von
Ina Sparmann

Hallo,

bei der sogenannten Mütterrente wird immer so generös getan, als ob es sich um eine eigenständige Rentenversorgung handelt.
Dabei handelt es sich doch nur um die Anrechnung der Kindererziehungszeiten, die immer noch ungleich gewichtet sind.

Drei meiner Kinder (alles fleißige Beitragzahler ohne Fehlzeiten) sind vor 1991 geboren, dafür werden mir "als Mütterrente" theoretisch sechs persönliche Entgeltpunkte gutgeschrieben.
Ein Kind wurde nach 1991 geboren und ist noch nicht erwerbsfähig, dafür werden 3 persönliche Entgeltpunkte angerechnet - macht insgesamt neun Entgeltpunkte für vier Kinder.
Jemand der drei Kinder nach 1991 geboren hat, hätte die gleiche Wertzuschreibung.
Allerdings spricht man dann nicht mehr von "Mütterrente".

Nun bekomme ich eine volle Ewerbsminderungsrente, die mit 10,8% Abschlag belastet wird.
Ist es korrekt, dass bei der Berechnung der Entgeltpunkte die Kindererziehungszeiten ebenfalls mit 10,8% Abschlag bedacht werden?
Entspricht dies dem Ansinnen der "Mütterrente"?

von
KSC

Zunächst mal vorweg: den Begriff "Mütterrente" gibt es in keinem Gesetz, der existiert lediglich im Volksmund.
Dahinter verbirgt sich die Tatsache, dass Kindererziehung in der Rente angerechnet wird, wie wissen Sie ja bereits.

Die Kinderzeiten sind also wie alle anderen Beitragszeiten zu sehen, daher ist es vollkommen logisch, dass auch Abschläge (und Zuschläge falls jemand erst nach der Regelaltersgrenze in Rente geht) anfallen. Insofern hat die Abschlagsproblematik eigentlich absolut nichts mit den Kindererziehungszeiten (sprich der Mütterrente :)) zu tun.

So gesehen ist bei Ihnen alles korrekt, zumindest so wie es "der Gesetzgeber" vorgegeben hat.

Alles andere klären Sie bitte auf politischer Ebene und nicht im Forum, denn die Gesetze werden und wurden nicht von der DRV sondern von unseren parlamenten gemacht.

von
Sturkopp

Hallo Fr. Sparmann,

was spricht dagegen? Sind die Entgeltpunkte anders zu bewerten als die bezahlten? Warum?

Sind Mütter bessere Menschen?

LG Sturkopp

Experten-Antwort

Hallo Ina Sparmann,

Wie bereits von KSC geschrieben, existiert der Ausdruck Mütterrente nicht im Gesetz.
Die Zeiten der Kindererziehung werden als Pflichtbeitragszeiten mit allem Für und Wider rentenrechtlich betrachtet. Man kann darüber z.B. den Schutz der Erwerbsminderungsrente erwerben, dafür werden die Kindererziehungszeiten aber auch wie andere Pflichtbeitragszeiten behandelt und unterliegen somit auch der Kürzung aufgrund eines vorgezogenen Rentenbezuges.
Insofern ist es rechtlich korrekt, dass die Kindererziehungszeiten in Ihrem Fall ebenfalls der Kürzung i.H.v. 10,8 % unterliegen.

von
Schießl Konrad

Mütter müssen nicht immer bessere Menschen sein, aber 4 Kinder sind auch für die Rentenkasse
sehr wertvoll, zumal wenn diese Kinder in die Rentenkasse einzahlen.

Wie schon erwähnt, das Wort Mütterrente ist ja keine eigene Rente, nur ein Worthülse, damit
man weiß um was es geht.Es sei dahingestellt, ob es notwendig war, für Geburten vor 1992 jetzt
auch mit einen 2.Entgeltpunkte zu bedienen.
Es passiert doch immer wieder, dass später oder früher Geborene vom Gesetz benachteiliegt oder
sogar bevorzugt werden.Bei den Renten Anteilen für Kinder ist zu berücksichtigen, hierfür wurden keine Beiträge aufgebracht, immerhin für Geburten ab 1992 30,45 Rentenwert x 3 91,35 monatlich Brutto. Wäre ja nicht gerecht Abschläge auf Rente aufzuteilen.
Bringe mal ein positives Beispiel für die sogenannte Mütterrente, was dem Staat viel Geld kostet.

Bei Heirat im Jahre 1957 hat sich meine Frau den selbst bezahlten Beitrag erstatten lassen, dies aber 1996 repariert und 12973,50 DM. Heiratserstattung nachbezahlt.
Nun mehr erhält meine Frau ab 1.7.2016 für diese Nachzahlung und für 5 Geburten= gleich 10
Entgeltpunkte 642,10 Nettorente monatlich, will nicht verschweigen, dass ich für 48 Jahre Beitrags-
zahlung mit 65,8232 Entgeltpunkte monatlich bedacht werde.

MfG.

von
Sturkopp

[quote=254274]
Mütter müssen nicht immer bessere Menschen sein, aber 4 Kinder sind auch für die Rentenkasse
sehr wertvoll, zumal wenn diese Kinder in die Rentenkasse einzahlen.

Lieber Herr Schießl,

es ist ja nicht so das die Frauen dieses alleine bewerkstelligen.

Ich bin selber Vater von 4 Kindern und muss den leidigen Abschlag von 10,8 % verkraften.
Das ich meine Gesundheit dafür geopfert habe um 4 Kids und ihre Mutter zu versorgen ist dabei egal.

L.G.
Sturkopp

von
Sturkopp

[quote=254274]
Mütter müssen nicht immer bessere Menschen sein, aber 4 Kinder sind auch für die Rentenkasse
sehr wertvoll, zumal wenn diese Kinder in die Rentenkasse einzahlen.

Lieber Herr Schießl,

es ist ja nicht so das die Frauen dieses alleine bewerkstelligen.

Ich bin selber Vater von 4 Kindern und muss den leidigen Abschlag von 10,8 % verkraften.
Das ich meine Gesundheit dafür geopfert habe um 4 Kids und ihre Mutter zu versorgen ist dabei egal.

L.G.
Sturkopp

von
Schießl Konrad

Versicherungsfremde Leistungen sind Rentenzahlungen für die keine Beiträge bezahlt wurden.
Die Erwerbsminderungsrente ist die Fachbezeichnung für frühzeitige Rentengewährung in der
Rentenversicherung für die ja Beiträge geflossen sind.

Irren ist menschlich.

MfG.

von
Jonathan

Zitiert von: Schießl Konrad

Versicherungsfremde Leistungen sind Rentenzahlungen für die keine Beiträge bezahlt wurden.
Die Erwerbsminderungsrente ist die Fachbezeichnung für frühzeitige Rentengewährung in der
Rentenversicherung für die ja Beiträge geflossen sind.

Irren ist menschlich.

MfG.


Es ist keinesfalls selbstverständlich, dass EM-Renten und Reha-Maßnahmen zum Leistungsumfang einer gesetzlichen Rentenversicherung gehören.
Versuchen Sie doch mal einen privaten Rentenversicherungsanbieter zu finden, der solche Leistungen automatisch mit anbietet.

Wer außer einer Rentenversicherung fürs Alter auch noch eine BU- oder EM-Rente haben will, der muss beide Leistungen extra versichern und Reha-Maßnahmen werden von privaten Versicherern schon gar nicht angeboten.
Warum wohl nicht?

von
W*lfgang

Zitiert von: Jonathan
und Reha-Maßnahmen werden von privaten Versicherern schon gar nicht angeboten. Warum wohl nicht?
...ach:

"Um die Kostenübernahme durch die PKV zu gewährleisten, muss diese entweder durch Bestandteile des Versicherungsvertrages oder durch den Abschluss einer Kur-Zusatzversicherung abgedeckt sein. Es gibt Privatversicherungen, die im Rahmen der normalen Krankenversicherung die Übernahme für Kuren und Rehas anbieten. Andere wiederum bieten spezielle Kur-Zusatztarife an."

http://www.krankenkasse-vergleich.de/pkv/leistungen/reha-kur/

Eine von vielen Fundstellen. In einem haben Sie Recht, die PKV ist nicht Anbieter der Maßnahmen, 'nur' Kostenträger ...aber, Moment, die haben ja auch keine eigenen Ärzte zur Behandlung, übernehmen wieder nur die Kosten - irgendwie ist das mit der PKV ganz schön blöd ;-)

Nebenbei, die 'Invalidenversicherung' der gesetzlichen Rentenversicherung ist älter, als Sie jemals werden; warum wohl so uninformiert?

Gruß
w.
PS: Hat natürlich nichts mit der Ausgangsfrage zu tun, was in meinen Augen auch hier elementare Grundkenntnisse der Rentenversicherung vermissen lässt - die Wohlfühlgesellschaft eben, gebt mir immer mehr...

von
Jonathan

Zitiert von: Jonathan

....dass er mal wieder nicht richtig gelesen oder verstanden hat.

Oder kennt er vielleicht eine "PKV" die Renten zahlt?

von
Jonathan

Zitiert von: Jonathan

Schwenken von PKV- zu PRV-Leistungen -

Ach wirklich?
Den "Schwenk" von "PRV" zur "PKV" haben Sie doch wohl gemacht und nicht ich.
Lesen und verstehen scheint tatsächlich nicht Ihre Stärke zu sein.
Dafür sind Sie im Klugscheißen unschlagbar.