von
Papa

Guten Tag,
meine erste Ehe wurde vor fast 20 Jahren geschieden.
Zwei Kinder sind vor 1992 geboren.
Da meine Exfrau durch die Mütterrente eine höhere Rente nun zugesprochen bekommen werden wird, stimmt doch der damals berechnete Versorgungsausgleich nicht mehr.
Es müssten mir Rentenpunkte zurückübertragen werden.

Wie kann ich eine Neuberechnung des Versorgungsausgleiches beatragen ?
Gibt es dafür ein Formular ?

Danke
Papa

von
oder so

Änderungsantrag Versorgungsausgleich bitte beim Familiengericht; wird gemacht, wenn Bagatellgrenze überschritten wird - VORSICHT: auch die Bewertung Ihres Rentenkontos und Vorsorgestatus' nimmt an allen Rechtsänderungen der letzten 20 Jahre teil...

von
Papa

Kann man sich irgendwo berechnen lassen, ob man am Ende nicht drauflegt ?

von
Jonas

Hallo!

Lassen Sie sich von einem Fachanwalt für Familienrecht beraten.

Ein leichtfertiger Antrag bei Gericht könnte Ihnen sonst teuer zu stehen kommen.

MfG

Jonas

von
Papa

Kann man sich das von der DRV nicht vorrechnen lassen ?
Ein Fachanwalt kostet sofort Geld.

von
Papa

Mir fällt gerade ein, ich bin beim VDK, würden die das vielleicht ausrechnen ?

von
Jonas

Hallo!

Die DRV kann und darf nur zu ihren eigenen Anwartschaften in der gesetzlichen Rentenversicherung Stellung nehmen.

Inwieweit der VdK helfen kann, kann ich Ihnen nicht sagen. Fragen kostet aber nichts.

MfG

Jonas

von
Onkel Otto

Ich glaube kaum dass sich rückwirkend etwas ändert,denn der VAG wurde nach den damals geltenden Richtlinien berechnet.

von
Papa

Das müsste ein Experte beantworten können ?
Ist keiner da ?

von
Keine Ahnung

Bei einem Abänderungsantrag wird das neue Recht (Recht des Versorgungsausgleichs hat sich zum 01.09.2009 gravierend verändert) zu Grunde gelegt. Es empfiehlt sich daher dringend eine vorherige fachliche Beratung. Diese Beratung kann nicht von der Rentenversicherung erfolgen.

von
Papa

Verstehe, kompliziert, weil damals keine z.B. Lebensversicherungen geteilt wurden.

Mütterrente ändert letztendlich das Recht in der Vergangenheit.
Dann müssten auch die Vermögensverhältnisse der Vergangenheit zugrunde gelegt werden.
So mein Rechtsempfinden ????

von Experte/in Experten-Antwort

Eine Neuaufteilung der Anrechte erfolgt nur, wenn das Familiengericht die frühere
Versorgungsausgleichsentscheidung (Erstentscheidung) abändert.
Eine Abänderung kann sich im Ergebnis auch zulasten des Antragstellers auswirken.
Eine Abänderung ist u.a. möglich, wenn sich der Wert eines oder mehrerer bisher im Ausgleich berücksichtigter Anrechte aus rechtlichen oder tatsächlichen Gründen nachträglich wesentlich verändert hat.

Über den Ausgleichswert erstellt der Rentenversicherungsträger eine Auskunft. Der Ausgleichswert kann dann mit dem Ausgleichswert aus der ursprünglichen Versorgungsausgleichsentscheidung verglichen werden.

Hierbei sind zwei Wertgrenzen zu betrachten. Sie werden vom Familiengericht geprüft, wenn dort die Abänderung beantragt wird.

Bei der ersten Wertgrenze muss sich der Ausgleichswert aus der Erstentscheidung über den Versorgungsausgleich um mindestens 5 Prozent geändert haben.

Bei der zweiten Wertgrenze wird bei „Altfällen“, Scheidungsurteil nach dem Recht bis 31.08.2009, geprüft, ob bei Anrechten aus der gesetzlichen Rentenversicherung die Wertänderung 1 Prozent der monatlichen Bezugsgröße (§ 18 Abs. 1 SGB IV) zum Ende der Ehezeit überschreitet.

Da bei der Abänderung von Entscheidungen der Versorgungsausgleich nicht allein hinsichtlich der Wertänderung durch die „Mütterrente“ korrigiert wird, sondern bei Erstentscheidungen nach dem Recht bis 31.08.2009 sämtliche Anrechte neu bewertet und zwischen den Geschiedenen neu aufgeteilt werden, kann von Seiten der Rentenversicherungsträger nicht beurteilt werden, ob sich eine Abänderungsantrag beim zuständigen Familiengericht rechnen wird.
Daher ist es empfehlenswert sich vor einer Antragstellung von einem Fachanwalt für Familienrecht beraten zu lassen. Ein Anwaltszwang besteht allerdings nicht. Bedenken sollten sie allerdings auch, dass die Gerichtskosten auch entstehen, wenn tatsächlich zu keiner Durchführung des Abänderungsverfahrens kommen wird.

von
W*lfgang

Zitiert von: Papa
Mütterrente ändert letztendlich das Recht in der Vergangenheit.
Dann müssten auch die Vermögensverhältnisse der Vergangenheit zugrunde gelegt werden.So mein Rechtsempfinden ????
Papa,

aus der Vergangenheit wird lediglich der zu teilende Zeitraum zugrunde gelegt, der unverändert geblieben ist, und dann die sich darin befindlichen beiderseitigen Versorgungsansprüche nach _aktuellem_ Recht neu bewertet/geteilt. Alle Rechtsänderungen der letzten 20 Jahre dazu fließen da ein ...man kann sich da nicht nur die 'Rosinen' rauspicken.

Besondere Vorsicht ist geboten, wenn Sie Betriebsrentenansprüche erworben haben, die wurden früher im Versorgungsausgleich recht klein gerechnet und der EX nur ein mickriger Betrag übertragen. Das sieht heute deutlich anders aus, da können Sie ganz schön verlieren - das wiegt die 'Abgabe einer halben Mütterrente' nicht auf.

Aus Sicht allein Rententeilung ist sicher eine grobe Einschätzung anhand der alten Berechnungen, möglich - mit weiteren/anderen/zusätzlichen Versorgungen kann das nur (wie die Vorredner schon deutlich gemacht haben) ein versierter Fachanwalt in der Summe leisten.

Nebenbei, Sie können zwar den Abänderungsantrag zurückziehen, wenn für Sie negative Folgen zu erwarten sind, aber, da die EX beteiligt wird, wird Sie das Verfahren zu eigenen Gunsten dann fortführen ;-)

Gruß
w.

von
gacki

Zitiert von: Papa

Mir fällt gerade ein, ich bin beim VDK, würden die das vielleicht ausrechnen ?

Welch ein Zufall, dass dir das einfällt, hmmm? Ja, der VdK rechnet dir was aus, wenn grad mal deren Rechenschieber geht.... oder der Abakus.....

von
Brigitte

Im Sept. 2013 habe ich einen Antrag beim Familiengericht gestellt bezügl. Ausgleich Betriebsrente meines Ex-Mannes, Scheidung 1996. Wurde von ihm und dem Familiengericht abgelehnt. Habe dann Rechtsanwältin eingeschaltet. Verorgungsausgleich wurde neu berechnet. Mündl. Verhandlung, auf Antrag von meinem Ex-Mann. Juli 2014. Widerspruch wegen Aufteilung der Mütterrente. Oberlandesgericht neue Auskunft bei Bundesvers. Bund. Entscheidung Gericht sowie Bundesvers.Bund: Aufteilung der ges. Rente ab Oktober 2013 abgeändert. Jetzt muss ich ab Okt. 2013 den Anteil der Münterrente zurückzahlen, obwohl mir die Punkte erst im Juli 2014 gutgeschrieben wurden. Widerspruch geschrieben. Half nichts. Das ist wohl ein Fall für die Zeitung..... Bekomme zwar durch die Betriebsrente eine Nachzahlung aber die decken nicht einmal die Kosten......Dies zur Abänderung des Versorgungsausgleiches

von
Viktor Mojse

BEISPIEL für die Wertgrenzenberechnung der §§ 51 Versorgausgleichsgesetz und § 225 FamFG in Verbindung mit 18 SGB IV:

-Ehehezeitende 29.2.2000 Scheidung 10/2000
- drei vor 1992 in der Ehe geb. Kinder
-alter Versorgungsausgleich aus dem J. 2000
Ausgleichswert 1= 1400 DM = 715,82 Euro

Wertgrenze 1:
5 % von 715,82 Euro = 35,79 Eur.
Wertgrenze 2:
53.760 DM damals Bezugsgrösse n § 18 SGB
=4.480 DM mtl/1 % dav.= 44,80 DM =22,90 Eur

3 Kinder = rd. 28 Euro mtl. mal 3 geteil d. 2 =
rd. 42 Euro

Noch nicht bekannter Ausgleichswert Nr. 2 (der muss vom Gericht Im Verfahren nach § 51 berechnet werden nach Auskunft der Versorgungsträger) .
Die Differenz zwischen Ausgleichswert 1 = siehe oben = 715,82 Euro und dem Ausgl.wert 2 muss die o.g. 2 Beträge:
von 35,79 bzw. 22,90 Euro übersteigen.
(Bagatellgrenze muss überschritten werden).
Bei 3 vor 1992 Kindern (Mütterrente) dütrfte dies bereits der Fall sein, siehe oben: rd. 42 Euro. Es reicht für die TOTALREVISION des aslten VA, wenn ein Überschreiten bei einem der Anrechte gegeben ist.