von
Longo82

Hallo Zusammen,

ich bräuchte mal eure Einschätzung.

Bin seit 10 Wochen Krank geschrieben wegen meinen zwei Bandscheibenvorfällen. Zuvor habe ich ALG I bezogen und beziehe momentan Krankengeld. Über dieses bin ich auch versichert.
Mein ALG I-Leistungsbezug ist zudem erschöpft, also ausgelaufen zum 30.05.15.

Habe über meinen Arzt eine ambulante Reha beantragt. Der Arzt hat diese, auf meinen Wunsch hin, bei der Krankenkasse
mit Formular 60 eingeleitet. Daraufhin ging alles seinen gewohnten Lauf. Meinem Reha Antrag wurde stattgegeben und eine 3 Wöchige Reha genehmigt.

Frage 1: Somit habe ich ein Dispositionsrecht (wegen eigener Beantragung) die Reha abzusagen oder zu verschieben, stimmt das?

Seitdem ich die Reha beantragt habe, hat sich mein Zustand durch viel KG, Physiotherapie und Elektrotherapie schon deutlich verbessert.
Zum 24.08. hat sich jetzt ein neuer Arbeitzplatz für mich ergeben.

Selbst würde ich es so einschätzen, dass ich bis dahin meine Gesundheit nochmal durch KG, ausreichend in den Griff bekomme, um dort zu starten (Was nach langer Arbeitslosigkeit, natürlich mein Wunsch ist).

Eine Aufnahme für die Reha im Rehazentrum, wäre erst zum Ende August/ Anfang September möglich (Resultat aus persönlicher Nachfrage).

Frage 2: Wie gehe ich da jetzt am besten vor, um die Reha zu stoppen? Was und an wen muss ich schreiben? (Auf welche Paragraphen muss ich mich berufen)?

Ich will auf keinen Fall das der baldige Arbeitgeber dies erfährt und ich somit meinen neuen Arbeitsplatz in Gefahr bringe.

Frage 3: Dürfte die Krankenkasse bzw. die Rentenversicherung den Arbeitgeber, aufgrund des Datenschutzes überhaupt informieren (das ich krank bin und eine Reha beantragt habe), wenn die Anmeldung Seitens des Arbeitgebers bei den Sozialversicherungen erfolgt?

Frage 4: Sollte ich die KK nochmal anrufen, um solch ein Problem zu verhindern oder reicht es die Reha bei der Rentenversicherung abzusagen?

Frage 5: Muss ich fürchten, dass die KK mir nach Absage der Reha, mein Krankengeld bis zum Start der Arbeitsstelle streichen will?

Würde natürlich gerne bis zu diesem Zeitpunkt meinen noch nicht perfekten Zustand verbessern.

Frage 6: Wird eine Absage der Reha, meine Chancen auf Reha verringern, wenn ich beim arbeiten doch wieder Probleme bekomme und neu beantrage?

Hab bisher nur die Bestätigung von der Rentenversicherung erhalten und keine weiteren Formulare weitergegeben an die KK.

Im Prinzip will ich nur den besten Weg finden, um meinen Zustand bis zum Start zu verbessern, aber verhindern, dass die vorige Situation beim neuen Arbeitgeber bekannt wird.
Vielen lieben Dank vorab für eure Auskünfte.

von
Schade

Sie können doch bis zum 24.08. "locker abwarten" und sich dann kurzfristig spontan entscheiden die Reha abzusagen, weil sich kurzfristig eine Arbeitsstelle ergeben hat.

Die Zeit bis dahin nutzen Sie weiter wie bisher für Ihre Gesundheit.

Und am Freitag, den 21.08.2015 sagen Sie telefonisch die Reha ab. Begründung: habe Arbeit gefunden ab Montag....

Selbst wenn die ambulante Reha schon am 17.08. beginnen würde, könnten Sie eine Woche teilnehmen und freitags mitteilen, dass Sie montags wegen der Arbeit nicht mehr kommen.

Außer von Ihnen erfährt der neue AG nichts und die Kasse kann nichts machen - die müssen ja wenn Sie wieder arbeiten auch kein KG mehr zahlen.

von
Longo82

Zitiert von: Schade

Sie können doch bis zum 24.08. "locker abwarten" und sich dann kurzfristig spontan entscheiden die Reha abzusagen, weil sich kurzfristig eine Arbeitsstelle ergeben hat.

Die Zeit bis dahin nutzen Sie weiter wie bisher für Ihre Gesundheit.

Und am Freitag, den 21.08.2015 sagen Sie telefonisch die Reha ab. Begründung: habe Arbeit gefunden ab Montag....

Selbst wenn die ambulante Reha schon am 17.08. beginnen würde, könnten Sie eine Woche teilnehmen und freitags mitteilen, dass Sie montags wegen der Arbeit nicht mehr kommen.

Außer von Ihnen erfährt der neue AG nichts und die Kasse kann nichts machen - die müssen ja wenn Sie wieder arbeiten auch kein KG mehr zahlen.

Hallo Schade,

vielen Dank schonmal für die Antwort.

Meine oberste Priorität ist halt, dass der neue Arbeitgeber nichts von der Rentenversicherung und der KK erfährt.

Kann man denn so kurzfristig eine Reha absagen? Wer genau muss da denn informiert werden
(Rehazentrum, KK oder Rentenversicherung)? Am besten schriftlich oder telefonisch?

Das Rehazentrum hat mir übrigens offiziel noch gar keinen genauen Termin genannt.
Das war auf Anfrage von mir nur eine lose Auskunft.

Bei der Bestätigung der Reha waren ja auch diverse Formulare dabei. Für KK, Arbeitgeber und Übergangsgeld.
Das wollte ich alles garnicht erst in die Wege leiten.
Allein schon aus Angst davor, dass man bei Antritt der Arbeitsstelle womöglich plötzlich von mir erwartet, das Schreiben dann am 24.08. dem Arbeitgeber übergeben zu müssen. Weil ich ja dann plötzlich einen Arbeitgeber habe.

Mein neuer Arbeitgeber wird mich ja auch bei den Sozialversicherungen bald anmelden, von daher habe ich die Befürchtung, dass er es gesagt bekommt, wie mein aktueller Status ist.
KK und Rentenversicherung sehen doch dann auch, dass ich nicht die Reha und die Arbeit gleichzeitig machen kann.

Viele Grüße und angenehmes WE

von Experte/in Experten-Antwort

Das Dispositionsrecht eines Versicherten ist eingeschränkt, wenn dieser von der Krankenkasse nach § 51 Abs. 1 SGB V bzw. von der Agentur für Arbeit nach " 125 Abs. 2 SGB III aufgefordert worden ist, innerhalb von zehn Wochen einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsmarkt zu stellen. In einem solchen Fall kann der Versicherte sein Dispositionsrecht nur mit Zustimmung der Krankenkasse bzw. der Agentur für Arbeit ausüben.
Aus Ihren Darstellungen geht nicht hervor, ob Sie aufgefordert wurden, einen solchen Antrag zu stellen.
Sollten Sie nicht aufgefordert worden sein, können Sie jederzeit die Rehabilitation absagen. Anderenfalls sind Sie, wie o.a. in Ihrem Dispositionsrecht eingeschränkt.

von
Longo82

Zitiert von: Schade

Das Dispositionsrecht eines Versicherten ist eingeschränkt, wenn dieser von der Krankenkasse nach § 51 Abs. 1 SGB V bzw. von der Agentur für Arbeit nach " 125 Abs. 2 SGB III aufgefordert worden ist, innerhalb von zehn Wochen einen Antrag auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation oder zur Teilhabe am Arbeitsmarkt zu stellen. In einem solchen Fall kann der Versicherte sein Dispositionsrecht nur mit Zustimmung der Krankenkasse bzw. der Agentur für Arbeit ausüben.
Aus Ihren Darstellungen geht nicht hervor, ob Sie aufgefordert wurden, einen solchen Antrag zu stellen.
Sollten Sie nicht aufgefordert worden sein, können Sie jederzeit die Rehabilitation absagen. Anderenfalls sind Sie, wie o.a. in Ihrem Dispositionsrecht eingeschränkt.

Vielen Dank, dann gilt dieses Recht wohl für mich.

Eingeleitet habe ich die Reha-Maßnahme nämlich auf Eigeninitative, über meinen Facharzt.

Wem gegenüber müßte ich denn das Dispositionsrecht ausüben?

Ein Brief an die zuständige Stelle der Rentenversicherung (und die klärt dann alles auf bei der Kasse/Rehazentrum)?

Auf welche Paragraphen sollte man sich da berufen?

Muss ich bedenken haben, dass mein neuer Arbeitgeber von der Arbeitsunfähigkeit erfährt, wenn er mich bei den Sozialversicherungen anmeldet?

Vielen lieben Dank für Ihre Antworten.

von Experte/in Experten-Antwort

Wenn Sie die Reha-Maßnahme nicht antreten möchten, müssen Sie dies dem Träger mitteilen, der auch die Reha-Maßnahme bewilligt hat, entweder die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger. Eine Rechtsgrundlage für die Rücknahme eines Antrags gibt es nicht. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann Ihr Arbeitgeber, wenn er Sie bei den Sozialversicherungen anmeldet, nichts erfahren.

von
Longo82

Zitiert von: Schade

Wenn Sie die Reha-Maßnahme nicht antreten möchten, müssen Sie dies dem Träger mitteilen, der auch die Reha-Maßnahme bewilligt hat, entweder die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger. Eine Rechtsgrundlage für die Rücknahme eines Antrags gibt es nicht. Aus datenschutzrechtlichen Gründen kann Ihr Arbeitgeber, wenn er Sie bei den Sozialversicherungen anmeldet, nichts erfahren.

Vielen Dank für Ihre sehr hilfreichen Antworten.

Ich hätte noch abschließende Fragen zur Gültigkeit der bestätigten Reha-Maßnahme.

Wenn ich der Rentenversicherung melde, dass ich die Reha nicht antrete, bleibt mir trotzdem ein Recht vorbehalten, die Reha möglicherweise in 4-5 Monaten doch anzutreten?
(Wäre ja möglich, dass sich mein Gesundheitszustand wieder verschlechtert)
Oder müßte diese nach Ausübung des Dispositionsrechts gegenüber der Rentenversicherung neu beantragt werden?

Ich würde mir dann nämlich überlegen, die Reha nicht gänzlich abzusagen, wenn es dazu eine Möglichkeit gibt?

Was ich aber definitiv ausschließen möchte, ist das die Rentenversicherung nach Antritt der Arbeitsstelle, vom Arbeitgeber Formulare anfordert oder Informationen einholt.
Ich will einfach verhindern, dass die Krankheit dort im Vorfeld bekannt wird.

Unter dieser Voraussetzung würde ich die Reha lieber gleich ganz absagen.

Sollte die Reha im Verlauf völlig wider Erwarten doch eine Möglichkeit darstellen, könnte ich den Arbeitgeber immernoch darüber informieren.

Könnte man dann die auszufüllenden beiligenden Formulare (Bewilligung der Rehamaßnahme), in der Folgezeit einfach verwenden oder muss alles von neuem beantragt werden?

Ich wünsche Ihnen einen entspannten Resttag.

Freundliche Grüße

Longo

von
Frau X.

Die aus meiner Sicht einfachste Lösung:
Bitte Sie den Kostenträger unter Hinweis auf die voraussichtliche Arbeitsaufnahme um Verschiebung für x Monate.
Dann können sie schauen, wie sich die Arbeitsaufnahme auf den Gesundheitszuastand auswirkt.
Absagen können Sie die Reha dann immer noch (allerdings nicht - wie hier empfohlen- erst einen Tag vorher - dann kann nämlich auch niemand anders mehr den Platz bekommen)