von
N.Peter

Hallo liebes Forum: Nach einer Scheidung im Streit wegen eines Seitensprungs blieb unsere eheliche Tochter bei meiner Exfrau. Durch Wohnortwechsel, einem Amtsfehler und der Verschleierungstaktik der Familie meiner Exfrau
ebekam ich tragischerweise erst Jahre später mit, das ihr ein paar Monate nach ihrer Scheidung das Sorgerecht entzogen worden war und zu meiner Exschwiegermutter
gegeben wurde, obwohl ich immer rechtmäßig Alleinerziehend war. Dies wurde mir jetzt 10 Jahre später nachträglich vom Gericht bestätigt. (Kurioser weise zahle ich dieses Jahr noch die letzten Raten bei der Unterhaltsvorschusskasse ab) Wie sieht es in meinem Einzelfall mit den Rentenzeiten aus? Bin ich dann der erste Alleinerziehende der keine Rentenzeiten bekommt?

von
-/-

Off-Topic: Wieso versteht das eigentlich keiner, daß solche komplexen Einzelfälle hier nicht geklärt werden können?

Gegenfragen: Wurde bereits ein enstprechender Antrag gestellt und abgelehht oder geht es um Fragen im Vorfeld zum Antrag? Wie alt war die Tochter überhaupt im betreffenden Zeitraum? Welche Zeiten sind bei Ex-Frau und deren Mutter anerkannt?

Vorschlag: Greifen Sie am Montag zum Telefon und vereinbaren Sie einen Termin (mind, 1 Stunde) bei der nächsten Beratungsstelle.

von
-/-

Fortsetzung: Am Telefon dann auch klären, welche Unterlagen (Urkunden, Urteile, ...) mitgbracht werden sollen.

von
KSC

Das Kind müsste schon bei Ihnen gelebt haben, wenn Sie Erziehungszeiten wollen.....

Wenn das Kind erst bei der Frau war und dann zur Exschwiegermutter gegeben wurde, und Sie von allem erst 10 Jahre später was mitgekriegt haben, hat das Kind kaum bei Ihnen gelebt. Und wenn das so ist, haben Sie es nicht erzogen und dann können Sie auch Kindererziehungszeiten nicht bekommen....ob dann die Zeiten bei der Exfrau oder bei sonstwem anerkannt werden, kann Ihnen völlig gleichgültig sein.
Und dann wären auch die angeblichen "Amtsfehler und Verschleierungstaktiken" vollkommen unwichtig für die Entscheidung der DRV, dass Sie die Zeit nicht bekommen können.

von
N.Peter

Danke für die Antworten. Es ist mir klar das die ganze Sache auf Grund der Komplexität hier nicht vollständig geklärt werden kann, aber mein Arbeitsspeicher ist mit den Informationen der privaten Vorsorge schon randvoll und mein Fachwissen über das Rentenrecht gering, deswegen bin ich sehr froh ihre Meinungen zu hören um eine Richtung für die nächste Vorgehensweise zu haben.

Meine Tochter war 26 Monate bei der Scheidung und mit 28 Monaten wurde sie vom Familiengericht zur Ex-Schwiegermutter gegeben (wo sie sich hauptsächlich seit der Trennung auch vorher schon aufhielt). Da dies eine gerichtliche Fehlentscheidung war, die jetzt 2012 widerrufen wurde, bin ich de facto ab dem 28. Lebensmonat Allein-Erziehend. Vorher war ich mit meiner Exfrau gemeinsam Erziehungsberechtigt.
Da die Ex-Schwiegermutter aber nun auch rückwirkend nicht mehr Erziehungsberechtigt ist, dazu noch Unterhaltszahlungen der Unterhaltsvorschusskasse und Kindergeld erhalten hat, könnte man das entweder als Hilfe innerhalb der Familie deuten oder auch wie ein Kindermädchen was ja eigentlich auch nicht so ungewöhnlich ist und dem generellen Anspruch auf Erziehungszeit ja nicht widersprechen würde.

Andersherum würde man die Schwiegermutter durch Anerkennung ihrer Kindererziehungszeiten für meine Tochter, die sie aber nur durch Täuschung erlangt hat, mit Rentenzeiten "belohnt" werden. Menschlich kann ich verstehen das man wirklich alles versucht nicht sein Kind zu verlieren, aber das darf in einem Rechtsstaat nicht zu Lasten eines anderen Menschen gehen, deswegen ist es mir auch berechtigterweise nicht egal wer jetzt diese Erziehungszeiten bekommt.

Off-Topic: Eine nicht ganz unwichtige Frage, denn sonnst könnten sich Kindesentführer demnächst auch die Kindererziehungszeiten gutschreiben lassen, fände ich etwas seltsam.

Es ist in diesem Fall schon extrem knifflig mit den Erziehungszeiten, da sich rückwirkend die Ausgangslage ändert.

Off-Topic: Und mal unter uns, auch mit 12 Jahren hat man noch ein gutes Stück Erziehung vor sich. :)

Wie auch immer, ich werde den Rat mit dem Termin befolgen und am Ende mal das Ergebnis hier posten.

von
???

Zitiert von: N.Peter

Danke für die Antworten. Es ist mir klar das die ganze Sache auf Grund der Komplexität hier nicht vollständig geklärt werden kann, aber mein Arbeitsspeicher ist mit den Informationen der privaten Vorsorge schon randvoll und mein Fachwissen über das Rentenrecht gering, deswegen bin ich sehr froh ihre Meinungen zu hören um eine Richtung für die nächste Vorgehensweise zu haben.

Meine Tochter war 26 Monate bei der Scheidung und mit 28 Monaten wurde sie vom Familiengericht zur Ex-Schwiegermutter gegeben (wo sie sich hauptsächlich seit der Trennung auch vorher schon aufhielt). Da dies eine gerichtliche Fehlentscheidung war, die jetzt 2012 widerrufen wurde, bin ich de facto ab dem 28. Lebensmonat Allein-Erziehend. Vorher war ich mit meiner Exfrau gemeinsam Erziehungsberechtigt.
Da die Ex-Schwiegermutter aber nun auch rückwirkend nicht mehr Erziehungsberechtigt ist, dazu noch Unterhaltszahlungen der Unterhaltsvorschusskasse und Kindergeld erhalten hat, könnte man das entweder als Hilfe innerhalb der Familie deuten oder auch wie ein Kindermädchen was ja eigentlich auch nicht so ungewöhnlich ist und dem generellen Anspruch auf Erziehungszeit ja nicht widersprechen würde.

Andersherum würde man die Schwiegermutter durch Anerkennung ihrer Kindererziehungszeiten für meine Tochter, die sie aber nur durch Täuschung erlangt hat, mit Rentenzeiten "belohnt" werden. Menschlich kann ich verstehen das man wirklich alles versucht nicht sein Kind zu verlieren, aber das darf in einem Rechtsstaat nicht zu Lasten eines anderen Menschen gehen, deswegen ist es mir auch berechtigterweise nicht egal wer jetzt diese Erziehungszeiten bekommt.

Off-Topic: Eine nicht ganz unwichtige Frage, denn sonnst könnten sich Kindesentführer demnächst auch die Kindererziehungszeiten gutschreiben lassen, fände ich etwas seltsam.

Es ist in diesem Fall schon extrem knifflig mit den Erziehungszeiten, da sich rückwirkend die Ausgangslage ändert.

Off-Topic: Und mal unter uns, auch mit 12 Jahren hat man noch ein gutes Stück Erziehung vor sich. :)

Wie auch immer, ich werde den Rat mit dem Termin befolgen und am Ende mal das Ergebnis hier posten.


Und sowas ist "Erziehungsberechtigter"
Ohne Worte

von
Schade

Vergessen Sie das ganze. Sie haben das Kind nicht erogen, weil es nicht bei Ihnen gelebt hat.

Insofern liegt ist der Fall, was die Zeit bei Ihnen angeht, sonnenklar.

Da brauchen Sie die Kollegen vor Ort gar nicht mit Stories wie gerichtlich. Fehlentscheidung, etc behelligen.
Für die ersten 26 Monate ist die Zuordnung ohnehin egal, weil sich das durch den Versorgungsausgleich eh ausgeglichen hat.
Für die restlichen 10 Monate haben die Ex oder deren Mutter das Kind gehabt und erzogen.

PS: darüber hinaus haben Sie ohne Kind ja voll arbeiten können und hatten Gelegenheit genug Entgeltpunkte zu sammeln

von
Heiko Schröder

Kindererziehungszeiten können zunächst immer nur einem Elternteil zugerechnet werden. Dies ist in der Regel der Elternteil, der die Kindererziehung wahrgenommen hat. Sind die Kindererziehungszeiten für die Ehezeit der Mutter zugerechnet worden, sind die sich aus diesen Kindererziehungszeiten ergebenden Rentenbeträge beim Versorgungsausgleich berücksichtigt worden - und damit zwischen den Eheleuten auch ausgeglichen worden!

Für die Zeit nach der Ehe können Ihnen keine Kindererziehungszeiten zugerechnet werden, da Ihnen nicht das Sorgerecht zugesprochen worden ist. Die Erziehung ist daher tatsächlich von anderen Personen (Mutter und anschließend ehemalige Schwiegermutter) durchgeführt worden, so dass auch nur diesen Kindererziehungszeiten angerechnet werden können!

Da die gerichtliche Entscheidung aufgehoben worden ist, ändert an den tatsächlichen Verhältnissen nichts - und nur die sind maßgebend! Es ist immer zu klären, wer hat die Kindererziehung tatsächlich wahrgenommen. Und dies waren im vorliegenden Fall bis zur Aufhebung der Sorgerechtsentscheidung nicht Sie!

Experten-Antwort

Die Kindererziehungszeit wird nur einem Elternteil zugeordnet - demjenigen, der das Kind überwiegend erzogen hat.