von
Ullrich

Frage ans Forum,
kann mich die Krankenkasse zwingen eine Erwerbsminderungsrente zu beantragen. Hintergrund ist das mein Krankengeld wesentlich höher als die Erwerbsminderungsrente. Ich habe noch ca 5 Monate Anspruch auf Krankengeld.
Vielen Dank im voraus ans Forum

von
W*lfgang

Hallo Ullrich,

die KK kann Sie zunächst auffordern, eine Reha zu beantragen - eine direkte Aufforderung zur EM-Rente geht nicht (auch wenn das telef. versucht wird - einfach auflegen!).

Wurde bereits eine Reha durchgeführt, die mit der Feststellung eines eingeschränkten allg. Leistungsvermögen endete (unter 3 Std. tgl.), kann Sie die KK im Rahmen ihres Dispositionsrechtes 'zwingen', die EM-Rente zu beantragen ...zwingen ist nicht ganz richtig, die KK kann dann nur das Krankengeld entziehen, wenn Sie den Rentenantrag nicht stellen ;-)

Gruß
w.

von Experte Experten-Antwort

Ergänzend zu den ansonsten zutreffenden Ausführungen von Wolfgang ist anzumerken, dass der Reha-Antrag, zu dem Sie von der Krankenkasse aufgefordert werden können, sogar als Rentenantrag gilt (§ 116 SGB VI), wenn Ihr allgemeines Leistungsvermögen nach der Reha bei weniger als 6 Stunden (nicht nur bei weniger als 3 Stunden, wie Wolfgang gesagt hat) täglich liegt. Diesen Rentenantrag dürfen Sie ohne Zustimmung der Krankenkasse nicht zurücknehmen.

von
W*lfgang

Zitiert von:
(nicht nur bei weniger als 3 Stunden, wie Wolfgang gesagt hat)
Experte/in,

danke für diesen Hinweis! Mit der 3 bis unter 6 Std.-Einschränkung nach Reha hat sich offensichtlich noch kein nachfragender Versicherter bei mir verlaufen.

Nachfrage: wird ein Versicherter in diesem Fall auch seitens der DRV auf die 'Umdeutung' schriftlich hingewiesen? Ich frage deshalb, weil ich mich wirklich nicht an einen 3-6-Std.-Fall erinnern kann ...und ich steh ja auch schon ein paar Tage länger hinterm Rententresen :-)

Gruß
w.

von Experte Experten-Antwort

Zitiert von: W*lfgang

Zitiert von: W*lfgang
(nicht nur bei weniger als 3 Stunden, wie Wolfgang gesagt hat)
Experte/in,

danke für diesen Hinweis! Mit der 3 bis unter 6 Std.-Einschränkung nach Reha hat sich offensichtlich noch kein nachfragender Versicherter bei mir verlaufen.

Nachfrage: wird ein Versicherter in diesem Fall auch seitens der DRV auf die 'Umdeutung' schriftlich hingewiesen? Ich frage deshalb, weil ich mich wirklich nicht an einen 3-6-Std.-Fall erinnern kann ...und ich steh ja auch schon ein paar Tage länger hinterm Rententresen :-)

Gruß
w.

Hallo W*olfgang!

Im Rahmen einer Umdeutung eines Antrags auf Rehabilitation in einen Antrag auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit kann sowohl eine volle als auch eine teilweise Erwerbsminderung (3 ist unter 6 Stunden) festgestellt werden (s. § 116 SGB VI).
Die Versicherten werden hierüber entsprechend informiert.

Vielleicht spricht ja in den nächsten Tagen endlich mal ein Versicherter mit dieser Fallgestaltung bei Ihnen vor... :-).

von
W*lfgang

Zitiert von: W*lfgang
Vielleicht spricht ja in den nächsten Tagen endlich mal ein Versicherter mit dieser Fallgestaltung bei Ihnen vor... :-).
für die Rückantwort. Aber, den schicke ich doch gleich 500 m weitere zur AuB-Stelle ...mir fehlt schlicht die Praxis *gg

Gruß
w.