von
Talo

Hallo,
ich unterhalte eine Direktversicherung nach altem Modell mit Pauschalbesteuerung, in die jährlich der Höchstbetrag von 1752 Euro mittels Brutto-Entgeltumwandlung eingezahlt wird. Mein Arbeitgeber beteiligt sich weder an den Beiträgen noch an der Pauschalversteuerung.

Ich möchte jetzt gerne noch zusätzlich in einen Pensionsfonds einzahlen, ebenfalls mit Erlaubnis meines Arbeitgebers jedoch wieder ohne jegliche Beitragsbeteiligung desselben.

Frage: kann ich jährlich bis zu 4% der Bemessungsgrenze (2544 Euro) in den Pensionsfonds einzahlen, und zwar ebenfalls mittels Brutto-Entgeltumwandlung, und sind dann die gesamten 2544 Euro steuer- und sozialversicherungsfrei?

Oder kann ich die Beiträge für den Pensionsfonds nur bis zu jährlich 792 Euro (=2544 - 1752) steuer- und sozialversicherungsfrei umwandeln?

Im ersteren Fall würde ich mit beiden Verträgen zusammen genommen ja auf eine Brutto-Entgeltumwandlung von 4296 Euro kommen, was ja mehr ist als 4% der Bemessungsgrenze.

Vielen Dank!
Talo

Experten-Antwort

Hallo Talo,

ja, Sie können noch zusätzlich 4 Prozent im Rahmen der Bruttoentgeltumwandlung zusätzlich in einen Pensionsfonds zahlen. Die 1752 Euro, die Sie zur Zeit in eine Direktversicherung zahlen, werden grundsätzlich nicht auf die 2544 Euro (4 Prozent der BBG) angerechnet. Die 1752 Euro sind keine Bruttoentgeltumwandlung. Sie sagen schon richtig, dass die Beiträge der pauschalen Versteuerung unterliegen - sie werden also nicht steuerfrei eingezahlt. Die gesetzliche Norm für die Pauschalversteuerung ist der § 40b EStG in der Fassung bis zum 31.12.2004. Sofern der Vertrag bis zum 31.12.2004 abgeschlossen wurde, können die Beiträge mit 20 Prozent pauschal versteuert werden. Daneben fallen auf die Beiträge auch keine Sozialversicherungsbeiträge an.

Bei einem Pensionsfonds können nach § 3 Nr. 63 EStG bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der allgemeinen Rentenversicherung steuerfrei eingezahlt werden. In diesem Jahr sind das 2544 Euro. Auch diese Beiträge unterliegen nicht der Beitragspflicht in der Sozialversicherung. Die beiden Normen können nebeneinander angewandt werden.

Beachten Sie bitte, dass Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung der Beitragspflicht in der Kranken- und Pflegeversicherung der Rentner unterliegen.

von
DANROY

Hallo,
merken Sie bitte für Ihre Finanzplanung im Alter vor:
falls sie aus Ihrer Direktversicherung ca. EUR
60,000.- ausbezahlt bekommen, dürfen Sie oder Ihre Erben für 10 Jahre monatlich ca. EUR 90.- an Ihre Krankenkasse zahlen, ausser Sie sind privat krankenversichert! Das gilt auch, wenn Sie den Vertrag unter anderern Bedingungen abgeschlossen haben sollten.
Hier wurde das Vertragsrecht in einem demokratischen Rechtsstaat ausser Kraft. gesetzt