von
Gast3

Hallo,

ein etwas komplizierter Fall.

Eine Ehepaar hatt einen Adoptionsantrag gestellt.

Der Ehemann verstarb.

Die Witwe bekommt vom Jugendamt nach dem Versterben des Ehemannes ein Kind vermittelt, welches sie dann auch als alleinerziehende adoptiert.

Das Kind hat also noch nicht zu Lebzeiten des Ehemannes im Haushalt gelebt, sondern erst danach.

Hat das adoptierte Kind der Witwe einen Anspruch auf Halbwaisenrente? Spontan tendiere ich zu nein, da das Kind erst nach dem Tod vom Ehemann von der Witwe adoptiert wurde.

von
???

Für eine Waisenrente muss es sich um ein Kind des Verstorbenen im Sinne des Gesetztes handeln. Eine durchgeführte Adoption ist da nicht nötig. Wenn es sich aber nicht um ein Kind im herkömmlichen Sinn (leiblich/bereits adoptiert) handelt, ist eine Haushaltsaufnahme und ein familienhaftes Band für eine Waisenrente Voraussetzung. Da nach Ihrer Schilderung es keine persönliche Beziehung zwischen Kind und Verstorbenen gab, besteht auch kein Anspruch auf Waisenrente.

Anders sieht es bei der Witwe aus: Soweit bisher nur eine kleine Witwenrente bezogen wurde, kann nun die große Witwenrente und ein erhöhter Einkommensfreibetrag beansprucht werden.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Gast3,

auch ich meine nein. Der Anspruch auf Waisenrente setzt grundsätzlich das Bestehen eines familienrechtlichen Verhältnisses zwischen dem Kind und dem (verstorbenen) Versicherten voraus. Für den Anspruch auf Waisenrente sind daher die familienrechtlichen Beziehungen des Kindes zum verstorbenen Versicherten zum Zeitpunkt des Todes maßgebend. Bei einer Adoption ist der Beginn des Annahmeverhältnisses der Zeitpunkt, zu dem der Beschluss des zuständigen Familiengerichts über die Annahme als Kind wirksam wird (§ 1752 BGB). Der Beschluss wird wirksam mit der Zustellung an den Annehmenden (§ 197 Abs. 2 FamFG).

Im Übrigen verweise ich auch auf die Antwort von „???“.