von
Rosanna

Wenn man hier manche Beiträge liest, könnte man wirklich meinen, 90 % der Rentenanträge würden abgelehnt!!! Weil die "bösen", nur der (An-)Weisung der DRV unterstellten Ärzte entweder aus der falschen Fachrichtung sind oder sie sowieso grundsätzlich erst einmal das Leistungsvermögen so beurteilen, dass es nicht zur Rentengewährung kommt. Dass dem nicht so ist, zeigt ja wohl die große Anzahl der "Frührentner". In der letzten Woche habe ich von 10 Rentenanträgen 3 abgelehnt und 7 bewilligt.

Vielleicht waren ja unsere Ärzte gerade guter Laune, weil so schönes Wetter war? :-))

Grundsätzlich kann natürlich ein Gutachter abgelehnt werden, aber dann müssen schon DRINGENDE Gründe vorliegen. WAS bitte kann man denn aus einer Liste im Internet, den beauftragten Gutachter betreffend, ersehen? Nur, ob er aus der entsprechenden Fachrichtung kommt. Sonst gar nix! Oder ist mir da was entgangen?

MfG Rosanna.

von
L

@Rosanna
WAS bitte kann man denn aus einer Liste im Internet, den beauftragten Gutachter betreffend, ersehen? Nur, ob er aus der entsprechenden Fachrichtung kommt. Sonst gar nix! Oder ist mir da was entgangen?

Man/frau kann beispielsweise mit Hilfe der Adressangabe telefonische in der Praxis der Gutachters anrufen und um einen Termin in der Sprechstunde bitten. So kann man in Erfahrung bringen, ob ein Arzt ausschließlich als Gutachter tätig ist, oder ob er in täglicher Praxis zum Wohle seiner PatientInnen arbeitet und die Gutachtertätigkeit eine Nebentätigkeit darstellt. Auch kann man u.a. auch die Spezialgebiete der Gutachter in Erfahrung bringen.

In der letzten Woche habe ich von 10 Rentenanträgen 3 abgelehnt und 7 bewilligt.
Bisher ging ich davon aus, dass eine Bewilligung den Ärzten vorbehalten ist. Ihr Aussage steht nicht in Zusammenhang mit unserer Rechtsprechung. Gerne lasse ich mich eines Besseren belehren.

von
M

Tja, nur muss bei dem von Ihnen dargestellten Fall eben ERSTMAL ein umzudeutender Rehaantrag gestellt werden...
Davon hat Otto (von dem ja dieser nunmehr ausufernde Thread eröffnet wurde) aber leider rein GARNICHTS geschrieben.

Wenn ein RENTENANTRAG gestellt wird, dann kommt man mit dem SGB IX halt nicht weiter (geschweige denn überhaupt in Kontakt), auch wenn sie das anders sehen und mich deswegen als "üblichen Verdächtigen" einstufen.

Glaubven sie was sie wollen.

von
Happy

es ist wie immer hier...

eine Frage löst ein solches Tohowaboooooo aus!

Außerdem halten es manche Fragesteller es auch nicht für nötig zwischendurch mal auf die eine oder andere "hilfreiche" Antwort zu reagieren.

Lieber User Otto,

entweder Sie stellen eine Frage und beleiben dann auch "am Ball" (wie treffend zur Zeit...) oder aber Sie rufen gleich die DRV an und Fragen. Dann erhalten Sie eine direkte Antwort und verhindern diesen Quatsch hier!

Tschüß

von
Statistik

Eine aussagekräftigere Statistik über Rentenanträge gemäß § 5 RSVwV - Berichtszeitraum: Januar bis Dezember 2003
findet sich hier:
http://www.iqpr.de/iqpr/download/projekte/Thema_Erwerbsminderung.pdf
Danach wurden im genannten Zeitraum von 378154 Anträgen
183614 bewilligt und
158358 abgelehnt, davon 118402 wegen nicht verm. Erwerbsfähigkeit. (9218 w/Wartezeit nicht erüllt und
118402 Sonst. Gründe)
30738

von
Rosanna

@L:

1. sind die MEISTEN ärztlichen Gutachter (Sozialmediziner) bei uns in der Ärztlichen Dienststelle, haben KEINE EIGENE PRAXIS, sind NUR für die DRV tätig. Für Gutachten bei mehrfachärztlicher Untersuchung sind fast immer die gleichen von der DRV bestimmten Fachärzte zuständig, sofern dies erforderlich ist (nicht JEDER Facharzt untersucht als Gutachter im sozialmedizinischen Bereich, weil dort andere Kriterien wichtig sind), ODER es werden von den behandelnden Ärzten ausführliche Befundberichte erhoben, die dann zur Leistungsbeurteilung herangezogen werden.

2. Die Gutachter stellen das Leistungsvermögen fest, die Mitarbeiter der VERWALTUNG (!) erteilen den Ablehnungs- oder Bewilligungsbescheid.

MfG Rosanna.

von
Rosanna

Hallo Otto,

schön, dass Sie sich nochmal gemeldet haben.

Also grundsätzlich ist es so: wenn mehrere unterschiedliche Krankheiten vorliegen (z.B. auf orthopädischem, neurologischem, psychiartrischem Gebiet) und diese alle im Rentenantrag in der Anlage B geltend gemacht bzw. aufgeführt werden, findet IN DER REGEL die von mir oben erwähnte mehrfachärztliche Begutachtung statt und EIN Gutachter erstellt am Ende die Zusammenfassung und bestimmt das Leistungsvermögen.

Wird bei der ärztlichen Begutachtung auf irgendeine Erkrankung nicht eingegangen oder wird z.B. bei der orthopädischen Begutachtung erwähnt, dass eine weitere Begutachtung NICHT stattfindet (z.B. psych. Gutachten), sollte man das sofort hinterfragen! Verstehen Sie, was ich meine? Es ist "normalerweise" für jeden Arzt verständlich, dass ein Orthopäde kein psych. Gutachten machen kann.

Wenn also Ihre Schwester zur Begutachtung einbestellt wird und SÄMTLICHE Leiden im Rentenantrag angegeben hat, sollte sie darauf bestehen, auch in all diesen Bereichen untersucht zu werden! Dieses Recht hat sie nämlich.

Und untersucht ein Gynokologe im orthopädischen Bereich, ist ganz klar was faul! Aber, bitte, das ist wirklich die Ausnahme! Und ein zulässiger Grund zur Beschwerde.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen ein bißchen weiterhelfen.

MfG Rosanna.

von
Lara

Hallo Otto,
da ich mit meiner schweren chronischen Erkrankung im Entlassungsbericht meines Reha-Arztes im Februar 2006 als Lügnerin dargestellt wurde, die ihre Krankheitssymptome bewusst übertreibt, vollschichtig einsetzbar auf dem allg. Arbeitsmarkt, jedoch weiterhin arbeitsunfähig, hatte ich "große Not" mit meiner Antragstellung. Mein Neurologe und mein Hausarzt und meine Betriebsärztin bescheinigten mir mit Antragstellung u.a. dass eine Rente unumgänglich ist. Diese Rückendeckung war ein Segen. Auch war der Gutachter, der über meine Rentenantragstellung zu entscheiden hatte, noch, bzw. überwiegend in eigener Praxis tätig und mit meinem Krankheitsbild umfassend vertraut.
Weitere Informationen über die Umsetzung des SGB erhalten Sie auch hier:
http://www.sgb-ix-umsetzen.de/suche.php
http://www.rentenburo.de/index0.html
Zur Frage Begleitperson bei Begutachtung:
Das Landesozialgericht Rheinland-Pfalz hat in seinem Beschluss vom 23. Februar 2006 festgestellt, dass der generelle Ausschluss eines Rechtsanwaltes von Untersuchung eines Klägers durch ein vom Gericht bestellten ärztlichen Sachverständigen mit den Grundsätzen der Parteiöffentlichkeit der Beweisaufnahme und des fairen Verfahrens unvereinbar ist, wenn der Kläger die Anwesenheit seines Anwalts oder einer anderen Vertrauensperson wünscht. Sollte insoweit der Sachverständige ausführen, dass er nun nicht in der Lage sei, das Gutachten zu erstellen, da es an der notwendigen Vertrauensbasis fehle, so spricht dies eher dafür, den Sachverständigen wegen mangelnder Objektivität vom Verfahren auszuschließen (Az.: L 4 B 33/06 SB)
aus dem Text:
Der Grundsatz des Anspruchs
auf ein faires Verfahren verpflichtet den Richter, wie den Sachverständigen,
vielmehr zur Rücksichtnahme gegenüber den Verfahrensbeteiligten in ihrer
konkreten Situation (vgl. BSG, Beschluss vom 9. April 2003, Az.: B 5 RJ 140/02
B). Deshalb dürfte ein genereller Ausschluss von Vertrauenspersonen des zu
Untersuchenden, seien es der Ehepartner oder auch der Anwalt, weder dem
Grundsatz der Parteiöffentlichkeit noch gar dem des fairen Verfahrens
entsprechen. Denn angesichts der tief in die Persönlichkeit und Menschenwürde
des zu Untersuchenden eingreifende Beweisaufnahme durch einen ärztlichen
Sachverständigen kann -selbst aus unsachlichen Gründen- seine Begleitung
durch eine Vertrauensperson bei der Untersuchung gerechtfertigt sein. Dann
mag zwar der Sachverständige die Untersuchung ablehnen, wenn er hierfür
sachliche Argumente hat. Wenn er sie aber nicht durchführen will, weil in
Anwesenheit einer Vertrauensperson des zu Untersuchenden nicht das
"notwendige Vertrauensverhältnis" hergestellt werden könne und eine
"ordnungsgemäße Begutachtung" so nicht möglich sei, wie der vom Sozialgericht
bestellte Sachverständige ohne weitere überzeugende sachliche Begründung in
den Telefaxen vom 01.12.2005 mitgeteilt hat, dürfte das Misstrauens des zu
Untersuchenden in die Objektivität des Sachverständigen nachvollziehbar und
der Sachverständige damit ausgeschlossen sein.

Alles Gute für Sie und Ihre Schwägerin
Lara

von
Happy

Hallo Otto,

schön das Sie geantwortet haben, auch wenn es Ihnen sehr schwer gefallen ist.
Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihnen ausdrücklich empfehlen (da Sie selbst das Prozedere hinter sich haben) mit Ihrer Schwester gemeinsam zum von der DRV vorgeschlagenen GA zu gehen. Lassen Sie sich nicht rausschicken, sondern beharren Sie auf ein "Dabeisein" das kann nämlich enorme Auswirkungen haben. Grundsätzlich muss Ihre Schwester aber den vorgeschlagenen GA nehmen. Wenn Sie die Angaben, so wie Sie es oben beschrieben haben vielleicht nochmal der DRV mitteilen, dann könnte das sehr hilfreich sein. Gerade in Bezug auf ein Fachgutachten. Ich hoffe es wird alles gut und drücke Ihnen und Ihrer Schwester die Daumen für die Zukunft.

LG
Happy

p.s. auch wenn es schwerfällt, versuchen Sie neutral und unvoreingenommen zu diesem GA-Termin zu gehen. Gehen Sie nicht gleich in die "Abwehrhaltung", dass kann die Dinge schon von vornherein in einer Katastrophe enden lassen.

von
L

Das Wichtigste habe ich vergessen. Bereits im Vorfeld die Untersützung eines Fachanwaltes suchen. Der VKD-Berater war in meinem Falle nicht kompetent.
So hatte ich meinem Em-Rentenantrag 18-Seiten beigelegt (hat eine Angehörige für mich geschrieben) in dem ich u.a. ausführlich meine Einschränkungen im beruflichen sozialen und persönlichen Bereicht, die Entwicklung meiner Erkrankung und die wissenschalftl. Erkenntnisse zu diesem doch relativ selten und oft fehlgedeuteten Krankheitsbild.
Ich höre schon die "üblichen Verdächtigen" toben. Diese Anlage zur Rentenstellung habe ich meinem FA zur Durchsicht vorgelegt. Für weitere Fragen war er immer ansprechbar. (Auf Grund der Entfernung ausschl. per Fax, Mail und Telefon) Vorab habe ich einen Betrag von ca. 250,00 Euro bezahlt.
Alles Gute für Sie und Ihre Schwester
L

von
Rosanna

Hallo L,

klar, erst mal viel Geld ausgeben, wenn man den Rentenantrag stellt!!

Mit Ihren Aussagen, die sicherlich NICHT verallgemeinert werden können, verunsichern Sie den User Otto mehr, als dass Sie ihm helfen.

In der Regel (es gibt wirklich sehr wenige Ausnahmen!) hilft einem schon ein Sozialverband wie der VdK mit einem kleinen Unkostenbeitrag sehr gut weiter, WENN man unbedingt einen Rechtsbeistand haben will!

@Otto:

Ich empfehle Ihnen, die ganze Angelegenheit alleine mit Ihrer Schwester oder mit Hilfe eines Sozialverbandes in die Hand zu nehmen.

Bei der DRV beißt niemand... :-)) Ich kann´s schon nicht mehr hören, wie von vorneherein die Menschen verunsichert werden, wenn sie "NUR" einen Rentenantrag stellen wollen! Ich möchte nicht in Abrede stellen, dass manchmal wirklich alles schief läuft, aber man sollte nicht immer von sich auf andere schließen.

Im übrigen, liebe(r) L, habe ich schon "Fachanwälte" für Sozialversicherungsrecht kennengelernt, die von "allem" Ahnung hatten, nur nicht vom Sozialversicherungsrecht. Das Mandat haben sie natürlich angenommen, es bringt ja Geld! Wenn man sich schon einen Anwalt nimmt, erwartet man mehr, als nur an die Hand genommen zu werden. Was haben Sie denn Ihren Anwalt gefragt, was nicht auch die DRV hätte - kostenlos - beantworten können?

MfG Rosanna.

von
Rosanna

Wohlbemerkt, ich habe es im Moment von RentenANTRÄGEN, nicht von Widerspruchs- oder Klageverfahren. Dort ist mit Sicherheit ein Rechtsbeistand, welcher Art auch immer, hilfreich!

von
Lara

Liebe Rosanne,
meine erste Frage galt der Begleitperson bei Begutachtung. Diese Bitte wurde mir zunächst telefonisch versagt, bzw. in Abhängigkeit des Gutdünken des Gutachters gestellt.
Mein Anwalt gab mir wesentliche Hilfestellung in dieser Frage, aber auch in der Frage des Erhaltes meines Arbeitplatzes während des Bezuges der befristeten Em-Rente.
Weitere Fragen und Antworte behalte ich "fürsorglich" für mich.
P.S. Ich nehme Sie gerne in meine Liste der "üblichen Verdächtigen". Im Vorfeld hörte ich schon das "Toben", was Sie mir ja mit Ihrer Großschreibung bestätig haben.
Alternativ könnten Sie mit mehr "Wohlwollen" die Fragen von Usern beantworten, die mitunter an unseren sozialen Systemen verzweifeln.
FG
Lara
P.S. Humor ist, wenn man trotzdem lacht

von
Lara

Hallo,
sollte ich Sie mit meinen Angaben verunsichern, wie mir Userin Rosanna zu bedenken gibt, bitte ich um Enschuldigung.
Alternativ würde ich mich freuen, Ihnen mit meinen Angaben geholfen zu haben.
FG
Lara

von
Frank Morris

Ich könnte jetzt den Usern dieses Forum hier, noch mindestens ca. 20 Beispiele
( die der Wahrheit entsprechen und von mir auch belegt werden können ! ) und die mich persönlich oder Mitpatienten betrafen oder auch noch aktuell betreffen ,niederschreiben.

Nur noch 1 Beispiel zum Thema Gutachter Ablehnung möchte ich hier nennen ,damit man mal sieht was bei der RV alles so möglich ist und wo man sich fragt,
was sind dort - teilweise ! -
bloss für Leute beschätigt :

Ein Mitpatient bekam eine gutachterliche " Einladung "
der RV zu einem Arzt, der hier im Ort bekannt ist, für seine menschlich fragwürdigen Untersuchungsmethoden,
für seine medizinische inkompetetenz und vor allem für seine überaus positive Leistungsbeurteilung von schwerst Erkrankten und vor allem bei sozialmedizinischen Begutachtungen !.
Von dem Schock des Kollegen als er den Bescheid bekam, gerade zu DIESEM Arzt zu müssen ( jeder andere wäre ihm recht gewesen ! ) will ich hier gar nicht reden - ( er musste in unserer Klinik psychiatrisch notfallmässig danach behandelt werden)

Er hat dann all seinen Restmut ein paar Tage später zusammengenommen und bei der RV angerufen und
dem Sachbearbeiter einfach folgendes gesagt :

" Da ist aber wohl ein Fehler passiert, das ich zu dem Dr. xxx zur Begutachtung muß, den bei dem von Ihnen benannten Gutachter bin ich doch schon mal in Behandlung gewesen ( was natürlich nicht der Wahrheit entsprach - eine Notlüge quasi ! )

Darauf sagte der Sachbearbeite der RV gleich am telefon :

Oh. gut das Sie das sagen,
dann suche ich sofort einen anderen Gutachter
raus und sie bekommen Bescheid ( nach 2 Tagen hatte er den Namen des neuen Gutachters )
Und bitte schreiben sie nichts mehr. sonst bekomme ICH Ärger da ich Ihnen einen Arzt benannt habe, bei dem Sie schon mal waren.... "

Ja , liebe Freunde was sagt uns das ??

Also so einfach kann es sein einen anderen Gutachter zu bekommen.

Man sagt einfach da war ich schon mal, niemand seitens der RV prüft das ( obwohl ja alle behandelnden Ärzte
im Antrag angegeben werden ) und schwups hat man einen neuen Gutachter
und damit zumindest die Chance das dieserneutraler beurteilt.

Und wie hier schon mehrfach erwähnt wurde, aber scheinbar seitens der RV überhaupt nicht ansatzweise verstanden wird oder besser gesagt verstanden werden will :

NEUTRALITÄT
UNVOREINGENOMMENHEIT
MEDIZINISCHE FACHKENNTNISSE
MENSCHENWÜRDIGE BEHANDLUNG

Das ist alles. mehr wird nicht gefordert.

Es wird Zeit das dieser Begutachtungs " Sumpf " so möchte ich es einmal nennen, von einer externen,
neutralen Stelle geprüft und hier gewisse " Seilschaften " trocken gelegt wird.

So jedenfalls wie das Verfahren oder besser die Verschaukelung der Rentenantragsteller hier -
TEILWEISE - bei diesen Begutachtungen vonstatten geht , ist in unserer Gesellschaft eine Schande und wiederspricht jeglicher Ethik und Moral.

Schönen Wochenende.

von
Rosanna

Liebe Lara,

Ihr Beitrag bestätigt mir wieder, dass es sich nicht gerade um den Regelfall handelt. Dass Sie so viele Schwierigkeiten hatten, bedauere ich wirklich. Aber ich habe schon öfters die Erfahrung (in der DRV) gemacht, dass die ärztl. Gutachter absolut nichts dagegen einzuwenden hatten, wenn bei der Untersuchung eine Begleitperson dabei war!

Und die Frage des Erhaltens des Arbeitsplatzes bei einer befristeten Rente ist doch auch erst dann relevant, wenn eine solche gezahlt wird (werden soll), oder nicht? Wenn der Bewilligungsbescheid vorliegt, ist ja absolut nichts dagegen einzuwenden, sich anderweitig kundig zu machen. In diesem Fall sogar am besten bei einem Fachanwalt für Arbeitsrecht.

Ich weiß nicht, weshalb Sie mich jetzt in die Liste der "üblichen Verdächtigen" einchließen wollen. Was bedeutet dies? Ich rede (schreibe) aus der Praxis, und die umfaßt mehr als nur einen "Fall". Und ist im Prinzip völlig wertneutral. "Getobt" habe ich auch nicht, sondern mit einer Großschreibung wird lediglich etwas "hervorgehoben, deutlicher gemacht".

Und nochmal: ich weiß auch, dass bei manchen VIELES schiefläuft! Aber deshalb nur alles pessimistisch zu sehen und so weiterzugeben, bringt rein gar nix.

Die Frage des Users Otto habe ich so beantwortet, nämlich wie er sich verhalten sollte und dass er sich (bzw. seine Schwester) erstmal nicht so viele unnötige Gedanken machen soll, wenn der Rentenantrag gestellt wird. Ist das wohlwollend? Keine Ahnung. Auf jeden Fall ehrlich gemeint.

Einen schönen Tag noch,
vG Rosanna.

von
Frank Morris

und wenn ich hier lese, das wenn mehrere Erkrankungen bestehen , für jedes Fachgebiet einzelne Gutachten von der RV in Auftrag gegeben werden ( was auch soweit o.k. ist und bei mir auch der Fall war ) und diese dann zusammen
vom Sozialmediziner im Hause der RV
abschließend beurteilt werden, dann kann ich in MEINEM Fall ganz klipp und klar sagen, das schon ein
Medizinstudent im 1. Semester
eine fachmedizinisch bessere
Beurteilung / Bewertung dieser Gutachten abgegeben hätte, als der für mich zuständige Sozialmediziner im Hause der RV.

Die einzelnen Gutachten bei mir, waren ( aus den bekannten Gründen) von der Ärzten seeeehr vorsichtig ( aber doch eindeutig positiv für mich formuliert ),
nur hat hat der Herr Sozialmediziner der RV
dies entweder fachlich nicht
einschätzen können ( was nicht gerade für seine ärztliche Kompetenz sprechen würde ! ) oder was ich mehr glaube , das er es nicht positiv einschätzen
w o l l t e.

Dies alles wäre im Klageverfahren ( was gottlob nicht mehr notwendig wurde )meinerseits bzw. durch meinen Anwalt zur Sprache gekommen und dieser Herr wäre dort hinzitiert worden um dem Richter und meinem Anwalt auf gezielte Fragen eindeutige Antworten ( die er nicht gehabt hätte... ) zu geben.

Ich finde es auch ein Unding das der Name des speziell für mich zuständigen Sozialmediziners im Hause der RV quasi wie ein Geheimnis gehütet wird und mir bis heute nicht bekannt gemacht wurde.

Nur vor dem SG wären dann Ross und Reiter namentlich benannt worden.

von
Realist

Aber werte "Lara", Ihre "kritischen Patientenmeinungen" stören mich doch nicht im Geringsten!

Sie übertreiben allerdings etwas mit Ihren wortgetreuen Gesetzes- und Brief-Zitaten.

(Ihren etwas weiter oben zitierten Brief hätte ich allerdings mit "hochachtungsvoll" geschlossen, anstatt mit "mit freundlichen Grüßen". Das passte besser zu dem unfreundlichen Ausrufungszeichen hinter der Anrede!)

Aber warum sollte man zu einem Behördenmitarbeiter, der einem (noch) gar nichts getan hat, freundlich sein?

von
KSC

wenn ich das alles lese, bin ich froh auf dem Land arbeiten zu dürfen, wo noch nicht alles überdreht ist und jeder jedem grundsätzlich nur Schlechtes unterstellt.

Ich arbeite jetzt seit 25 Jahren in der Rentenberatung und habe wirklich noch nie erlebt,

dass sich ein EM Rentenbewerber vor der Untersuchung per Internet über den "Arzt schlau gemacht hat" oder sogar per "Testbesuch" vorher als Patient sich bei diesem Arzt kundig gemacht hat, u.v.m.

Ich wäre im Gegenteil froh, wenn meine Rentenantragssteller sich mit nur halb so viel Energie im Vorfeld des Rentenantrages zusammen mit ihren Ärzten mit der Frage auseinandersetzen würden, wegen welcher Erkrankungen sie welche Arbeiten noch machen können.

Als Antwort auf die entsprechende Frage kommt vielfach ein einfaches "ich bin halt krank" oder "mir tut ja alles weh" und der Berater soll dann schauen das so gut wie möglich im Antrag unterzubringen.

Aber wenn anderswo die Erfahrungen ganz anders sind, dann wirds wohl so sein.

Ich kann das Problem, das hier in aller Breite behandelt wurde aus meiner täglichen Arbeitspraxis nicht als solches erkennen und denke, dass mal wieder ein Einzelfall hochgepuscht wird...aber wahrscheinlich bin ich nur zu blöd, oder zu obrigkeitsgläubig.

von
Sozialrechtler

Ihre Auskunft ist leider falsch. Die Träger der Rentenversicherung haben den Leistungsberechtigten nach § 14 SGB IX drei Gutachter in WEohnortnähe zu benennen.