von
C. Lange

Hallo,

mein Mann ist am 28.10.14 im Alter von 38 Jahren gestorben. Er war seit 1992 (ab Ausbildung) in ein und dem selben Betrieb voll beschäftigt. Laut den jährlichen Rentenmitteilungen hätte er jetzt, einen erarbeiteten Rentenanspruch von 363 €. (Erwerbsminderungsrentenanspruch ca. 780€) Ist daher davon auszugehen, dass unser Kind (4 Jahre alt) lediglich 36,00 € Halbwaisenrente bekommt?

Geheiratet haben wir 1999, da ich jedoch einen Bruttoverdienst von 3000€ habe ist vermutlich davon auszugehen, dass ich keine Witwenrente bekomme, liege ich in dieser Annahme richtig?

LG

von
Jonas

Hallo C. Lange,

Ihr Kind wird einen Rentenanspruch von ca. 78 Euro haben. Auch bei der Waisenrente gibt es eine Zurechnungszeit. Daher beträgt die Rente ca. 10 % der EM-Rente.

Sie selber werden voraussichtlich nach dem Sterbevierteljahr keine Witwenrente erhalten, da Ihr Einkommen zu hoch ist.

Sie haben zwar einen Anspruch, aber die Zahlung wird voraussichtlich ruhen.

Berechnung
3000 EUR Monatseinkommen
- 40 % (1.200 EUR) --> Pauschalabzug
=1.800 EUR

Freibetrag 01.07.2014 = 755,30 EUR

Ihr Einkommen übersteigt den Freibetrag damit um 1.044,70 EUR.

Von diesen 1.044,70 EUR werden 40% auf die W-Rente angerechnet (417,88 EUR).

Ein Zahlbetrag ergibt sich nach dem Sterbevierteljahr also dann, wenn die Witwenrente über 417,88 EUR beträgt.

Dies ist aufgrund Ihrer Angaben aber nicht sehr wahrscheinlich.

Wenn Sie das Sterbevierteljahr beantragen, erfolgt die Berechnung für die nachfolgende Zeit aber sowieso. Daher wird es keine Probleme geben.

MfG

Jonas

von
Matze72

Zitiert von: Jonas

Freibetrag 01.07.2014 = 755,30 EUR

Ergänzung:
Der Freibetrag erhöht sich für jedes waisenberechtigte Kind des Berechtigten um (derzeit) 160,22 EUR (West).

Das Ergebnis (=Nullzahlung) für die Berechnung ab dem 4 KM ist aber vermutlich das Selbe.

Experten-Antwort

Die Frage wurde abschließend beantwortet.

von
rosebud

Die Halbwaisenrente Ihres Kindes wird tatsächlich höher (als 78,- EUR) ausfallen, weil auch noch ein Zuschlag nach § 78 Sozialgesetzbuch (SGB) VI zu ermitteln ist. Die genaue Höhe läßt sich nur anhand des Versicherungsverlauf des Verstorbenen ermitteln. Bei versicherungspflichtiger Beschäftigung von 1992 bis 2014 können Sie zusätzlich mit mindestens 50,- EUR mtl. rechnen.

von
rosebud

Auch nach dem Sterbevierteljahr wird sich m. E. ein zahlbarer, wenn auch "kleiner", Anspruch auf Witwenrente ergeben.

Folgende Angaben wären hilfreich, um dies einschätzen zu können:

Welche beitragspflichtigen Einnahmen hatten Sie selbst in 2013 (mit Angaben vom ... bis ... und ... EUR aus "Meldung zur Sozialversicherung")?

Wo wohnen Sie (alte oder neue Bundesländer)?

von
macy-jane

Zitiert von: rosebud

Auch nach dem Sterbevierteljahr wird sich m. E. ein zahlbarer, wenn auch "kleiner", Anspruch auf Witwenrente ergeben.

Folgende Angaben wären hilfreich, um dies einschätzen zu können:

Welche beitragspflichtigen Einnahmen hatten Sie selbst in 2013 (mit Angaben vom ... bis ... und ... EUR aus "Meldung zur Sozialversicherung")?

Wo wohnen Sie (alte oder neue Bundesländer)?

Hallo Rosebud:

Jahresbrutto 2013 ca. 34000€
Steuern ça. 7000€
private Krankenversicherung ca. 2300€
verbeamtet
1 Kind , Alter 4 Jahre
geheiratet 1999
neue Bundesländer
geboren 1976

verstorbener Ehemann
geboren 1976
seit Ausbildung (1992) in ein und demselben Betrieb (ohne Unterbrechung, ausser Wehrdienst)
Jahresbrutto ca. 18000€

von
Kai-Uwe

Wie bereits in Ihrem anderen Beitrag erwähnt:

Stellen Sie bitte unbedingt einen Rentenantrag sowohl für sich selbst (Witwenrente) als auch für Ihr Kind (Waisenrente).

Über die abschließende Einkommensanrechnung wird mir das hier zu viel Hirnspinnerei. Das wird durch die Sachbearbeitung geklärt.

von
W*lfgang

Zitiert von: Kai-Uwe
Über die abschließende Einkommensanrechnung wird mir das hier zu viel Hirnspinnerei. Das wird durch die Sachbearbeitung geklärt.
Kai-Uwe,

das sind aber die Standard-Fragen, die auch Kunden auf der anderen Seite des Schreibtisches haben. Da nehmen Sie 'nen weißes Blatt Papier und skizzieren kurz den Ablauf/das 'grobe' Ergebnis ...und Sie haben wieder eine sehr zufriedene Kundin gewonnen, statt "Warten'se gefälligst 2 Monate ab, dann kriegen Sie den Bescheid, raus.". Und mit genau dem steht Sie dann wieder bei Ihnen auf der Matte, weil sie es nicht versteht/schnöde Vorabinformationen vorenthalten worden sind.

Eigentlich klärt man das sogar ungefragt, wenn man sich als Dienstleister sieht ...und hat dabei für sich im Auge: der nächste Beratungstermin dauert länger, als hier vorab 3-5 min. Zeit zu investieren! - oder wie lange braucht man, um Bruttoverdienst in Anrechnungsbetrag umzurechnen und mit zu erwartender Witwenrente gegenzurechnen und ein paar erklärende Sätze an die Frau zu bringen?

Gruß
w.
PS:"Über die abschließende Einkommensanrechnung wird mir das hier zu viel Hirnspinnerei. Das wird durch die Sachbearbeitung geklärt."
Öhm ...heißt das jetzt, die Antragsfuzzis sind Bregenfrei, weil das graue Oberstübchen bei der Sachbearbeitung abgegeben werden muss ;-)

von
rosebud

Jahresbrutto 2013: 34.000,00 EUR
abzgl. nur 27,5 % Pauschalabzug bei Beamten!
=24.650,00 EUR

geteilt durch 12 Monate: 2.054,17 EUR
abzgl. Freibeträge (Ost) i.H.v. 844,48 EUR
= 1.209,69 EUR

davon 40 %: 483,88 EUR Ruhensbetrag

zu erwartende Witwenrente vor Einkomensanrechung entspr. Ihrer Angaben:

780,00 EUR * 0,55 RAF = 429,00 EUR

Die Witwenrente wird nicht zur Zahlung kommen, weil der Ruhensbetrag > 429,00 EUR!

von
macy-jane

Zitiert von: rosebud

Jahresbrutto 2013: 34.000,00 EUR
abzgl. nur 27,5 % Pauschalabzug bei Beamten!
=24.650,00 EUR

geteilt durch 12 Monate: 2.054,17 EUR
abzgl. Freibeträge (Ost) i.H.v. 844,48 EUR
= 1.209,69 EUR

davon 40 %: 483,88 EUR Ruhensbetrag

zu erwartende Witwenrente vor Einkomensanrechung entspr. Ihrer Angaben:

780,00 EUR * 0,55 RAF = 429,00 EUR

Die Witwenrente wird nicht zur Zahlung kommen, weil der Ruhensbetrag > 429,00 EUR!

Hallo Rosebud,

Sie erklären das wirklich toll, ganz lieben Dank dafür.