von
Sonnenuntergang

Nachdem ich meinem Arbeitgeber mitgeteilt habe, daß ich einen EMR-Antrag (vorübergehend und teilweise) gestellt habe, wurde mir aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt. Einen Zusammenhang kann ich nicht beweisen. Ich arbeite erst seit Januar 2015 dort.
Nun werde ich arbeitslos und überlege, den Rentenantrag zu stoppen, um in der Bewerbungsphase bei potentiellen Arbeitgebern nicht darüber reden zu müssen. Denn ich gehe davon aus, dass ich dann bei der Berücksichtigung benachteiligt werde.
Ist eine Beantragung des "Ruhen des EMR-Antrages" aus diesem Grund möglich?

von
KSC

Wenn Sie den Rentenantrag aus eigenem Antrieb gestellt haben, d.h. nicht von Krankenkasse oder Agentur für Arbeit aufgefordert wurden, können Sie jeden gestellten Antrag auch jederzeit wieder zurückziehen.

Sofern Sie allerdings Arbeitslosengeld oder Krankengeld beziehen, würden Sie die Leistungsträger wohl sofort wieder zur Antragsstellung auffordern - Sie hätten also nichts gewonnen.

Im übrigen stellt man den Rentenantrag wegen Erwerbsminderung, ob das dann eine volle Rente oder eine teilweise wird und ob befristet oder nicht entscheidet die DRV. Vielleicht wird die Rente ja auch abgelehnt?

So gesehen braucht das alles nicht widersprüchlich sein.

Wenn Sie eine halbe Rente anstreben, weil Sie denken dass Sie noch 3-6 Stunden arbeiten können, wäre es nicht unlogisch parallel dazu einen Teilzeitjob zu suchen.

Unlogisch wäre nur Rente zu beantragen, "weil man gar nicht arbeiten kann" und gleichzeitig einen Vollzeitjob zu suchen, "weil man ja arbeiten kann". Was haben Sie denn im Rentenantrag auf die Frage nach einer möglichen Arbeitsleistung geantwortet?

Und ob Sie jedem potentiellen Arbeitgeber auf die Nase binden müssen, dass derzeit ein Rentenantrag läuft (?) - das ist allerdings auch keine rentenrechtliche Fragestellung.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sonnenuntergang,

falls Sie nicht von der Krankenkasse oder der Agentur für Arbeit zur Antragsstellung auf Erwerbsminderungsrente aufgefordert wurden können Sie Ihren Antrag jederzeit zurückziehen.

von
Sonnenuntergang

Ich strebe nur eine halbe Rente an, denn ich kann nach eigener Einschätzung momentan noch ca.4 Stunden tgl. (50%) auf Teilzeitbasis arbeiten.
Wenn ich demnächst arbeitslos bin, kann mich die Agentur für Arbeit zwingen?, einen erneuten Rentenantrag zu stellen? Wenn ja, gibt es Fristen, wann die das dürfen? Wo steht das? Wenn ja, dann kann ich das Thema "Arbeit" ja voll vergessen, denn dann wird mich nie ein Arbeitgeber mehr einstellen (Bürokraft, Mitte vierzig) wollen. Meine Recherche im Netz bestätigt dies.....

von
W*lfgang

Zitiert von: Sonnenuntergang
Nachdem ich meinem Arbeitgeber mitgeteilt habe, daß ich einen EMR-Antrag (vorübergehend und teilweise) gestellt habe, wurde mir aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt.
Sonnenuntergang,

wie kann man nur so blöd sein, seinem Arbeitgeber lediglich ein Antragsverfahren mit ungewissem Ausgang mitzuteilen? Sorry, aber das werden Sie inzwischen selber gemerkt haben, dass Sie den 2. Schritt vor dem 1. gemacht haben.

> wurde mir aus wirtschaftlichen Gründen gekündigt.

Das ist vielleicht etwas für einen Fachanwalt für Arbeitsrecht, wenn Sie da nachhaken wollen, ob das 'mit rechten Dingen' geschehen ist - aber nicht Baustelle der DRV.

> Ich strebe nur eine halbe Rente an, denn ich kann nach eigener Einschätzung momentan noch ca.4 Stunden tgl. (50%) auf Teilzeitbasis arbeiten.

Die EM-Rente ist kein 'Wunschkonzert', Sie beantragen immer nur 'eine' EM-Rente. Was hinten rauskommt, stellt der med. Dienst der DRV fest - da ist von voller, über teilweise/halbe bis keine EM alles drin, je nach dem, wie Ihr Leistungsvermögen gemessen an Tätigkeiten des allgemeinen Arbeitsmarktes eingeschätzt wird.

> Wenn ich demnächst arbeitslos bin, kann mich die Agentur für Arbeit zwingen?, einen erneuten Rentenantrag zu stellen?

Zunächst nicht/später vielleicht ja. Wenn überhaupt Anhaltspunkte für Einschränkungen vorliegen sollten, wird der med. Dienst der AfA ggf. eine berufliche/med. Reha anregen, der Sie auch nachkommen müssen. Ist allgemein der beste Weg, um überhaupt - unabhängig von der EIGENEN Einschätzung - mal med. neutral ein Urteil über das eigene Leistungsvermögen zu erhalten *) Diesen Weg/Reha-Antrag hätten Sie zuerst gehen sollen, bevor Sie den EM-Antrag gestellt haben.

Gruß
w.
*) die Beurteilung/das Ergebnis muss nicht immer richtig sein, grundsätzlich passt es aber schon. Ansonsten geht man/frau damit auf den Rechtsweg, um ein 'richtiges' Ergebnis zu erreichen.

von
Sonnenuntergang

Sehr geehrter W*lfgang,

Nein, ich bin nicht blöd! Aber das allererste, was die Rentenversicherung nach Renten-Antragseingang tut, ist, sofort die Krankenkasse und den Arbeitgeber des Antragstellers darüber schriftlich zu informieren. Dass die bereits zu diesem Zeitpunkt (1 Woche nach Stellung) meinen AG anschreiben, wußte ich nicht und ist meines Erachtens nach unverantwortlich zu diesem Zeitpunkt. (Wie geht das Ganze aus?) Das sehe ich auch so. Ich war also GEZWUNGEN, mit meinem AG zu reden und die Situation zu erklären.
Danke für die restlichen Informationen.
Reha kommt für mich wahrscheinlich nicht in Frage, weil die bei der Art meiner gesundheitlichen Einschränkung nichts bringen würde. (Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht!) Aber ich gehe natürlich, wenn das irgendein Gutachter möchte! Ich denke, das kann meine Fachärztin sehr gut einschätzen, wenn Sie mir sagt, dass ich einen Rentenantrag stellen soll.

von
W*lfgang

Zitiert von: Sonnenuntergang
Aber das allererste, was die Rentenversicherung nach Renten-Antragseingang tut, ist, sofort die Krankenkasse und den Arbeitgeber des Antragstellers darüber schriftlich zu informieren.
Sonnenuntergang,

Krankenkasse ist richtig nach Rentenantragstellung - da geht der Vordruck R810/Meldung zur Krankenversicherung der Rentner hin - Arbeitgeber anschreiben, eigentlich nur mit Ihrer Zustimmung/Mitwirkung ...da ist in diesem Punkt was schief gelaufen UND zu recht zu kritisieren, so sollte der Ablauf nicht sein.

Bin gespannt, wie sich das Experten-Team morgen früh aus dieser Situation 'rauswindet', welche Folgewirkungen das bei Verlust des Arbeitsplatzes durch 'DRV-Fehlverhalten' nach sich ziehen könnte - rein hypothetisch ...aber, hier wird kein 'Recht absolut gesprochen', nicht mal ansatzweise ;-) ...schon gar nicht, wenn kein Antwortender/User am Verfahren beteiligt gewesen ist/nur vom Hörensagen eine 'Meinung' abgeben kann.

Gruß
w.