bis sehr wenige psychiatrisch/psychisch erkrankten Patienten behandelt.

Das Ergebnis dieses Gutachten brauche ich hier ja wohl nicht erwähnen.
Für die RV war es natürlich toll - für mich eine Katastrophe.

An diesem einen kleinen Beispiel sieht man doch, wie wichtig Informationen über den Gutachter v o r der Begutachtung sind und jeder, wirklich jeder ist mehr als gut beraten , wenn er sich ueber den
Gutachter wo er vorstellig werden muß, sehr gut
informiert und sich entsprechend vorbereitet oder ihn eben gleich ablehnt.

Einem von der RV beauftragten Gutachter ist zumindest
eine gewaltige Portion Skepsis entgegenzubringen. Wer da hingeht und meint er würde
korrekt und neutral und nur nach medizinischen Gesichtspunkten begutachtet,
unterliegt einem gewaltigen Irrtum ( nicht bei allen - aber
bei leider sehr vielen Gutachtern)

Am Mo. abend kam im NDR Fernsehen ein Bericht über
Gutachten idie von Jugendämtern in Auftrag gegegebn werden ( Entzug von Kindern aus Familien )

Dort wurde von mehreren
Experten ebenfalls ganz klipp und klar gesagt :

Die beauftragten Gutachter haben von ihrem Auftraggeber und Zahler des Gutachtern einen klaren Auftrag ein Gutachten in derem Sinne zu gestalten und daraus dann ein gewünschtes Ergebnis im Sinne des Auftragebers zu herzustellen !

Wie heisst es doch so schön :

Des Brot ich ess, des Lied ich singe.

Dieser Spruch ist so aktuell wie nie zuvor und betrifft - aus eigener Erfahrung und denen vieler Mitpatienten von mir , aus vielen Gesprächen mit Anwälten und NICHT gutachterlich tätigen Ärzten der Realität.

Auch wenn das gerade hier im Forum der RV nicht gerne gehört wird und immer anderes behauptet wird.

von
Frank Morris

und um noch einen " drauf zusetzen " möchte ich noch erwähnen, das bei einer med. Reha der Rentenversicherung in einer psychosomatischen Klinik meine behandelnde und zuständige Ärztin aus folgender Fachrichtung kam :

Fachärztin für Gynäkologie

p.s.
Ich bin männlich +++++

von
Lara

http://www.anb-ev.de/gutachterliste/
FG Lara

von
Otto

Erst einmal einen Dank für die rege Beteidigung und der vielen unterschiedlichen Meinungen und aussagen! In einigen Beiträgen ist doch offenlichtlich einiges an unsachlichkeit,nichtnutz und ncht gönnen zu entnehmen,aus welchen Gründen und Intressen auch immer diese herrührt. Meine Frage bezog sich auch nicht auf mich persönlich, sondern war auf meine Schwester gemünzt.Meine Schwester ist durch Mobbing am Arbeitsplatz,durch sogenannte Kolegen,unterstützt durch ihren Arbeitgeber, Psychisch schwer erkrankt. Sie leidet unter schweren Depressionen und angstzuständen. Hinzukommend liegen schwere orthopädische Erkrankungen der Wirbelsäule und des Gelenkapperates hinzu, durch MRT Aufnahmen belegbar.Sie war bisher schon zweimal in einer Reha/Kurmaßnahme, wo sie dann bei der Abschlussbesprechung, nicht durch einen FA sondern durch einen allgemein Mediziner ,der auch die Abschlussuntersung durchführte als Arbeitsfähig nach Hause entlassen wurde. (Was absolut ein Witz war) Sie wurde,wieder zu Hause angekommen auch sofort von ihrer behandelden Neurologin,arbeitsunfähig Krank geschrieben. meine Schwester stellte auf anraten ihrer Neurologin und des Orthopäden den Antrag auf Bewilligung der vollen Erwerbsminderungsrente. Ich selbst schon Frührenter kann über den weiteren Verlauf ein Lied singen denn es wird jetzt ein Mathyrium aus Unterstellungen und Defermierungen auf sie einregnen. Den Ausspruch: Wes Brot ich ess,des Lied ich sing,kann ich aus eigener Erfahrung im gesamten Maß unterstützen. Neutralität und Objektivität sind für die masse dieser sogenannten Sachverständigen bzw Gutachter, Fremdworte. Das man hier in diesem Forum jemanden angreift, Wiel er einen Parahgrafen, den §200 Abs.2 SGB VII einbringt, finde ich um es milde auszudrücken,sehr unschön. Er hat zwar nichts mit der Rentenrecht der gesetzlichen Rentenversicherung zu tun sondern mit dem Mitwirkungsrecht des Gutachtervorschlagsrechtes bei den Berufsgenossenschaften im zusammenhang mit Begutachtungen zur Verletztenrente wegen vorliegen einer Berufserkrankung oder eines Arbeitsunfalles. Man sollte es denjenigen Vernünftig rüberbringen als verbal auf ihn einzuschlagen. Aber aufgrund dieses § 200 Abs.2 SGB VII ,war meine Nachfrage begründet denn es kann/könnte ja der Fall sein dieses Recht auch im normalen Rentenversicherungsrecht wahrgenommen werden kann. Und zum Schluß meiner Ausführung noch eine Bemerkung! es will niemand seinen Hauseigenen Gutachter mit der Beauftragung einer Gutachtenerstellung beauftragen, natürlich dann im Sinne des Versicherten, sondern es besteht nur der Wunsch, wie oben schon erwähnt nach Objektivität Neutralietät und Unabhänigkeit. Bitte entschuldigt meine schlechte Rechtschreibung, ich selbst bin an Morbus Parkinson erkrankt und meine Konzentrations möglichkeiten sind sehr eingeschränkt, das Aufsetzen dieser Zeilen hat mir sehr viel Kraft gekostet. Für Antworten wäre ich sehr dankbar!

von
Lara

@ Frank Morris
Ich habe nochmal nachgezählt und bitte um Entschuldigung. In meiner Freude und Erleichterung habe ich bei den Tagen verzählt. Es waren fünf.
FG
Lara
Hier ein Auszug aus § 14 SGB IX. (Warum das nur bei Rehaanträgen und nicht bei Rentenanträgen gelten soll??)
http://www.sozialgesetzbuch.de/gesetze/09/index.php?norm_ID=0901400
(5) Der Rehabilitationsträger stellt sicher, dass er Sachverständige beauftragen kann, bei denen Zugangsund Kommunikationsbarrieren nicht bestehen. Ist für die Feststellung des Rehabilitationsbedarfs ein Gutachten erforderlich, beauftragt der Rehabilitationsträger unverzüglich einen geeigneten Sachverständigen. Er benennt den Leistungsberechtigten in der Regel drei möglichst wohnortnahe Sachverständige unter Berücksichtigung bestehender sozialmedizinischer Dienste. Haben sich Leistungsberechtigte für einen benannten Sachverständigen entschieden, wird dem Wunsch Rechnung getragen. Der Sachverständige nimmt eine umfassende sozialmedizinische, bei Bedarf auch psychologische Begutachtung vor und erstellt das Gutachten innerhalb von zwei Wochen nach Auftragserteilung

von
M

Warum das nur bei Rehaanträgen gelten soll ?

Ganz einfach : Das SGB IX (überschrieben mit -Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen-) hat nunmal rein garnichts mit Begutachtungen im Rentenverfahren zu tun, sondern ausschließlich mit eben solchen in Rehaverfahren. Außerdem steht im von Ihnen zitierten Absatz 5 des § 14 SGB IX ja ausdrücklich die Bezeichnung "Rehabilitationsträger" .
Das ist doch eigentlich schon Erklärung genug.

von
Lara

Wusste ich es doch:
Die "üblichen Verdächtigen" melden sich zu Wort:

Was kann den ein Antrag auf Rehabilitation mit einem Antrag auf Rente zu tun haben?

Hier eine von vielen möglichen Antworten:
Umdeutung des Rehabilitationsantrages in einen Rentenantrag

Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation auch direkt in einen Rentenantrag umgedeutet werden. Dies erfolgt dann, wenn bei dem Versicherten bereits eine geminderte Leistungsfähigkeit im Erwerbsleben vorliegt und ein Erfolg von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation nicht zu erwarten ist.
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