von
grit

Hi,
folgendes Problem:
Mein Mann ist vor kurzen verstorben. Er war Deutscher Staatsbuerger und lebte mit mir in Suedafrika. Ich hab die Suedafrikanische Staatsbuergerschaft. Kann ich fuer unser gemeinsamens Kind in Deutschland Halbwaisenrente beantragen

von
Markus

Hallo,

grundsätzlich schon, falls der Verstorbene die 60 monatige Wartezeit (allgemeine Wartezeit) erfüllt hatte.

Bei der Rentenhöhe könnte sich eine Minderung ergeben, falls das Kind nicht die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Ansonsten gelten die üblichen Voraussetzungen (vor 18. Lebensjahr oder in Ausbildung) für die Waise wie in Deutschland.

MfG Markus

von
Schade

ergänzend zu Markus noch der Hinweis, dass für Sie unter Umständen auch eine Witwenrente möglich wäre.

Die Anspruchsvoraussetzungen müssen natürlich noch näher geprüft werden.

Experten-Antwort

Hallo Grit!
Bezüglich Ihrer Frage zur Beantragung der Halbwaisenrente für Ihren Sohn möchte ich zur Antwort vom Markus nur noch etwas beifügen. Ihre Fragestellung lässt vermuten, dass Sie bis zum Tod des Versicherten mit ihm rechtsgültig verheiratet waren und inzwischen nicht wiedergeheiratet haben. Gegebenenfalls besteht ein Rentenanspruch auch für Sie selbst, da Ihr Wohnsitz/Wohnsitz Ihres Sohnes im Ausland den Rentenanspruch in der deutschen Rentenversicherung grundsätzlich nicht ausschließt. Aufgrund dessen raten wir Ihnen die Halbwaisen- und die Witwenrente innerhalb der 12 Kalendermonaten nach dem Tod des Versicherten zu beantragen.
Um Rentenanspruch auf die Witwen- und Waisenrente zu erwerben, müssen Sie und Ihr Sohn versicherungsrechtliche (60 Kal.mo. Beitragszeiten) und persönliche Voraussetzungen erfüllen. Die Rentenantragstellung kann an der Deutschen Botschaft in Südafrika erfolgen. Allerdings um unnötige Verzögerungen im Rentenverfahren zu vermeiden, raten wir Ihnen, sich vorab zu informieren, wo Ihr verstorbener Ehegatte zuletzt seine Beiträge zur deutschen Rentenversicherung gezahlt hat. Als Anhaltspunkt für die Nachforschung kann der letzte Wohnsitz Ihres Ehegatten in Deutschland dienen. Für die Bearbeitung des Rentenantrages ist der Rentenversicherungsträger zuständig, bei dem das Versicherungskonto Ihres Ehegatten sich aktuell im Bestand befindet, denn die Deutsche Rentenversicherung kein Sozialversicherungsabkommen mit Südafrika hat. Ausnahme gilt für Versicherungskonten mit mindestens einem Beiträge zur Knappschaft - Bahn - See.

von
Tanja

hallo,
ich erhalte momentan Halbwaisenrente. Folgendes Problem:
ich habe vor, nach meinem Grundstudium zur Fremsaprachenassistentin ins Ausland zu gehen. Da ich mir nicht sicher bin, ob ich die Kosten für die Universität im Ausland aufbringen kann, habe ich mir überlegt eigenhändig im ausland ein Praktikum zu absolvieren. Meine Frage ist jetzt: Bin ich trotzdem noch berechtigt Halbwaisenrente zu erhalten, wenn dieses Praktikum zwar nicht im Rahmen meiner schulischen Ausbildung ist, sonder im Interesse meiner persönlichen Berufsweiterbildung?

Vielen Dank für eine Antwort

Gruß

Tanja

Experten-Antwort

Hallo, Tanja,

Berufsausbildung im Sinne des § 48 SGB VI kann jedoch bis zur Dauer von 12 Monaten je Fremdsprache auch vorliegen, wenn sich die Waise nicht in einem tatsächlichen ausländischen Ausbildungsverhältnis befindet, sondern der Auslandsaufenthalt der Verbesserung der Sprachkenntnisse dient.

Voraussetzung für die Anerkennung als Ausbildung ist in diesen Fällen,
- dass ein Beruf angestrebt wird, dessen Ausübung umfassende Kenntnisse fremder Sprachen erfordert, die außer durch theoretischen Sprachunterricht auch durch praktischen Gebrauch der Umgangssprache erworben werden müssen (z.B. Dolmetscher, Fremdsprachenlehrer oder Auslandskorrespondenten) und
- bei einem Aufenthalt von mehr als 6 Monaten auch theoretische Sprachausbildung stattfindet.

In Abhängigkeit von der Dauer des Aufenthalts werden unterschiedliche Anforderungen an die Intensität des Spracherwerbs gestellt:

Auslandsaufenthalt bis zu sechs Monaten
Die Zeit des Auslandsaufenthaltes zur Fremdsprachen-Ausbildung ist bis zur Dauer von sechs Monaten auch dann Berufsausbildung, wenn während des Auslandsaufenthaltes die Sprache nur praktisch geübt, von einer zusätzlichen theoretischen Ausbildung (z. B. durch den Besuch einer ausländischen Universität oder Sprachenschule) aber abgesehen wird.

Auslandsaufenthalt bis zu zwölf Monaten
Ein Auslandsaufenthalt zur Fremdsprachen-Ausbildung kann für jede einzelne Sprache bis zur Dauer von zwölf Monaten (beginnend mit der Vollendung des 18. Lebensjahres) als Berufsausbildung anerkannt werden, wenn neben der praktischen Übung der Sprache auch eine theoretische Ausbildung betrieben wird (z. B. Besuch einer ausländischen Universität oder Sprachenschule). Die theoretische Ausbildung im Ausland darf jedoch nicht so gering sein, dass sie praktisch bedeutungslos ist.

Die Teilnahme an dem berufsbezogenen Praktikum stellt dagegen keine Schul- oder Berufsausbildung im Sinne des § 48 Abs. 4 SGB VI dar.

Bevor Sie ins Ausland gehen, setzen Sie sich am besten rechtzeitig mit der Sachbearbeitung Ihres zuständigen Rentenversicherungsträgers in Verbindung, um u.a. notwendige Unterlagen zu erfragen.