von
esla

Hallo Forum! :-)

Eigentlich könnte ich mir die Antwort schon selbst geben. Trotzdem möchte ich hier noch mal nachfragen. Die Tochter meiner leider erst kürzlich verstorbenen Frau hat aus erster Ehe eine gerade 18-jährige Tochter. Da nicht mal ein Hauptschulabschluss vorhanden ist jobbt sie nebenbei (Hartz 4 bekommt sie ja auch). Sie möchte nun Halbwaisenrente beantragen und ich habe ihr auch die Sterbeurkunde ihrer Mutter geschickt. Ich habe mich aber selbst im Sozialgesetzbuch schlau gemacht und sehe da für sie kaum einen Weg, die Halbwaisenrente duchzubekommen, wenn sie nicht mal so langsam "in die Puschen" kommt und irgendetwas mit Ausbildung oder Praktikum in die Reihe kriegt.
Ich denke mal - sie wird keine Halbwaisenrente bewilligt bekommen, da sie über 18 ist und sich derzeit nicht in einem Aus- bzw. Weiterbildungsverhältnis befindet. Was meint ihr dazu?

von
Knappe

Sie haben sich die richtige Antwort schon selbst gegeben.
Nach §48 SGB VI besteht nach Vollendung des 18.Lebensjahres bis zur Vollendung des 27.Lebensjahres ein Anspruch auf Waisenrente nur bei Vorliegen von Schul- oder Berufsausbildung. Anerkannt wird auch ein freiwilliges soziales Jahr / ökologisches Jahr im Sinne des Gesetzes zur Förderung eines freiwilligen sozialen / ökologischen Jahres.

von
Schäuble, Mißfelder, Raffelhüschen, 50-plus-Münte u. andere Freunde der Rente mit 70

Das ALG II beziehende Mädel sollte ihren Fallmanager (FM) der Agentur für Arbeit gezielt daraufhin ansprechen, wenigstens eine der von “Knappe” angesprochenen berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen zu vermitteln. Dem FM kann man die Sache dann mit dem dann wieder auflebenden Anspruch auf Gewährung von Halbwaisenrente schmackhaft machen.

Beiden Seiten wäre geholfen. Der FM hätte einen Fall in der Vermittlung weniger, außerdem könnte die Sozialleistung gekürzt werden. Das Mädel hätte mit Gehalt, Halbwaisenrente und ggf. ergänzenden Transferleistungen mehr als vorher in der Tasche.

http://www.bmas.bund.de/BMAS/Navigation/Arbeitsmarkt/Beratung-und-Vermittlung/jugendliche.html

von Experte/in Experten-Antwort

Den Ausführungen ist hinzuzufügen, dass die Gründe für eine Weitergewährung des Waisenrentenanspruchs über das 18. Lebensjahr hinaus, auch dann vorliegen, wenn die Waise wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung außerstande ist, sich selbst zu unterhalten.

Die darüber hinaus vorgebrachten Gründe, sind zutreffend. Die Waise sollte sich deshalb darum bemühen, entweder ein Ausbidlungsverhältnis aufzunehmen oder ein freiwilliges soziales oder ökologisches jahr zu absolvieren - wenn an einem Anspruch für Zeiten nach dem 18. Lebensjahr Interesse besteht.

MfG