von
Grüttgen

"Der Versicherte - bei Renten im Todesfall der Hinterbliebene oder der verstorbene Versicherte - muss grundsätzlich seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Rentenantragstellung (Rahmenfrist) mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied (Pflicht- oder freiwilliges Mitglied) in der gesetzlichen Krankenversicherung oder familienversichert gewesen sein (Vorversicherungszeit). Die Entscheidung über die Mitgliedschaft in der KVdR wird von der zuständigen Krankenkasse getroffen."
Soweit die Aussagen. Bin ich jedoch in dieser Zeit Familienversichert und der Versicherte ist nicht in einer gesetzlichen Versicherung, zählt dann diese Zeit trotzdem dazu (halt wegen der Familienversicherung)?
LG

von
-_-

Zitiert von: Grüttgen

Bin ich jedoch in dieser Zeit familienversichert und der Versicherte ist nicht in einer gesetzlichen Versicherung, zählt dann diese Zeit trotzdem dazu (halt wegen der Familienversicherung)?

Wie meinen?

Fragen zur Krankenversicherung z. B. hier:
http://www.aok-business.de/foren/expertenforum/baum-anzeigen.php

von
W*lfgang

Zitiert von: Grüttgen

Bin ich jedoch in dieser Zeit Familienversichert und der Versicherte ist nicht in einer gesetzlichen Versicherung, zählt dann diese Zeit trotzdem dazu (halt wegen der Familienversicherung)?
LG

Hallo Grüttgen,

wie ist das zu verstehen 'SIE sind familienversichert, der Verstorben aber nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung' (GKV) ?

Dann sind Sie in anderer 'Abhängigkeit' in der GKV familienversichert. In diesem Fall werden zunächst Seitens der KVdR IHRE GKV-Verhältnisse geprüft - die 9/10-Regelung. Öhm, der erste Schritt ist immer, Ihre GKV-Zeiten im Rahmen der Vorversicherungszeit zu prüfen, erst der 2., die aus den Zeiten des Verstorbenen abzuleiten.

Familienversicherung (in der GKV) IST gesetzliche Krankenversicherung - die Zeit zählt dazu.

Gruß
w.

von
Grüttgen

In meinem Fall ist es so, dass ich über meinen Ex-Mann 3 Jahre Familienversichert war (Iduna-Nova - keine gesetzliche Versicherung). Zählt diese Zeit zu den 9/10 dazu als nicht gesetzlich Versicherte für die 2. Hälfte meines Erwerbslebens ?

von
Skatrentner

Die Iduna - Nova ist eine private Versicherung und somit zählt diese Zeit nicht zu den 9/10 für die Voraussetzungen zur KVdR. Bei der PKV gibt es auch keine Familienversicherung, es muss jede einzelne Person extra versichert werden und es ist für jeden eine Prämie zu zahlen.

von
Grüttgen

Gibt es denn dann nicht die Möglichkeit, dass anstatt ab "der 2. Hälfte" die Komplette Zeit, also von Arbeitsbeginn bis Rentenbeginn, gerechnet wird. Da sehe das 9/10 für mich dann besser aus.

LG Grüttgen

von
Lustige Frau

Nein, diese Möglichkeit gibt es selbstverständlich nicht.

Es handelt sich ja hier um gesetzliche Vorschriften, und nicht um einen türkischen Basar. Das sollte man nicht vergessen.

von
RFn

Das Gesetz sagt :
§ 5 SGB V Versicherungspflicht (Auszug)
(1) Versicherungspflichtig sind
11. Personen, die die Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung erfüllen und diese Rente beantragt haben, wenn sie seit der erstmaligen Aufnahme einer Erwerbstätigkeit bis zur Stellung des Rentenantrags mindestens neun Zehntel der zweiten Hälfte des Zeitraums Mitglied oder nach § 10 (Familienversicherung) versichert waren,...
------------------------
§ 10 SGB V Familienversicherung (Auszug)
(1) Versichert sind der Ehegatte, der Lebenspartner und die Kinder VON MITGLIEDERN (der gesetzlichen Krankenversicherung (AOK und Ersatzkassen)) sowie die Kinder von familienversicherten Kindern, wenn....(es fölgen Erläuterungen und Einschränkungen, ggf. selbst nachlesen.).

von
Grüttgen

Wenn ich mich jetzt an das Sozialgesetzbuch halte, dann kann ich also doch auf die gesamte Zeit (Arbeitsbeginn bis -ende) verweisen und wäre somit Pflichtversichert.
Vielen Dank für den Hinweis.
LG Grüttgen

von
Grüttgen

oh mann, auch hier steht noch das mit der zweiten Hälfte.
Also muss ich mich doch freiwillig versichern. Dann dürfte auch dem Rentenbescheid kein Abzug sein da ich ja den vollen Versicherungsbetrag tragen muss? Muss ich dann den Zuschuß beim Rententräger beantragen?

von
RFn

Theorieren Sie nur oder beziehen oder wollen Sie eine Rente beantragen?
Bei einem Rentenantrag geht eine Anfrage an die zuständige gesetzliche Krankenkasse (ggf. an die, in der Sie zuletzt versichert waren, aber nicht an eine private Versicherungsgesellschaft). Die KK entscheidet über den Versicherungsstatus ab Rentenbeginn und teilt diese Entscheidung dem Rentenversicherungsträger mit. dieser ist an die Entscheidung der KK gebunden.
Stellt die KK fest, dass die Voraussetzungen für eine Mitgliedschaft in der Kranken-/Pflegeversicherung der Rentner (KdVR) nicht vorliegen, wird vom Rentenbetrag kein Beitrag abgezogen.
Ein Beitragszuschuß wird auf Antrag gewährt; üblicherweise geschieht das mit dem Rentenantrag, in diesem Formular ist eine konkret dazu gestellte Frage anzukreuzen (oder wird bei einer Antragstellung ohne Formular in einer A.u.B-Stelle wird dieses abgefragt.

Experten-Antwort

Der Gesetzgeber hat mit § 5 Abs. 1 Nr. 11 SGB V eine eindeutige Regelung zur Vorversicherungszeit getroffen. Eine Möglichkeit hiervon abzuweichen gibt es nicht. Die verbindliche Entscheidung hierüber trifft die gesetzliche Krankenkasse bei der Sie versichert sind oder zuletzt versichert waren Den Aussagen von „Skatrentner“, „Lustige Frau“ und „RFn“ kann daher nur zugestimmt werden.
Sollten Sie noch keinen Rentenantrag gestellt haben, dann kann und sollte der Zuschuss zusammen mit dem Rentenantrag beantragt werden. Andernfalls kann und sollte unverzüglich ein Zuschussantrag gestellt werden. Sollten Sie den Antrag nicht bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle oder bei Ihrer Gemeindeverwaltung / Versicherungsamt aufnehmen lassen wollen, dann können Sie auch auf den Internetseiten der Rentenversicherungsträger unter Formulare / Publikationen denn Antrag (R 820) herunterladen.