von
Worpswede

Guten Abend zusammen,

vor 2 Jahren stellte ich einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben. Dieser Antrag wurde mir 2 mal abgelehnt.

Zwischen diesen beiden Ablehnungen musste ich zu einem Gutachter, der mir von der DRV vorgegeben wurde. Der Antrag wurde aufgrund eines schlampig erstellten Gutachtens abgelehnt. Trotz telefonischer Anfrage wurde mir keine Einsicht in das Gutachten ermöglicht. Das heißt, mir wurde ein Antrag abgelehnt, ohne vorher Kenntnis über ein fehlerhaft erstelltes Gutachten erhalten zu haben.

Mit Hilfe eines Anwaltes reichte ich Klage beim Sozialgericht ein. Mit der Hilfe meines Anwaltes wurde mir gnädiger Weise Einblick in das Gutachten gewährt und ich bin aus allen Wolken gefallen, was für Ärzte die DRV beauftragt, um Gutachten erstellen zu lassen.
Eine Beschwerde bei der DRV über die Vorgehensweise in der mehrstündigen Untersuchung wurde mit, meiner Meinung nach, fadenscheinigen Ausreden beschönigt und entschuldigt und es wurde natürlich nur Partei für diesen schlampig arbeitenden Gutachter ergriffen. Ich als kleiner dummer Versicherungsnehmer habe da natürlich weder Rechte noch Chancen.

Hier im Forum habe ich in einem früheren Beitrag gelesen, dass die DRV Gutachten maßgeblich für die Entscheidungsfindung ist. Bitte korrigieren Sie mich, wenn ich das falsch verstanden habe.
Wenn es so sein sollte, dass nur die DRV Gutachten für die Entscheidungsfindung maßgeblich sind, warum lasst man jemanden während eines laufenden Klageverfahrens von Seiten des Gerichtes von Gutachter zu Gutachter laufen und Seelenstripties ohne Ende machen, wenn Sie als Behörde Gutachten anderer Ärzte nicht als maßgeblich erachten???

Der nächste Punkt ist der, dass der schlampige DRV Gutachter auch eine medizinische Rehmaßnahme nicht für indiziert hielt und ich erst nach der Aussteuerung, also ein Jahr nach dieser Begutachtung bei dem DRV Gutachter, durch eine andere Behörde auf einmal eine medizinische Reha im Eilverfahren bekommen konnte????? Und die Rehaklinik dann auch noch Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben Ausdrücklich empfiehlt???
Das finde ich so traurig, wie die DRV ihren Versicherten Glauben schenkt, sie hängen lässt und dafür sorgt, dass die Existenz durch ein solches unmenschliches Verhalten gefährdet und lieber das Geld für Verfahren ausgibt, bevor Hilfe gewährt wird??? Dank einer anderen Behörde und der medizinischen Reha habe ich die Klage vor dem Sozialgericht nun verdient!!!! gewonnen.

Der nächste Punkt ist, dass ich seit Jahren weiß, was ich möchte. Warum muss ich eine 6 Wöchige Berufsfindungsphase machen? Ich mache zur Zeit ein Praktikum in meinem Wunschberuf und der Praktikumsanleiter ist sehr zu frieden mit mir und schreibt mit ein Zeugnis. Ich darf jeder Zeit wieder ein Praktikum bei ihm machen darf. Das Praktikum habe ich mir selbst organisiert und habe selbstständig nach gefragt.
Daher meine Frage: Was soll eigentlich dann noch das Herumgeeiere, wenn ich ein Zeugnis und eine Mappe mitbringe, die beweisen, dass ich für diesen Beruf, den ich mir ausgesucht habe, geeignet bin?
Warum werde ich in der Berufsfindungsphase auch in Berufe geschickt, in denen ich schon schlechte Erfahrungen gemacht habe? Beispiel: Ich soll auch in die Zahntechnik. Das habe ich schriftlich. 1993 habe ich eine Ausbildung zur Zahntechnikerin abgebrochen, weil ich Linkshänder bin. Warum also muss ich dann trotzdem in die Zahntechnik? Selbst im meinem Lebenslauf ist dies vermerkt. Werden dieses Unterlagen nur zum Archivieren in die Einrichtung gesendet oder liest das auch jemand?

MfG Worpswede

von
Kenzie

Hi,

Ich hab nicht alles gelesen weil es viel ist.

Mein Lta wurde über eine medizinische reha beantragt. Meist wird das vorausgesetzt und dort wird dir auch geholfen. So bin ich vorgegangen.
Es hat bei mir vom beantragen November 14 bis heute gedauert das ich den Termin bekommen hab.
Aber die berufliche reha schließt eine medizinische reha keines falls aus.

Ich hab mir damals Hilfe geholt über die Krankenkasse auf anratung vom Arzt, denn normalerweise kann er dich melden wenn er den Eindruck hat du magst krank und bist es nicht, ich hab um Hilfe gebeten und mir wurd geholfen, anstelle das der Arzt mich gemeldet hatte was negativ gewesen wäre für mich.

Lg p.s.hoffe könnt helfen.

von
???

Dass Sie nach 2 Jahren "Kampf" mehr als nur frustriert sind, kann ich gut nachvollziehen. Wirklich helfen wird Ihnen hier aber niemand können.
Ein paar Aussagen von Ihnen sind mir aufgefallen. Vielleicht hilft Ihnen meine Sicht dazu, das ganze besser einzuordnen und Ihr Ziel leichter zu erreichen.

"Trotz telefonischer Anfrage wurde mir keine Einsicht in das Gutachten ermöglicht."
Wenn eine solche Aussage am Telefon getroffen wird, einfach den Antrag schriftlich stellen. Sie müssen dann dadurch natürlich mit zeitlichen Verzögerungen bei der Bearbeitung rechnen, aber das wissen Sie ja. Da Sie weiter unten von Seelenstriptease schreiben: Bei psychischen Erkrankungen wird das Gutachten in der Regel nur an den behandelnden Arzt übersandt.

"Das heißt, mir wurde ein Antrag abgelehnt, ohne vorher Kenntnis über ein fehlerhaft erstelltes Gutachten erhalten zu haben."
Das ist völlig normal. Stellen Sie sich mal vor, was das für ein Aufwand (zeitlich, personell, kostenmäßig) wäre, jedem Antragsteller, dessen Antrag abgelehnt werden soll, erst nochmal einen Brief zu schreiben und nachzufragen, was er denn davon hält. Dafür wurde das Widerspruchsvefahren erfunden.

"mehrstündigen Untersuchung"
Man kann natürlich auch bei einer langen Begutachtung viel Blödsinn machen, aber meist ist das Problem, dass die Gutachter viel zu kurz sich mit den Patienten befassen und dann sehr oberfllächlich bleiben. Sie sollten "Ihrem" Gutachter es zumindest positiv anrechen, dass er sich offensichtlich bemüht hat, gründlich zu sein.

"wenn Sie als Behörde Gutachten anderer Ärzte nicht als maßgeblich erachten??? "
Bei der Entscheidung über einen Antrag werden bereits vorhandene Gutachten, Befunde ... von den Gutachtern der DRV berücksichtigt - die Frage ist nur wie und in welchem Umfang. An die Entscheidungen der anderen Ärzte ist der Gutachter nicht gebunden. Sie dürfen dabei nicht vergessen, dass es sich bei einem Gutachten im endeffekt um nichts anderes als die Meinung des Gutachters handelt. Und über Meinungen lässt sich stets trefflich streiten.
Wenn Sie bereits ein Gerichtsurtel haben, wird der Gutachter in der Regel gar nicht mehr gefragt. Schließlich legt das Gericht anhand "seiner" Gutachter fest, welche Leistungen zu erbringen sind. Bei Ihnen sind wohl LTA nötig.

" durch eine andere Behörde auf einmal eine medizinische Reha im Eilverfahren bekommen konnte?"
Unterschiedlich Behörden haben unterschiedlich Vorschriften. Von daher ist es gut möglich, dass der eine zu Recht ablehnt während der andere zu Recht bewilligt.

"Warum muss ich eine 6 Wöchige Berufsfindungsphase machen?"
Hier geht es meist nicht nur darum, einen Beruf für Sie zu finden, sondern auch um Ihre Fähigkeiten und Belastbarkeit kennenzulernen. Wenn Sie mit dem "Plan" nicht so einverstanden sind, wie oben gesagt, Wünsche schriftlich vorbringen.

von Experte/in Experten-Antwort

Leider kann man in Ihrem speziellen Falle in diesem Forum nicht weiterhelfen. Den ausführlichen Erläuterungen von ??? kann ich mich daher nur anschließen.

von
AKW 75

@ Worpswede

Ich kann Ihre Empörung all zu gut nachvollziehen. Auch ich musste mit einer Klage vor dem SG die DRV dazu "zwingen", mir endlich die Leistungen zukommen zu lassen, die auch nützlich sind. Bei mir hat es von der Klage bis zum Erörterungstermin 26 Monate gedauert. Es ging dort aber "nur" um die Ausgestaltung von LTA. Die DRV wollte mir nur Eingliederungshilfen/Eingliederungszuschüsse gewähren, und ggf. noch eine Integrationsmaßnahme. dies war aber aufgrund meiner gesundheitlichen Problemen nicht hinnehmbar.

Es endete bei diesem Erörterungstermin glücklischerweise mit einem Vergleich. Hätte man auch alles früher haben können, denn meine Argumentation und meine gesundheitlichen Probleme waren bei der Antragsstellung auch schon so vorhanden.

von
Worpswede

Das finde ich schon schlimm genug, dass man einfach zu lange warten muss. Und wenn man nicht mehr zu den jüngsten in der Gesellschaft gehört, finde ich das um so verwerflicher, wie mit den Versicherten umgegangen wird.
Da man ja ls Versicherter verpflichtet ist, sich gesetzlich zu versichern ( was ich generell auch gut finde) und es für Otto Normal Bürger Angestellte eben die DRV ist, könne die natürlich machen was die wollen und das tun sie auch.
Wenn man ich gegen die Ablehnung wehrt, sie wie AKW oder ich, verhält sich das Personal der DRV so, als müssten sie diese Leistungen aus ihrer eigenen Tasche zahlen, so mein Eindruck.

2 wertvolle Jahre hat die DRV, dank ihres ach so "sorgfältigen" Gutachters verstreichen lassen und das, weil die sich so angestellt haben.

2 Jahre, in denen ich mich hätte etwas neues aufbauen können. Ich hätte schon bald wieder im Arbeitsleben stehen können.
2 Jahre, in denen ich nicht jünger, sondern älter geworden bin.

Und da soll man nicht empört sein????

Hinzu kommt, dass ich in dieser beschissenen Zeit auch noch meinen Mann durch eine schwere Krankheit verloren hat.
Aber das hat in sofern nur interessiert, dass man mir gegen meine Trauer Medikamente verabreichen wollte.
Damit hat jetzt die DRV absolut nichts zu tun, aber es sattelt sich natürlich noch obendrauf.

Aber so ein Klageverfahren lässt mir weder die Zeit noch die Ruhe, um den Verlust meines Mannes zu betrauern und verarbeiten.

Mein Mann starb vor 12 Monaten. Sein Todestag war vor wenigen Tagen.

von
Worpswede

Zitiert von: ???
"Trotz telefonischer Anfrage wurde mir keine Einsicht in das Gutachten ermöglicht."
Wenn eine solche Aussage am Telefon getroffen wird, einfach den Antrag schriftlich stellen. Sie müssen dann dadurch natürlich mit zeitlichen Verzögerungen bei der Bearbeitung rechnen, aber das wissen Sie ja. Da Sie weiter unten von Seelenstriptease schreiben: Bei psychischen Erkrankungen wird das Gutachten in der Regel nur an den behandelnden Arzt übersandt.

"Das heißt, mir wurde ein Antrag abgelehnt, ohne vorher Kenntnis über ein fehlerhaft erstelltes Gutachten erhalten zu haben."
Das ist völlig normal. Stellen Sie sich mal vor, was das für ein Aufwand (zeitlich, personell, kostenmäßig) wäre, jedem Antragsteller, dessen Antrag abgelehnt werden soll, erst nochmal einen Brief zu schreiben und nachzufragen, was er denn davon hält. Dafür wurde das Widerspruchsvefahren erfunden.

"mehrstündigen Untersuchung"
Man kann natürlich auch bei einer langen Begutachtung viel Blödsinn machen, aber meist ist das Problem, dass die Gutachter viel zu kurz sich mit den Patienten befassen und dann sehr oberfllächlich bleiben. Sie sollten "Ihrem" Gutachter es zumindest positiv anrechen, dass er sich offensichtlich bemüht hat, gründlich zu sein.

"wenn Sie als Behörde Gutachten anderer Ärzte nicht als maßgeblich erachten??? "
Bei der Entscheidung über einen Antrag werden bereits vorhandene Gutachten, Befunde ... von den Gutachtern der DRV berücksichtigt - die Frage ist nur wie und in welchem Umfang. An die Entscheidungen der anderen Ärzte ist der Gutachter nicht gebunden. Sie dürfen dabei nicht vergessen, dass es sich bei einem Gutachten im endeffekt um nichts anderes als die Meinung des Gutachters handelt. Und über Meinungen lässt sich stets trefflich streiten.
Wenn Sie bereits ein Gerichtsurtel haben, wird der Gutachter in der Regel gar nicht mehr gefragt. Schließlich legt das Gericht anhand "seiner" Gutachter fest, welche Leistungen zu erbringen sind. Bei Ihnen sind wohl LTA nötig.

" durch eine andere Behörde auf einmal eine medizinische Reha im Eilverfahren bekommen konnte?"
Unterschiedlich Behörden haben unterschiedlich Vorschriften. Von daher ist es gut möglich, dass der eine zu Recht ablehnt während der andere zu Recht bewilligt.

"Warum muss ich eine 6 Wöchige Berufsfindungsphase machen?"
Hier geht es meist nicht nur darum, einen Beruf für Sie zu finden, sondern auch um Ihre Fähigkeiten und Belastbarkeit kennenzulernen. Wenn Sie mit dem "Plan" nicht so einverstanden sind, wie oben gesagt, Wünsche schriftlich vorbringen.

1. Zur Einsicht in das Gutachten: Ich empfand es einer Frechheit, so abgewimmelt worden zu sein. Das heißt für mich, dass dass es hier ga nicht um irgendwelchen Bemühungen geht. Es geht hier scheinbar nicht um Menschen, sondern nur im Nummern und um sonst gar nichts.
Es ist mein gutes Recht, das zu lesen, was in einem Gutachten über mich geschrieben wird, damit eben solche Fehler vermeiden werden können, wie dieser "sorgfältige" Arzt sie sich geleistet hat.
Dieses ganze Klageverfahren und die Kosten hätten eingespart werden können, wenn die Betroffenen auch die Möglichkeit bekommen, sich gegen ein fehlerhaft erstelltes Gutachten wehren können, noch bevor die DRV eine Entscheidung trifft.
Aber den Aufwand, dein ein Klageverfahren hinzunehmen und das Geld dafür zu verpulvern scheint dann doch mehr wert zu sein. In meinen Fall hat die DRV Mehrkosten, weil Anwaltskosten auch hinzugekommen sind. Nun. War es das wert, liebe DRV????

Zum Punkt Gutachter und Zeit. Dieser Gutachter hat sich weder Zeit noch Mühe gegeben, auch, wenn die "Untersuchung" mehrere Stunden dauerte. Es kann nicht angehen, dass sich ein Gutachter während einer solchen Begutachtung, in der es um die Zukunft und Existenz von Menschen geht, häufig mitten im Gespräch, von seinem Persona oder dem Telefon ablenken lässt und mich dann jedes mal aus seinem Zimmer schickte und mir 500 Fragen auf Auge drückte, die ich immer wieder mit Unterbrechungen auszufüllen hatte. Wenn alle Begutachtungen bei DRV Gutachtern so ablaufen, dann wundert mich nichts mehr.

Dieser Mensch hat sich in keiner Weise irgendeine Mühe gegeben. Deshalb kann ich auch nichts positives an diesem Gutachter und seiner Begutachtung sehen.

Ohne eine andere Behörde wäre die DRV niemals auf die Idee gekommen, selbst die Leistungen für eine medizinische Reha zu gewähren. Das ist echt traurig.

Kein Mensch kommt auf die Idee, dass diese ganze Scheiße meinen Gesundheitszustand erheblich verschlechtert hat..

Kein Mensch kommt auf die Idee, dass generell solche Verfahren die Gesundheit und Existenz anderer gefährdet, weil es nicht wirklich jemanden interessiert.
Es geht nur um die Einsparung von Kohle, um sonst nichts. Zumindest ist das in meinem Fall mein Eindruck, denn vor 12 Jahren wurden mir auch Leistungen verwehrt und ich landete wenige Zeit später für fast 3 Monate in einer Psychosomatischen Klinik.
Das sind meine Erfahrungen mit der DRV.