von
John W.

Grüsst Euch,
folgende Problematik:
Habe heute Post bekommen und bin ab sofort nicht mehr ALG I sondern jetzt unbefristet voll erwerbsgemindert verrentet worden.
Statt 1.950,00€ Netto ALG I bekomme ich jetzt nur noch 1.525,00€ Brutto Rente.
Da möchte ich mal spontan Grönemeyer zitieren und hiermal in die Runde fragen:
"Was soll das?"
Hoffe auf Antworten und Hilfe!
Gruss
John W. (Neu-Allermöhe West)

von
Vorsicht

Vergleiche nie Äpfel mit Birnen!

Zwei unterschiedliche Berechnungen und Grundlagen für die Berechnung! Beim ALG I kommts auf den Bruttoverdienst davor an, bei der Rente aufs ganze Versicherungsleben!

Das können Sie gern vergleichen, dürfen sich auch ärgern, ändert aber nichts!

von Experte/in Experten-Antwort

Leider erfolgt die Festsetzung der jeweiligen Leistung nach unterschiedlich gesetzlich geregelten Grundsätzen - mit der Folge, dass die unterschiedlichen Leistungen ggfs. auch in der Höhe voneinander abweichen.

von
hinten wie von vorne

Nunja, das ist eine etwas knapp formulierte Frage, daher kann die Antwort auch nur sehr allgemein gehalten werden:

Die Rente werden sie beantragt haben, sonst würden Sie sie nicht erhalten. Die Antwort, wie sich die Rente sowie zuvor das Arbeitslosengeld berechnen, liefern die jeweiligen Bewilligungsbescheide, die sich wiederum an den ihnen zugrunde liegenden Anspruchsgrundlagen (gesetzlichen Vorgaben) orientieren. Da können Sie die jeweiligen Leistungshöhen nachvollziehen. Eine stark vereinfachte Aussage zur Rentenhöhe: stimmt der mitgelieferte Versicherungsverlauf hinsichtlich der Zeiten und Entgelthöhen, stimmt auch die Rentenhöhe (daher können Sie diese relativ einfach selbst überprüfen!). Warum und wann die Zahlung des Arbeitslosengeldes endet, beantwortet der Aufhebungsbescheid der Agentur für Arbeit.

von
KSC

Haben Sie in den letzten 10 Jahren nie eine Renteninformation bekommen und die auch gelesen?

Haben Sie sich bevor Sie die Rente beantragt haben nie über die Rentenhöhe Gedanken gemacht?

Unglaublich nun überrascht zu tun.......

von
W*lfgang

Hallo John W.,

ich würde sagen, alles bestens gelaufen, denn

> und bin ab sofort nicht mehr ALG I sondern jetzt unbefristet voll erwerbsgemindert verrentet worden.

dafür muss es schon einen wichtigen/med. Vorfall gegeben haben, dass die EM-Rente unbefristet bewilligt worden ist?! Wenn nicht sogar Nahtlosigkeitsregelung und ein gescheiter LTA-Antrag nach Aufforderung der AfA voran ging.

Wie lange wollten Sie denn bei ALG1-Bezug noch warten, bis Sie den EM-Antrag stellen ...1 Monat vor Auslaufen, um auch ja bis zum letzten Tag das höhere ALG zu erhalten - und dann, ALG 2, die nächsten Monate bis zur Entscheidung? Da der Ausgang eines EM-Verfahrens meist völlig ungewiss ist (es sei denn, Sie standen schon mit 'ner Münze unter der Zunge beim Fährmann an der Kasse), kalkuliert man eine mind. 6-monatige Bearbeitungsdauer ein, wenn schon im ersten Anlauf alles 'glatt' geht - um wenigstens in dieser Zeit noch finanziell durch das ALG abgesichert zu sein.

Und dass man von der Höhe der aktuellen EM-Rente überrascht ist - nun, hätten's mal nicht mit Grönemeyer gehalten: "Männer sind furchtbar schlau" - was mit ;-) vertont wurde *g

Gruß
w.

von
John W.

Hallo Allerseits,
ich möchte mich nochmal zu Wort melden.
Bis vor einem Jahr hatte ich als angestellter Dipl.-Ing. ein Einkommen von 3.300,00€ Netto. Ich habe 30 Jahre nonstop in die Rentenversicherung eingezahlt.
Nach Krankheit und einigen Monaten ALG I und Krankengeld (finanziell wie ALG I) hat meine Krankenversicherung mir geraten einen Rentenantrag zu stellen.
Dieser Antrag wurde von einer Abteilung der KV
freundlich und kompetent ausgefüllt, ich brauchte nur zum Unterschreiben vorbei kommen.
Jetzt erhalte ich als Rentner nur ca. 40% meiner ursprünglichen Einkünfte (alles Netto).
Also Nochmal: "Was soll das?"

von
???

Ein Netto-Einkommen von 3300,-€ klingt verdächtig danach, das Sie brutto regelmäßig über der Beitragsbemessungsgrenze verdient haben. Dann wird die Rente natürlich nur aus dem Einkommen gezahlt, für das Sie auch Beiträge entrichtet haben.

Sehen Sie Ihren Versicherungsverlauf durch, ob alle Zeiten gespeichert sind und die Entgelte stimmen. Zeiten, für die Sie 2 Entgeltpunkte angerechnet bekommen, stimmen zwangläufig, weil mehr geht nicht.

Ihre Verärgerung über die "überraschend" niedrige Rente kann ich wie meine Vorredner auch nicht nachvollziehen. Über Begriffe Rentenlücke, private Altersvorsorge usw. wird regelmäßig in den Medien berichtet. Haben Sie gedacht, das betrifft Sie nicht? Ein Blick in Ihre Renteninformationen wäre da wohl sinnvoll gewesen.

von
John W.

Ich bin das Gegenteil von überrascht.
Ich frage:
"Was soll das?"
Wie kann es sein, dass man nach Abitur, Studium, Praktikum und 30 Jahren Arbeitsleben eine Netto Rente wegen Berufsunfähigkeit in Höhe von 1.350,00€ erhält?

von
???

Da stellt sich die Frage, was bekommen Sie nun eigentlich: eine Rente wegen voller Erwerbsminderung (Posting vom 29.) oder eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wegen Berufsunfähigkeit (letztes Posting)? Das ist nämlich ein großer Unterschied.

von
John W.

Zitiert von: ???

Da stellt sich die Frage, was bekommen Sie nun eigentlich: eine Rente wegen voller Erwerbsminderung (Posting vom 29.) oder eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung wegen Berufsunfähigkeit (letztes Posting)? Das ist nämlich ein großer Unterschied.

Dreimal dürfen Sie raten.
Passend zu Ihrem Pseudonym.
Im Ernst: Ich erhalte die volle, unbefristete EM-Rente.

von
Emma

John W., seien mir nicht böse, aber wenn ich mir Ihre Postings so durchlese, fällt mir dazu nur eine Antwort ein:

Weil der Gesetzgeber die Berechnung der Rente im SGB VI so festgelegt hat.

Was erwarten Sie denn eigentlich für eine Antwort?!?

Und wenn Sie nun die Rente als derzeit alleiniges Einkommen haben, dann tut es mir sehr leid. Denn wenn Sie bei einem Einkommen von 3.300 Euro netto keine Vorsorge betrieben haben, dann ist das nicht das Verschulden der Rentenversicherung!

von
Schorsch

Zitiert von: Emma

Denn wenn Sie bei einem Einkommen von 3.300 Euro netto keine Vorsorge betrieben haben, dann ist das nicht das Verschulden der Rentenversicherung!

Er kann sich aber immer noch ein paar Lose von der NKL-Rentenlotterie kaufen und mit "etwas Glück" 3000 Euro monatliche Zusatzrente gewinnen. ;-)

Bereits in den siebziger Jahren wurde ich von klugen Leuten vor drohenden Versorgungslücken im Alter gewarnt und begann daher schon in meiner Lehrzeit (zähneknirschend) mit meiner privaten Altersvorsorge, worüber ich heute sehr froh bin.

Aber ein "hochgescheiter Dipl.-Ing." hat sich nie mit seiner Altersversorgung beschäftigt?

Hochschulausbildung ist wohl doch nicht anspruchsvoller als Hauptschule. ;-)

von
W*lfgang

Zitiert von: John W.
Jetzt erhalte ich als Rentner nur ca. 40% meiner ursprünglichen Einkünfte (alles Netto). Also Nochmal: "Was soll das?"
John W.,

ja, die Höhe der Rente stimmt pi*Daumen, ohne Ihre Verdienste genau zu kennen - ABER, das stand auch schon auf der Renteninformation, die Sie seit etwa 14 Jahren bekommen, insofern keine Überraschung.

Wie ich vermutet habe

> Nach Krankheit und einigen Monaten ALG I und Krankengeld (finanziell wie ALG I) hat meine Krankenversicherung mir geraten einen Rentenantrag zu stellen. Dieser Antrag wurde von einer Abteilung der KV freundlich und kompetent ausgefüllt, ich brauchte nur zum Unterschreiben vorbei kommen.

lag dem Antrag eine gewichtige med. Ursache zugrunde - und das die KK Ihnen so 'selbstlos' geholfen hat ...Ehrensache, die wollen nur ganz schnell vom Krankengeld weg. Hätte aber nichts am Ergebnis geändert: ohne Erwerbsfähigkeit bleibt nur der Gang in die Rente.

Über 'Altersvorsorge' sag ich jetzt mal nichts, das bleibt jedem selbst überlassen, da können Sie die Vergangenheit nicht aufrollen. Daher, sofern Sie noch in der Lage sind, im Rahmen Ihrer alten Tätigkeit ein wenig leistungsfähig zu sein - versuchen Sie einen Minijob zur finanziellen Aufbesserung.

Good Luck für Sie weiterhin, auch wenn es 'Scheiße' gelaufen ist.

Gruß
w.

von
John W.

Vielen Dank, insbesondere W*lfgang, für Ihre Antworten und Stellungnahmen.

von
Herz1952

Hallo John W.

ich habe mich kürzlich auch gewundert, als ich meine EM-Rente (voll) mit der Rente eines Klassenkameraden verglich. Ich lag gerade mal ca 200 Euro brutto drunter.

Er hat zwar mit 60 aufgehört zu arbeiten, aber ein Mathe-Studium hinter sich und einen "höheren" Verdienst als Informatiker bei einer Bank in Ffm. Zuletzt so 100.000 Euro brutto.

Der wesentliche Unterschied lag in der Länge der (angerechneten) Arbeitszeit. Ihm "fehlten" durch sein Studium so ca 10 Jahre.

Er hat allerdings vorgesorgt (Sie hoffentlich auch), so dass er sich mit 60 "in Rente" leisten konnte.

Gewundert hab ich mich aber auch erst einmal, dass die Brutto-Differenz nicht viel höher war. Ich lag zuletzt auch unter der BGG zu KV.

Genau genommen, habe ich eine Netto-Rente von ca. 45 % des letzten Nettoeinkommens.

von
Anni M.

Genau viele denken immer noch Studium bringt immer mehr Rente. Unsere Tochter hat mit 27 J. einen guten Job, gegenüber mir fehlen ihr gleich schon mehr als 10 Beitragsjahre. Wenn ich ihren Jahresbrutto hoch rechne bekommt sie später auch keine tolle hohe Rente. Mein Neffe ist Lehrer erst mit 30 J. geworden, braucht sich über seine Pension später keine Sorgen machen. Alle die nach dem Studium keine Beamten werden oder einen Job im öffentl. Dienst, haben später auch nicht das gelbe vom Ei. Gute Jobs gibt es auch heute noch nur durch Vitamin B. Wir sind in keinem guten Golfclub usw. dort werden die Fäden gezogen. Stellen werden ausgeschrieben, jeder kann sich vorher denken wer den Job bekommt. Wer hier bei der Stadt eingestellt wird, warum kann dann jeder zurück verfolgen, alles peinlich, oder auch traurig , daran wird sich nichts ändern.