von
mona

Von der Rentenversicherung ist mir im Dezember wegen einer Hepatitis C eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben bewilligt worden.
Ein Fachberater wollte sich mit mir in Verbindung setzen, was bisher noch nicht geschehen ist.
Nach einem Telefongespräch erfuhr ich, dass er momentan zu ausgelastet ist, und es vor Februar nicht zu einem Termin kommen wird.

Nun beziehe ich aber ALG 2 und bin mir unsicher, wie ich mich verhalten soll.
Bei der Agentur sagte mir ein Berater, ich müsse mich normal bewerben.
In der Außenstelle der Rentenversicherung sagte mir ein Sachbearbeiter, wenn eine solche REHA geplant ist, könne ich mich nicht auf dem regulären Arbeitsmarkt bewerben.

Ich sehe das auch so, denn ich kann keinesfalls eine chronische Hepatitis C bei der Bewerbung verschweigen. Auch mein Lebenslauf weist deswegen krankheitsbedingte Lücken auf.
Ich weiß nicht mal wo ich mich bewerben könnte, denn meinen alten Beruf als Hauswirtschaftsmeisterin darf ich nicht mehr ausüben. Ich bin also im gewissen Sinn zurzeit eine "ungelernte" Kraft. Welche Angebote dafür zur Verfügung stehen, ist glaube ich bekannt.

Soll ich also wahllos Initiativbewerbungen absenden oder mich auf die Worte des Sachbearbeiters bei der Rentenversicherung beziehen? Da habe ich aber nichts schriftlich.
War jemand hier in einer ähnlichen Situation?

von
???

Informieren Sie sich vorallem darüber, in welchem Bereich Sie zukünftig tätig sein wollen. Dann gehen Sie schon etwas vorbereitet ins Beratungsgespräch.
Ansonsten würde ich mich auf Arbeitsstellen bewerben, deren Anforderungen Sie sich gewachsen fühlen. Das bedeutet, jedes Stellenangebot ersteinmal über Internet-Recherche (Arbeitsamts-Seiten z.B.) bzw telefonische Nachfrage beim Arbeitgeber daraufhin abzuchecken, ob es für Sie gesundheitlich passend ist. Dass Sie sich nicht auf dem regulären Arbeitsmarkt bewerben dürfen, ist Unsinn.

von
C

Sie befinden sich momentan in der Situation, dass Sie erstmal Ihren Antrag auf Teilhabe am ARbeitsleben abwarten sollten. Sie warten aktuell also auf einen Beratungstermin bei Ihrem Fachberater für Rehabilitation. Es bleibt festzustellen: Es wurde Ihnen noch keine Leistung zur Teilhabe bewilligt. Lediglich wurde der Antrag auf Teilhabe angenommen,weil Sie die med. und versicherungsrechtlichen Voraussetzungen erfüllen. Das bedeutet: DER RV-TRäger ist für die Bewilligung einerLeistung zur Teilhabe zuständig. Eine gezielte Leistung - Umschulung, Integrationsmassnahme etc - wurde Ihnen ja noch garnicht BEWILLIGT. Dafür ist erst der Beratungstermin beim Fachberater erforderlich, der Ihre schulischen und berufsfachlichen Fähigkeiten abcheckt und einen VORSCHLAG FÜR EINE BEWILLIGUNG EINER LEISTUNG ZUR TEILHABE macht.Dass dieser Termin nicht fliessend übergehen kann im Anschluss an das Ende Ihres ursprünglichen Arbeitsplatzes ist klar. Sich bei Firmen auf offene Stellen zu bewerben, ist nach Hinweis auf den offenen LTA-Antrag beim RV-Träger wenig erfolgversprechend. Eine Stelle werden Sie selbst bei potenziellen Arbeitgebern nicht bekommen.Wer soll Sie wie lange einstellen? Welche Kündigungsfristen sollen dann für Sie gelten?Sie beziehen zurZeit ALG2. Daran können Sie nichts ändern. Sie müssen schon den Beratungstermin bei Ihrem Fachberater für Rehabilitation beim RV-Träger abwarten. Ausserdem dauert das auch nach diesem Termin noch einige Zeit, bis der Umschulungskurs etc. anfängt, der Ihnen in der nächsten Zeit im Anschluss an das Beratungsgespräch beim Fachberater für REhabilitation bewilligt wird. Also: ABWARTEN!

von
Amadé

Nur Abwarten, was der Reha-Fachberater Ihnen mitteilen wird, könnte lebensgefährliche Konsequenzen für den weiteren ungekürzten Bezug von ALG II nach sich ziehen.

Nicht der Reha-Berater, sondern vielmehr der ALG II-Sachbearbeiter hat in Sachen ALG II-Anspruch das alleinige Sagen.

Fragen Sie also dort nach, wie weiter vorzugehen ist.

Sollte Ihr Fallmanager weiterhin auf Bewerbungen bestehen, obwohl die Reha noch nicht angetreten geschweige denn abgeschlossen ist, teilen Sie diesem mit, dass Sie nicht gezwungen werden können, in Bewerbungen die bevorstehende Reha zu verschweigen. Wird nun weiterhin auf sinnlose Bewerbungen bestanden, müssen Sie dieses erstmal tun, sonst riskieren Sie Sanktionen.

Sie können sich aber insofern wehren, dass Sie schriftlich einen Antrag stellen, von der Verpflichtung, sinnlose Bewerbungen vor Abschluss der Rehahmassnahme machen zu müssen, befreit zu werden.

Bestehen Sie in Ihrem Schreiben auf Erteilung eines rechtsmittelfähigen Bescheides und dringen auf eine rasche Bescheiderteilung. Weisen Sie in Ihrem Antrag ferner auf die Verhältnismäßigkeit der Mittel und auf das Schikane-Verbot hin.

Widersprüche und Klagen mögen ALG II-Sachbearbeiter in der Regel nicht.

Vergessen Sie nur nicht!

Das Hauptanliegen des Gesetzgebers und der beauftragten Verwaltungen ist nicht etwa die Beseitigung von Arbeitslosigkeit, der Schwerpunkt der Bemühungen liegt vielmehr beim Kürzen und Streichen der Ansprüche.

Machen Sie sich schlau unter

http://www.tacheles-sozialhilfe.de

Viel Glück!

von
mona

Ich danke erstmal für die informativen Antworten und für das Interesse an meinem Problem.
Ich habe einen Bescheid erhalten, in welchem steht, dass mir Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben dem Grunde noch bewilligt werden. Dieser scheint mir schon verbindlich zu sein.
Im Fachgespräch geht es dann über die Art und den Umfang der Leistung.
Es ist ja 100% klar, dass ich in meinem alten Beruf nicht mehr arbeiten kann.
Mir geht es hauptsächlich um eins: Wenn ich mich jetzt bewerbe, und rein hypothetisch eine Stelle bekomme, würde doch die Maßnahme der Rentenversicherung hinfällig, oder ?
Aber dass ich eigentlich wenig Chancen habe, bzw. die Arbeitgeber mich eher nicht einstellen, liegt auch nah. Ich wollte mich eigentlich absichern gegenüber der Agentur un eventuellen Sanktionen. Ich sehe da auch keinen Sinn, ich verschicke Bewerbungen, die Arbeitgeber müssen auch noch antworten, (sie erhalten sicher täglich einige dieser unsinnigen Bewerbungen) und zu einer Eintstellung kommt es ohnehin nicht.
Ich bin auch der Meinung, dass es besser ist, nach einer speziellen Maßnahme eine Arbeit nach bester Kraft auszuführen, als jetzt eine anzunehmen, und ständig auszufallen.

Nun, dann werde ich nochmals bei der Agentur vorsprechen und auf Verständnis hoffen.