von
Janina M.

Sehr geehrte Experten im Forum,
im Moment bin ich völlig ratlos, weshalb ich auf einen guten Hinweis von Ihnen hoffe. Bei mir wurden folgende (gesicherte) Diagnosen gestellt: rezidiv. Epicondylitis uln. et rad. beidseits (rechts schon operiert und trotzdem wieder), Degeneration HWS/BWS/LWS, pränat. Skoliose auf Ischiashöhe, multiple Arthrose, Hallux Valgus, Chondropathie Knie beidseits, chronische Depression, echte Migräne, Innenohrschwerhörigkeit beidseits sowie Struma. Gallenblase und Uterus wurden op. entfernt. Die Nachweise dafür (bildgebende Diagnostik, fachärztl. Gutachten, OP-Berichte) liegen allen Beteiligten vor.
Die sozialmed. Gutachterin der GRV hat trotz dieser Diagnosen den ICD-Schlüssel F45.1 eingetragen und angegeben, dass ich ohne jegliche Einschränkungen vollschichtig tätig sein könne. Selbst bei der Frage nach Therapien und Eingliederungsmaßnahmen hat sie "nein" angekreuzt. Nun berufen sich alle auf dieses Gutachten. Das SG hat uns aufgefordert, die Klagen zurückzuziehen, da sie sonst abgewiesen werden. Daraufhin zog die RS-Versicherung die Deckungszusage für weitere Aktionen zurück. Welche Möglichkeiten habe ich jetzt noch? Die Variante Rechtspfleger vom SG dürfte nichts bringen, da dieser sich nicht gegen die Meinung seines Dienstherrn stellen wird.
Herzlichen Dank für hilfreiche Tipps! Marion
PS. Einen Antrag auf Anerkennung eines GdB habe ich gestellt, warte aber noch auf den Bescheid. Könnte der evtl. was helfen?

von
R. Fischer

Hallo Janina,

ich finde es unmöglich, das die Gutachterin Sie bei den vielen gesichterten Diagnosen als vollschichtig arbeitsfähig benennt!!! In ein paar Stunden werden die Experten online kommen und dann erhalten Sie auf jeden Fall noch Antworten auf Ihre Fragen. Alles Gute!

LG R. Fischer

von
hinten wie von vorne

Vorab: ich bin kein Arzt und ich erwarte auch nicht, dass sich hier im Forum ein Arzt oder sonst jemand tummelt, der Ahnung von medizinischen Sachverhalten hat und/oder Ihren Fall, ohne Sie zu kennen, qualifiziert beurteilen kann. Daher kann man nur allgemeine Auskunft geben.
Bei der Beurteilung einer Erwerbsminderung kommt es nicht auf die Summe der Erkrankungen und Diagnosen an, sondern wie diese sich in Ihrem Zusammenspiel auf die Erwerbsfähigkeit auswirken. Es ist eben nicht so, dass eine höhere Anzahl von Diagnosen und Erkrankungen automatisch eine „stärkere“ Erwerbsminderung bedeuten.
Offensichtlich ist niemand außer Ihnen selbst der Meinung, dass Ihre Erkrankungen eine Erwerbsminderung ergeben. Daher – um auf die Kernfrage, was Sie nun tun können, einzugehen – bleibt Ihnen nun, das zu akzeptieren, oder alleine den weiteren Rechtsweg zu beschreiten. Lassen Sie sich von Ihrem Anwalt bzw. Rechtsbeistand beraten, welche Möglichkeiten eines „Gegengutachtens“ es gibt (§ 109 SGG). Möglicherweise ist das jedoch auch schon geprüft worden – die Haltung Ihrer Rechtschutzversicherung spricht dafür. Umso mehr sollten Sie sich – ohne Ihnen zu nahe treten zu wollen – einmal selbst hinterfragen, ob Ihre eigene Einschätzung nicht vielleicht doch etwas „überzogen“ sein könnte und Sie sich nicht vielleicht in ein Rentenbegehren zu sehr hinein gesteigert haben könnten.
Sie schreiben, das Gutachten sei „nachweislich“ falsch. Welche Nachweise können Sie hierfür beibringen und für wie qualifiziert schätzen Sie diese selbst ein, und warum?
Die Beantragung des GdB hat im weiteren Verlauf keinen unmittelbaren Einfluss auf eine Entscheidung über die Erwerbsminderung. Ein GdB ist zwar ein Hinweis auf eine gesundheitliche Einschränkung, sagt aber über die Auswirkung von Erkrankungen in ihrem Zusammenspiel auf die Erwerbsfähigkeit nichts aus.

Noch ein Wort zu „R. Fischer“: ich finde es unmöglich und unverantwortlich, ohne eine Ahnung vom Sachverhalt oder von der Materie zu haben, solch unqualifizierte Kommentare abzulassen. Sie helfen nichts, geben keine Tipps und sind nur populistisch. [Und ich finde es unmöglich, „dass“ nur mit einem „s“ zu schreiben, wenn es tatsächlich mit „ss“ geschrieben werden müsste…]

von
Nahla

Die GA scheint der Ansicht zu sein, dass trotz der vorliegenden gesicherten Diagnosen das "Hauptproblem" eine gut behandelbare somatoforme Störung ist, was bedeutet, dass sich Ihre genannten Gesundheitsprobleme nicht auf die gesicherten Diagnosen zurückführen lässt. Dagegen werden Sie zum jetzigen Zeitpunkt nur dagegen vorgehen können, wenn Sie das GA Stück für Stück widerlegen können (durch Tagesabläufe, Schmerzkalender etc.) und Sie Ihre Einschränkungen, die sich aus allen Erkrankungen ergeben glaubhaft und nachvollziehbar schildern können.

Wenn das SG aber schon zur Rücknahme der Klage aufgefordert hat, wäre der schnellere Weg wahrscheinlich die Rücknahme der Klage und das Neubeantragen der EM-Rente in sechs Monaten. Bis dahin ist ja vielleicht auch der GdB festgestellt worden.

Alles Gute.

von Experte/in Experten-Antwort

1. Entscheidungserheblich für die Feststellung der Erwerbsminderung sind die sozialmedizinischen Gutachten. Die Befunde müssen volllständig erhoben werden, entscheidend ist jedoch dann, inwieweit diese Befunderhebung Auswirkungen auf das Leistungsvermögen hat. Diese Feststellung kann nur ein Mediziner treffen.
Im Sozialgerichtsverfahren werden Gutachten eingeholt, die für die Entscheidung zugrunde zu legen sind.
2. Sollten Sie mit dieser Entscheidung nicht einverstanden sein, besteht für Sie die Möglichkeit auf Ihre Kosten ein Gutachten gem. § 109 SGG einzuholen.
3. Ansonsten sollten Sie dem Rat des Gerichts folgen und zu gegebener Zeit mit weiteren medizinischen Unterlagen einen neuen Rentenantrag stellen.

von
Anni

Hallo Janina,
Sie können doch eine Klage auch ohne Rechtsschutzversicherung betreiben. Daher würde ich wohl zunächst allein weitermachen. Ein quasi abgebrochenes Verfahren bringt niemand was.
Kommt natürlich auch etwas darauf an ,ob sie wirklich nichts vorlegen können. Wie ist es z. B. mit Berichten des Psychiaters zur Depression ? Wissen Sie, wie Sie das aufzählen, sieht es theoretisch wirklich nicht so wild aus. Aberr wir wissen nicht einmal wie lange sie schon krank geschrieben sind, Klinikaufenthalte , Medikamente, gab es eine Reha usw.

Nur Mut, das Verfahren ist mit Hilfe eröffnet worden. Belege beizubringen, das können Sie viel besser als ein Anwalt . In eigener Sache ( ich klage auch )würde ich gern kurz etwas fragen : Wie lang dauerte es vom Einreichen der Klage bis zur Ankündigung des SG, die Klage abzuweisen ? Und gingen dem viele Nachfragen voraus, sprich mussten Sie oft hinschreiben in der Zwischenzeit ?

von
Silvia

Ich würde dem Rat des Experten unter Punkt 3 Folge leisten denn:

Da das Sozialgericht Ihnen bereits nahelegt die Klage zurückzunehmen und damit signalisiert, dass es die Klage bei Fortbestand negativ bescheiden/beurteilen wird und auch die Rechtschutzversicherung bereits nicht mehr mitzieht, würde ich es nicht auf ein rechtskräftiges Urteil ankommen lassen wollen.

Wenn sie die Klage zurücknehmen, wird kein rechtskräftig Urteil zu sprechen sein!

Somit steht, nach einiger Zeit, einem erneuten Verfahren auch nichts mehr im Weg, da alles auf Anfang steht (ohne in bereits rechtskräftiges Urteil als Klotz am Bein zur gleichen Sache).

Gruß Silvia

von
Janina M.

Sehr geehrte Experten,
herzlichen Dank für die vielen Antworten!
Die Diagnose F51.1 sagt, es wäre eine "undifferenzierte Somatisierungsstörung". Die ICD-Beschreibung sagt, dass das Beschwerden sind, für die keine organischen Ursachen nachgewiesen werden können. Doch bei mir gibt es belegte organische Ursachen, was heißt, dass die GA eine falsche Diagnose gestellt hat. Deshalb hatte ich auch alle gesicherten Diagnosen aufgezählt.
Meine behandelnden Ärzte (Hausarzt, Orthopäde, HNO-Arzt, Psychologe) haben durchweg in ihren Einschätzungen erhebliche Einschränkungen dokumentiert, die sich über die Röntgenaufnahmen und Messergebnisse mit organischen Veränderungen begründen lassen. Doch diese Einschätzungen werden nicht beachtet.

FÜNF Fachärzte sagen, dass es bei mir Einschränkungen gibt. NUR die Sozialmedizinerin ist anderer Meinung, aber genau diese EINE Meinung nutzen alle, um meine Anträge abzuweisen. Der subjektive Eindruck einer Psychologin (die gerade einmal ein reichlich halbstündiges Gespräch mit mir geführt hat) wird über die (durch die Unterstützung der bildgebenden Diagnostik möglichen) objektiven Auswertungen der Fachärzte und die Einschätzung meiner behandelnden Psychologin gestellt, die mich seit sechs Jahren durchgängig betreut.

Von "hineinsteigern", wie jemand von Ihnen schrieb, kann also keine Rede sein.
Alles, was ich möchte, ist Gerechtigkeit. Und das würde angesichts der offensichtlichen Widersprüche bedeuten, dass das SG ein fachübergreifendes Gutachten beispielsweise beim MDK in Auftrag geben müsste. Doch genau das tut es nicht.

MfG Janina M.

von
Anni

Hallo Janina,
Vielleicht das noch zur Erklärung : Die weitaus meisten Erkrankungen, die Sie hier anführten, sind ganz sicher nicht bestritten worden. Bloß sind sie nicht relevant für eine Erwerbsminderung. Solche werden im Gutachten zu Recht nicht aufgeführt, also hier sind das die OPs, z. B. , aber auch Hallux Valgus,Struma, Migräne . Auch eine Epicondylitis könnte höchstens ergänzend anerkannt werden . Anderes ist schwammig, wenn es nicht belegt ist , Degeneration der Wirbelsäule hat halt jeder, Arthrose, Chondropathie, alles so Kleinigkeiten, die irgendwie normal sind.

Was man hier nicht sieht, aber dennoch möglich wäre, ist , dass sie belegen können, wie schwer behindernd solche kleineren Diagnosen für Sie sind . Verwenden Sie Hilfsmittel zum laufen, bekommen Sie starke Schmerzmittel , Rehaergebnisse , Pflegebedürftigkeit usw. Das ist vielleicht bisher nicht erfolgt ? Auf dem Papier sind es halt Peanuts, ehrlich gesagt. Aber nun sind Sie dran, wenn Sie weiter machen wollen. Lesen Sie sich ein, bringen Sie Arztberichte ein, nicht über die Untersuchungsergebnisse sondern über Ihre realen Einschränkungen. Diagnosen sind nicht so wichtig.

Ohne Anwalt ist nach meinem eigenen Beobachtungen am Anfang gar nicht so verkehrt, die haben weniger Zeit als Sie selber für den Fall. Weitermachen sollten Sie allerdings wirklich nur, da stiimme ich den Vorschreibern zu, wenn Sie was in Händen haben, und das sind eben nicht Diagnosen, sondern Behandlungen, Schmerztherapie, Hilfsmittel , Rehas, Arbeitsversuche usw.

von
hinten wie von vorne

Das Gutachten hat eine Fachärztin auf psychologischem Gebiet erstellt. Sie betrachtet auch „nur“ die psychologischen Gesundheitseinschränkungen (ihres Gebietes). Andere Gesundheitseinschränkungen kann und darf sie gar nicht beurteilen. Möglicherweise ist ein Zusatzgutachten hilfreich (Facharzt für Innere Medizin vielleicht? Kenne mich da nicht aus). Ob es erforderlich ist, können wir hier nicht beurteilen. Wenn das Gericht es nicht für erforderlich hält, wird es seine Gründe haben.

Wichtig ist außerdem allgemein, dass Mediziner die Zusatzqualifikation für Sozialmedizin haben müssen, um eine Erwerbsminderung qualifiziert beurteilen zu können. Das ist bei der vom Gericht bestellten Gutachterin ganz sicher der Fall, und deshalb zählt ihre Meinung auch und wiegt vorliegend wohl schwerer als die Meinung Ihrer behandelnden Fachärzte, die diese Qualifikation möglicherweise (wahrscheinlich) eben nicht haben. Das hat mit „objektiv“/“subjektiv“ nichts zu tun – als objektiv sind Ihre behandelnden Ärzte weniger zu bezeichnen, das trifft mehr auf die Gutachterin zu als auf diese.

Dass Sie unter gesundheitlichen Einschränkungen leiden, ist sicher unbestritten. Nur ob diese in Ihrer Summe eine Erwerbsminderung begründen, ist der springende Punkt. Das kann (darf) nur ein Sozialmediziner qualifiziert beurteilen.

von
R. Fischer

@ von hinten wie von vorne,

1. Ich habe Janina keine qualifizierte Antwort
gegeben, sondern ich wollte ihr nur Mut
zusprechen!

2. Das geht Sie absolut NICHTS an ob ich
"das" mit einem s schreibe oder mit zwei!

Alles Gute für Janina!

R. Fischer

von
arni

hallöchen,

du kannst auch alles so belassen, und dass sg urteilen lassen.

bei negativen urteil hast du die möglichkeit vor dem landessg zu klagen, aber da solltest du dann zusätzliche gravierende befunde vorlegen können.

unter umständen auch die ev. deiner meinung nach schlechten gutachten beim sg bemängeln aber bitte mit fundierten sachverständnis über eigenen gutachter.

kostet aber erstmal alles viel geld.

wäre nicht dass erstemal dass lsg, urteile der sg kippt.

von
Silvia

@Anni
Janina M steht nicht mehr am "Anfang" mit ihrer Klageerhebung, sie steht bereits vor einer rechtsgültigen sozialgerichtlichen Entsc,heidung.

Das Sozialgericht hat ihr bereits nahegelegt, die Klage zurückzunehmen da man ansonsten gewillt ist über ihre Klage negativ Recht zu sprechen/diese abzuweisen.

Dieses dann rechtskräftig negativ ausgesprochene Urteil wird auch bei einem erneuten Klageverfahren immer wieder grundlegend auftreten/hinzugezogen werden.

Von daher empfiehlt das Sozialgericht, bei Aussichtslosigkeit auf Erfolg, dem Kläger bereits im Vorfeld die Klage zurückzunehmen, damit wird nämlich kein rechtsgültiges Urteil gesprochen, der Rechtsstreit hat sich insgesamt erledigt!

Da auch die Rechtsschutzversicherung bereits signalisiert, das auch sei einen Rückzieher macht, da keine Aussicht auf Erfolg der jetzigen Klage besteht, wäre es wirklich überlegenswerter, dem Rat des Sozialgericht Folge zu leisten und eine Klagerücknahme in die Wege zu leiten.

In dem Fall steht alles wieder auf Anfang und Janina M kann alle ihre Ratschläge beherzigen und versuchen das jetzige Gutachten zu entkräftigen, indem sie aktuelle Nachweise über ihren körperlichen und seelischen Gesundheitszustand sammelt, um damit einen neuen EM-Rentenantrag stellen zu können.

In ein paar Monaten kann ganz nachvollziehbar nämlich auch der Gesundheitszustand eine Verschlechterung erfahren, sodass jetzt eine EM Anerkennung findet, wer weiß!

Was heute noch als "Peanuts" dargestellt wird, kann morgen Rentenrelevanz finden.

@Janina M, ich weiß sehr gut, wie es sich anfühlt mit seinen Leiden nicht adäquat ernst genommen zu werden.

Doch sie müssen sich frei von dem Gedanken der multiplen einzelnen Diagnosen machen und sich voll auf ihren Gesamtgesundheitszustand konzentrieren, wie sehr dieser somatoform (körperlich) und psychisch (seelisch) leidet und wie diese beiden Krankheitsformen zueinander stehen/gesehen werden und welcher psychosoziale krankhafte Hintergrund daraus entstanden ist, den es vordergründig im Gesamtbild zu beurteilen gilt.

Wie gesagt, ich kann ihre Enttäuschung, Wut und Resignation gut nachvollziehen, stand ich selber auch einmal vor diversen (für mein Empfinden) ungerechten Gutachten, die immer nur Teilbereiche meines Gesundheitszustands abhandelten aber mich und meine Leiden nicht mit der Funktionsfähigkeit im Erwerbsleben betrachteten.

Mein sozialgerichtliches Verfahren dauerte 2,5 Jahre und wurde nach dem Einholen eines sozialgerichtlich psychologischem Gutachten letztendlich dahingehend beendet, dass die DRV vom Richter zu einem Anerkenntnis aufgefordert wurde.

Nehmen sie sich jetzt die Zeit und kümmern Sie sich um "Beweise", die eine Erwerbsunfähigkeit aus somatoformen und psychischen Faktoren heraus aufzeigen.

Sie müssen auf die unabdingbare Würdigung aller Leiden gleichermaßen hinweisen, über die es im Gesamten dann zu urteilen gilt und die in einen Bezug zu einem gesunden Erwerbsfähigen gestellt gehört.

Alles Gute wünscht Silvia

von
Janina M.

Sehr geehrte Experten,
ich möchte noch einige Fakten "nachwerfen".
Herr/Frau Fischer: Bitte nicht ärgern. Herzlichen Dank für Ihren Zuspruch! Den kann ich gut brauchen.

Nun zu den Fakten:
* Die Folgen der Fehlbildungen an meiner HWS werden seit 30 Jahren behandelt.
* Die BWS-Schäden werden seit 20 Jahren behandelt.
* Wegen der Arthrose in meinen Füßen trage ich seit über 10 Jahren orthopädische Schuhe.
* Die Depressionen werden seit 15 Jahren medikamentös behandelt. Langzeittherapien (für EKA - Experten werden wissen, was das Kürzel bedeutet) habe ich bereits gemacht.
* Meine behandelnde Psychologin bescheinigt mir wörtlich "stark geminderte/fehlende Konzentrationsfähigkeit".
* Die Epicondylitis wird seit 20 Jahren behandelt.

Mehr Fakten möchte ich zum Schutz meiner Anonymität hier nicht nennen.

Was die Hinweise auf Therapien, Kuren etc. betrifft: Schon mal was von Facharztmangel gehört?
Mir wurde von einem Facharzt die "dringende Notwendigkeit einer komplexen Schmerztherapie" bescheinigt. Allerdings heißt es seit über einem Jahr von genau diesem Arzt: "Termine bekommen Sie erst wieder, wenn Sie Ihre Rente durch haben".
Die Termine werden trotz wiederholter Überweisungen verweigert.

Das glauben Sie nicht? - Das habe ich inzwischen sogar schriftlich.

Ich habe nicht mal nach einem über mehrere Monate bestehenden Burnout eine Kur bekommen. Die Folge: Zwei Jahre später hatte ich einen weiteren kompletten Zusammenbruch mit einer AU über mehrere Monate.

Von "hat doch jeder" kann also keine Rede sein. Um weiteren Äußerungen dieser Art vorzubeugen: Auch mit einem Gips von der Schulter bis zu den Fingerspitzen habe ich voll gearbeitet, als die Schmerzen der Epi vor der Operation unerträglich waren. Gezerrte und angebrochene Finger waren auch kein Arbeitshindernis für mich.

Vielleicht verstehen Sie jetzt, warum mich diese ganze Vorgehensweise so empört und ratlos macht.

MfG Janina

von
Anni

Hallo Silvia, super Beitrag, hilft auch mir . Ich stecke ja mittendrin in der Klage . Gefühlt würder ich eher meinen, ein neuer Rentenantrag in wenigen Monaten macht die da oben noch ärgerlicher ? Nur von daher dachte ich, besser durchziehen, und dann vor das LSG ? Mal gucken, wie es bei mir weiter geht.
Die Peanuts waren um Himmels Willen nicht herablassend gemeint. Das ist nur die Sichtweise eines Gutachters, denke ich, wenn man nicht mit knüppelharten Befunden ankommt. Dass das gleichwohl komplette Arbeitsunfähigkeit bedeuten kann, ist mir schon klar.

im übrigen scheitern natürlich alle Antworter hier an den fehlenden Infos. Mich hätte interessiert, wie lange es dauerte, bis das Sozialgericht zu seiner Einschätzung kam , und ob da zig Gutachten voraus gingen, wissen wir auch alle nicht.

von
Nahla

@Anni

Migräne ist ganz sicher eine Erkrankung, die bei einem neurologisch/psychiatrisch bedingten GA betrachtet werden sollte, da durch Migräne auch eine Erwerbsminderung vorliegen kann. Hier zu behaupten, die Migräne wäre zu Recht nicht aufgeführt, ist schlicht und einfach falsch. Und das bei Migräne Depressionen überwahrscheinlich häufig auftreten, ist auch bekannt.

Wenn die GA dies nicht ausreichend bzw. gar nicht gewürdigt hat, dann möglicherweise, weil die entsprechenden Nachweise fehlen, veraltet sind etc.

von
Janina M.

Hallo Anni,
sorry, die Frage ist mir durchgerutscht.

Die ganzen Befunde und Gutachten sind alle neueren Datums, was auch für die Testergebnisse und Röntgenaufnahmen gilt.
Den Antrag selbst habe ich im Frühjahr 2014 gestellt. Eigentlich wollte ich Wiedereingliederungsmaßnahmen (Teilzeit) beantragen, aber nachdem die Bearbeiterin die Befunde gesehen hat, hat sie mir einen Rentantrag nahe gelegt.
Die Klage haben wir im März diesen Jahres eingereicht. Das SG hat weder meinen Hausarzt noch den HNO oder meine behandelnde Psychologin kontaktiert. Ob der Othopäde kontaktiert wurde, weiß ich nicht. Aber der hat - wie bereits geschrieben - mich seit über einem Jahr nicht mehr gesehen.

Und ... Keine Sorge, ich hab das mit den "Peanuts" von dir nicht in den falschen Hals bekommen. ;-)

MfG Janina

von
Anni

Hallo Janina,

Doch, doch, ich glaube so einiges, bin selber auch in einer Lage, die absurd erscheint.

Trotzdem, eines müssen Sie dringend verstehen, es geht nicht um ihr Leiden selber. Mit meinem Krebs hatte ich auch keine Chance auf Rente. Wenn z. B. ihre Wirbelsäule seit 20 Jahren behandelt wird, und all die Jahre haben Sie gearbeitet, wieso sollte man Sie dann jetzt berenten ?
Was hat sich verändert ? Einlagen in den Schuhen z. B. sind wirklich komplett unbedeutend. Sicher hat der Nachschreiber recht, der sagt, eine Migräne kann im Ausnahmefall so schwer sein, dass sie von Bedeutung ist. Aber da wissen wir halt auch nicht, wie schwerwiegend sie ist, stationäre Aufenthalte dokumentiert usw.

So wie das bei mir abläuft, holt das Gericht auf jeden Fall umfangreich Auskunft von allen Ärzten, und zum Gutachter, sowohl orthopädisch wie psychiatrisch muss ich auch bald. Haben die das denn auch verweigert ? Haben Sie selber eine nochmalige psychiatrische Begutachtung beantragt ? Was hat man geantwortet ?

von
Anni

Oh, hat sich überschnitten. Ist echt interessant für mich ,danke !

Dann läuft es wohl echt anders als bei mir. Klage im Juli eingereicht . Seitdem bin ich total beschäftigt damit, Anfragen zu beantworten. Alle 2 bis 3 Wochen kommt Post an, Stellungnahmen der Gegenseite, die ich kommentieren muss . Und wie gesagt, alle Ärzte angeschrieben, auch deren Antworten erhielt ich als Zweitschrift zugesandt und musste darauf antworten . Ehrlich gesagt hatte ich so ein Tempo auch gar nicht erwartet .
Vielleicht zumindest etwas hilfreich für dich, zu wissen, wie das ein anderes SG macht. Keine Ahnung, was rauskommt, aber den Sachverhalt ermitteln sie gut. Wenn nichts davon bei dir passiert ist, kann man dann nicht Beschwerde einreichen ? Ich denke, da gibt es eine Möglichkeit.

von
Janina M.

Hallo Anni,
dann "willkommen im Club".

Wir haben bei der GRV und dem SG das Gutachten bemängelt. Aber beide lehnen die Einholung eines zweiten Gutachtens unter Berufung auf das erste Gutachten ab.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg bei Ihren Gutachten! Hoffentlich geraten Sie an einen fairen Gutachter!

MfG Janina