von
zwilling

Hallo,
ich habe von meinem früheren Arbeitgeber am 01.04.08 eine Abfindungsrate bekommen und dafür eine normale Gehaltsabrechnung mit entspr. Steuerabzug erhalten. Jetzt bekomme ich rückwirkend eine Betriebsrente, d.h. die Abrechnung per 01.04.08 wurde neu erstellt mit Nachzahlung der Betriebsrente. Die Zahlung von brutto EUR 1500,00 bewirkte in der neuen Gehaltsabrechnung eine Lohnsteuererhöhung von sage und schreibe EUR 3500,00, so daß jetzt ein Minusbetrag von über EUR 2000,00 zu buche steht. Wie ist so etwas möglich? Bevor jetzt hier alle auf die Barrikaden gehen, daß dies kein Thema für dieses Forum ist, ich habe die Abrechnung bereits bei meinem früheren Arbeitgeber reklamiert und hoffe, daß dies ein Fehler im Programm ist. Also wollte nur sagen, da freut man sich auf eine Rente und dann oh Schock, ich muß ja noch Geld bringen! Weitere Erkenntnis: der Fiskus lauert immer und überall.
Grüße

von
Schiko.,

Solche behauptungen sind ja hier nicht fremd, gar manche
derartige ausführungen haben sich bei genaueren hinsehen
schon oft als seifenblase herausgestellt.
Ihrer schilderung ist nicht einleuchtend und nachvoll-
ziehbar.
Es ist nun mal aufgabe des staates steuern einzunehmen
um auch für notwendige ausgaben geld zu haben. Ob es
dabei immer gerecht zugeht sei dahingestellt.

Sie verweisen zwar auf wesentlich höhere steuern durch
abfindungsbeträge und nachzahlung der betriebsrente,
nennen aber hierfür keine beträge, dies ist nicht korrekt.

Da tauchen doch wirklich viele fragen auf , wie:
Wann? und für welches monat erhielten sie letztmals lohn/
gehalt und in welcher höhe ?

Wie hoch war die abfindung und wann wurde diese mit
welchen anderen beträgen verrechnet?

Ab melchem monat wurde rückwirkend die betriebsrente
und in welcher höhe monatlich verrechnet?

In der regel ergeben sich bei solchen transaktionen am
jahresende noch steuererstattung bei einreichung der
steuererklärung, auch dies sollten sie bedenken.

Natürlich, sie brauchen keine weiteren angaben zu machen,
diese könnten ja auch licht in das dunkel ihrer aussagen
bringen.
Beachten sie bitte diese darlegungen von mir nicht persönlich,
wir kennen uns ja auch nicht.
Betrachte ich aber die falschaussgaben von politikern und
fernseh moderatoren/innen in den letzten wochen, kann ich
einfach zu soviel falschem nicht mehr schweigen.

Werde deshalb, noch mehr als bisher, -auch hier- meine meinung kund-
tun.

Mit freundlichen Grüßen.

von
zwilling

Hallo Schiko,
daß wir uns nicht mißverstehen, selbstverständlich werde ich wie die vergangenen 45 Jahre treu und brav meine Steuern zahlen und auch den vollen KV-Beitrag auf meine Betriebsrente, darum geht es auch nicht, so ist nun mal die aktuelle Gesetzeslage.
Aber, die folgenden Gehaltsabrechnungen machten mich einfach stutzig
(Normales Gehalt habe ich in 2008 nicht mehr bekommen).
1. Abrechnung (ohne Betriebsrente):
Abfindung 40305,00 (steuerl. Brutto), abzügl. Lohnst. 4.370,00, Soli 240,35, Ki-St. 349,60, netto 35.345,05 bei Lohnst.-Klasse 3.
2. Abrechnung (gleicher Monat mit Betriebsrente):
Abfindung 40.305,00 + Betriebsrente 1.638,24 = brutto 41.943,24, Steuer-brutto = 41.570,91, abzügl. jetzt Lohnst. 7.540,00, Soli 414,70, Ki-St. 603,20 ergibt netto 33.385,34 (Gleiche St.-Klasse). Sie sehen doch hieraus selbst, was die Zahlung der Betriebsrente bewirkt hat. Dies ist so auf den ersten Blick für mich nicht verständlich.
Grüße

Experten-Antwort

Hallo Zwilling,

eine Beantwortung der Anfrage ist uns nicht möglich.
Nachdem Sie die Lohnabrechnung bei Ihrem Arbeitgeber reklamiert haben, wird dieser Ihnen das Ergebnis seiner Recherchen in Kürze mitteilen. Wie Sie schon richtig angemerkt haben, befasst sich dieses Forum der Deutschen Rentenversicherung mit Fragen "Rund um die Rente". Expertenrat in Steuerfragen erteilen die zuständigen Finanzämter ,Steuerberater und Lohnsteuerhilfevereine.

von
Schiko.,

Herzlichen dank für die an mich gedachte vernüftige
erwiderung. Freue mich für sie über ihre relativ
hohe betriebsrente von 1638,24, hinzu kommt ja
wahrscheinlich auch noch die gesetzliche rente.
Vermeide weitere einzelheiten , meine aber hier
hat der lohnrechner die steuerliche gesetzeslage
nicht richtig angewandt.

Dies wird automatisch durch die einkommen-
steuerklärung für das jahr 2008 legalisiert.

Im dargelegten beispiel wären dies nur auf die
steuer bezogen für den betrag von 1.638, 24
ein grenzsteuersatz von 193,50% , den gibt
es nicht.
Oberflächlich nur ein vergleichsbeispiel:

Bei 40.305 E. zu verst.Eink. 5781 steuer,

Bei 41.943 E. zu verst.Eink. 6237 steuer,
somit ein grenzsteuersatz 27,84%.
Wollte sie auch nicht kritisieren, sondern
beruhigen.

Mit freundlichen Grüßen.

von
zwilling

Hallo Schiko,
danke für Ihre Antwort.
Zu der relativ hohen Betriebsrente ist zu sagen, daß ich seit meinem 17. Lebensjahr die hälftigen Beiträge zu dieser Rente selbst aus meinem Einkommen bezahlt habe. Dies war vor so vielen Jahren noch nicht allgemein so üblich und das Thema Altersvorsorge damals auch nicht sehr aktuell, zumal die normalen Renten ja jährlich hohe Steigerungsraten hatten. Jedenfalls haben diese Beiträge natürlich auch meine laufenden Einkünfte geschmälert. Heute bin ich jedoch froh, daß ich es gemacht habe, da ich glaube, daß ansonsten das hierfür aufgewendete Geld irgendwie auch nicht mehr da wäre.
Ärgere mich jetzt aber doch über die offensichtlich falsche Gehaltsabrechnung meines Arbeitgebers, da ich dadurch bis zur nächsten EKSt.-Erklärung für das Jahr 2008 quasi ein zinsloses Darlehen geben muß.
Viele Grüße