von
Silvia

@Janina M

Ich kann einerseits ihre Enttäuschung um das Begutachtungsergebnis gut nachvollziehen, da mir ihr jahrelanges "Durchhaltepraktizieren" nicht fremd ist.

So hatte ich meinen Berufsalltag auch über 20 Jahre gestemmt, die Schmerzen ertragen und mich im Berufsleben und im Privaten (Ehrenamtstätigkeiten) mit Aufgaben umgeben, um Ablenkung vom Schmerz zu erfahren.

Das hat so lange gut funktioniert, bis mein Körper mir zeigte, wenn du nicht auf mich hören willst dann musst du richtig fühlen.

Nachdem ich diverse Operationen hinter mir hatte und endlich aus dem Teufelkreis, mich mit "Arbeit zuzudröhnen" anstatt halb lang zu machen, raus war, kam der psychische Knacks.

Ich war zunächst auch dem Irrglauben verfallen, nachdem meine behandelnden Ärzte mir nahelegten jetzt unbedingt die Notbremse zu ziehen, dass die über 20 Jahre dokumentierten und reichlich gestellten Diagnosen/Befunde, die u.a. zu einem GdB 70 führten, doch aussagekräftig genug seien um die von mir zwar nicht gewünschte aber um meiner Restgesundheit Willen notwendig gewordene beantragte Anerkennung auf EM Würdigung findet.

Ich lernte in dem fast dreijährigem Verfahrensablauf, dass ich mich von dem Gedanken einer Anerkennung meiner einzelnen Leiden und ihren auf Dauer funktionellen Störungen für das EM-Verfahren befreien musste, denn diese fanden ausschließlich zur Feststellung eines GdBs ihre Relevanz.

Für das Erwerbsleben werfen diese funktionellen Störungen natürlich auch Fragestellungen auf, werden aber einer anderen Bedeutung als zur Bemessung eines GdB zugetan, da auch ein anerkannt schwerbehinderter Mensch nicht unbeding auch erwerbsunfähig sein muss.

Ihre hervorgehobenen Erkrankungen, die sich bildgebend und diagnostisch ohne Frage darstellen, werden von daher gutachterlich eingeschätzt und in den Kontext zu ihrem Beruf, hilfsweise zu jedwedem zumutbaren Beruf auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gestellt.

Es ist in beiden Fällen, durch Sie wie auch durch die begutachtenden Personen, immer von einer subjektiven "restleistungsvermögenden Einschätzung" auszugehen.

Dass die zur Beweisführung aufgeforderten Personen u.U. eine anderslautende Einschätzung dabei hervorbringen als sie, der tagtäglich seinen Körper spürt und mit den negativen Auswirkungen im Alltag/Berufsleben klar zu kommen versucht, liegt an der Natur der Sachlage, da diese Personen sich an den Richtwerten der Vorgaben zu den Begutachtungskriterien zu orientieren haben.

Daher wird eine ausführliche gutachterliche aktuelle Befunderhebung, vor allem im Streitfall, aus Vorbefunden/Arztanfragen/gutachterlichen Stellungnahmen zusammengetragen.

Ein Röntgen/MRT/CT Bild sagt z.B. meistens sehr wenig über den Allgemeinzustand der Restleistungsfähigkeit aus außer, die Bildgebung deutet bereits auf massive neutrale Schäden, sodass von einer Komorbidität oder gar Immobilität auszugehen ist.

Veränderungen z.B. der WS teilt man in erbliche, von Geburt an bestehende, traumatisch oder degenerativ erworbene Schädigungen ein.

Bleibende funktionelle neurologische Störungen, die damit einhergehen können, werden ggf. durch beruflich unterstützende Hilfsmittel auszugleichen sein.

Werden z.B. dem Antragsteller einer EM beim Arbeitsablauf keine längeren "Sitzepisoden" mehr zuzumuten sein wird es zu prüfen bleiben, ob durch einen Positionswechsel (stehend, gehend) durch einen Höhen verstellbaren Schreibtisch oder einem Stehpult, über ein Headset/mobiles Telefon der Arbeitsaublauf weiterhin zumutbar bleiben kann.

Selbst die Fragestellung, ob durch zusätzliche überbetriebliche Pausen, mit der Möglichkeit sich in einem Ruheraum (auch liegend) zu erholen um das Restleistungsvermögen zu erhalten, wird ggf. gutachterlich thematisiert..

Das gutachterliche Verfahren ist sehr komplex und bestimmt nicht immer auch nachvollziehbar, schon gar nicht, wenn man sich persönlich begutachtend darin sieht.

Die Beweiserbringung, dass das Restleistungsvermögen im rentenrechtlichem Sinn aufgehoben ist, liegt zunächst immer bei dem EM-Rentenantragsteller, der sich dann aber den gutachterlichen Kriterien zur Feststellung einer EM stellen muss.

Ich stimme @Anni dahingehend vollkommen zu, dass sie, Janina M, sich frei von den Gedanken ihrer vorliegenden multiplen Diagnosen/Befunden/bildgebenden Dokumentationen machen müssen und sich mehr auf mit diesen Diagnosen verbundenen körperlichen wie seelischen Funktionsstörungen im Alltags-/Berufsleben beschäftigen sollten, dass diese auch angemessene Behandlungen erfahren.

Da bereits ein gerichtlich gutachterliches Verfahren erfolgt ist und man Ihnen, nach Durchsicht aller Befunde/Diagnosen/bildgebenden Dokumentationen nahelegt die Klage zurück zu nehmen, bin auch ich, wie weiter oben in meinen Beiträgen erörtert, der Meinung, dass sie gut daran täten dem Hinweis des SG Folge zu leisten.

Ein nicht gefälltes Urteil ist kein Urteil!

Das sollten sie für die Zukunft im Hinterkopf haben.

Neue Erkenntnisse, durch die gleichzeitig parallel laufende GdB-Beweisführungssache, annehmend dass sie sich auf die gleichen Erkrankungen beziehen wie bei Geltungmachung zur EM, werden m.E. demnach nicht zu erwarten sein.

Von daher finde ich es nicht gut beratend von ihrem Anwalt, sie darauf zu vertrösten und ihre Hoffnung weiterhin zu schüren.

Auch ein Sozialverband wird sie im jetzigen Vrfahren kaum anders unterstützen können.

Der Karren steckt (sprichwörtlich betrachtet) im Dreck.

Man sollte ihn, mit Hinblick auf die Zukunft, versuchen gefahrlos daraus zu ziehen und sich die Option einer neuen Antragstellung mit etwaigem erneutem Gerichtsverfahren offenhalten.

Mit der "Brechstange" wird sich der jetzige Richter sicher nicht verbiegen lassen, zumal für ihn die Beweisführung abgeschlossen scheint, sonst hätte er Sie nicht fairerweise um Klagerücknahme ersucht, bevor er sein Statement, in Form einer Ablehnung abgibt, wie er Ihnen bereits prognostizierte.

Vergleichend zu meiner damals begleitenden rechtlichen Unterstützung, sehe auch ich Sie nicht gut anwaltlich beratend.

Haben Sie für sich die Frage geklärt, wer sie finanziell weiter begleiten wird, wenn sich die Rechtsschutzversicherung bei Klagefortführung rauszieht?

Der Anwalt wird im weiteren Prozessverlauf sich mit seinen finanziellen Ansprüche dann an sie halten.

Ignorieren sie nicht alle wohlgemeinten Versuche der Forenteilnehmer ihnen durch eigene Erfahrungen und Sichtweisen die Augen zu öffnen.

Machen sie sich gedanklich von den negativen Dingen frei.
Nicht alle Menschen wollen Ihnen was Schlechtes.
Nicht die Menschen hier und auch nicht die einzelnen Gutachter.

Gruß Silvia

von
Janina M.

Hallo Anni,
sorry, aber scheinbar haben Sie immer noch nicht verstanden, worum es eigentlich geht.
Ja, es gibt ein psychologisches Gutachten. Und genau dieses Gutachten ist das Problem, weil es BEWEISBAR FALSCH ist.
Die dort gestellte Diagnose gibt nach dem ICD-Code an (offizielle allgemeinverständliche Definition):
„… die wiederholte reine DARBIETUNG körperlicher Symptome OHNE den NACHWEIS organischer Ursachen…“
Wir haben aber für die Symptome den Nachweis organischer Ursachen erbracht, was von der GA komplett ignoriert wird, indem sie das Vorhandensein der Symptome selbst bestreitet, was sie allein durch das angekreuzte „Nein“ bei der Frage nach der Notwendigkeit von Therapien oder Eingliederungsmaßnahmen getan hat.

Ja, es gibt MEHRERE andere Gutachten (auch psychologische), die GEGENTEILIG ausfallen, doch alle beziehen sich NUR auf das Gutachten mit der Fehldiagnose. Im orthopädischen GA findet sich sogar die Bestätigung, dass für meinen Besuch beim GA eine Begleitperson notwendig war.

Durch die Prüfung bei dem GdB-Antrag bekommen wir neue „kleine“ Gutachten. Das Sozialamt muss die zugrunde liegenden Gutachten auf Anforderung ja aushändigen und wir können sie bei den Versicherungen und dem SG verwenden, ohne dass sie als Parteiengutachten abgeschmettert werden können. Und damit liegt mein Anwalt im Gegensatz zu Ihrer Äußerung, er würde „Mist erzählen“ richtig.

Hallo Herz1952,
ich werde mich mit der Bitte um Unterstützung an NACOA wenden. Die Experten dieses Vereins sind auf solche Traumata spezialisiert, die bei mir hauptsächlich die Depressionen ausgelöst haben und die von der GA bestritten werden. Auf jeden Fall werde ich nicht aufgeben.
Mit freundlichen Grüßen Janina

von
Herz1952

Hallo Janina,

"kleine Gutachten" werden Ihnen bereits mit dem GdB-Bescheid mitgeteilt.

Dann könnten Sie auch die Begründungen zu den einzelnen Behinderungen anfordern. Diese müssten Ihnen detailliert mitgeteilt werden, schon aus dem Grunde, weil Sie gegen den GdB-Bescheid auch Widerspruch einlegen könnten.

Ich hoffe das hilft Ihnen weiter. Es könnte ja sein, dass die Krankheiten anders beurteilt werden. Das wäre sozusagen der Hebel, der das GA "aus den Angeln" hebt.

Ich glaube, mein Berater hat sich damals ähnlich ausgedrückt. Ich habe es allerdings nicht gebraucht.

von
Mitleserin

Hallo Janina M.,

Zitiert von: Janina M.

scheinbar haben Sie immer noch nicht verstanden, worum es eigentlich geht.

Sie scheinbar auch nicht, wenn Ihnen so gar kein Ratschlag recht ist, der von Ihrer eigenen festgefahrenen Meinung abweicht. Dann hätten Sie hier gar nicht erst posten müssen, wenn Sie keine andere Meinung außer der eigenen zulassen.

Zitiert von: Janina M.

Und genau dieses Gutachten ist das Problem, weil es BEWEISBAR FALSCH ist.

Super, dann ist doch alles geklärt. Wenn Sie es beweisen können, dann tun Sie es doch! Aber dem Gericht gegenüber, und nicht dem Forum. Hier braucht das niemand, hier entscheidet niemand über Ihren Fall.

Dann ist der Beitrag ja erledigt und kann geschlossen werden. Schönes Wochenende!

von
Marco

Hallo Janina,
ich erzähl mal kurz meine Erfahrungen mit RA.
Meine Frau erkrankte 2001 an Brustkrebs .
Daraufhin Depressionen u.s.w.
2002 erhielt sie EM rente befristet für 3 Jahre.
Weiterverlängerung 2005 wieder 3 Jahre.
Antrag 2008 auf Weiterverlängerung - Ablehnung , Widerspruch und Klage mit RA
Klage erfolglos und jetzt kommt der WICHTIGE PUNKT für SIE ,,
Weil sich der RA nur auf den Gdb festgebissen hat ( sie hatte GdB 70 ) und nur zig Diagnossen aufgezählt hat , die aber KEINEN interessieren ( das weis ich heute auch und würde mich NIE mehr auf einen RA verlassen ).na egal
2010 haben wir dann EM Rente neu beantragt - Ablehnung - Wirderspruch und Klage vor dem SG --- Und das alles ohne Anwalt und raten Sie mal wer gewonnen hat ?. Richtig, meiner Frau wurde SOFORT die unbefristete Rente genehmigt und 2 Jahre rückwirkend nachgezahlt.
Das alles nur weil ich Nächte lang im Netz und in solchen Foren mir Rat geholt , Urteile gelesen
mich mich anderen ausgetauscht habe und auch den Ratschlag anderer angenommen habe .
Und dies rate ich Ihnen auch .
Alles Gute für Ihr weiteres Leben
MFG

von
Herz1952

Marco,

Bei Janina geht es vor allen Dingen darum, die bisherigen Diagnosen der GA zu erschüttern.
Es genügt nicht sich am GdB selbst festzubeißen.

Hoffentlich hat Sie die Möglichkeit Ihrem Ratschlag zu folgen und auch selbst zu forschen. Ich bevorzuge in solchen Fällen einen freien Renten- und Sozialrechtsberater, der womöglich noch beim Landgericht zugelassen ist. Dieser kümmert sich n u r um Renten- und Sozialrecht.

Ein Rechtsanwalt ist meistens auf Arbeits- und Sozialrecht spezialisiert und dar auch noch andere Aufgaben übernehmen.

Bei Krebs ist es leider so, dass im allgemeinen die Rente gestrichen wird, falls kein Rezidiv mehr in den letzten 5 Jahren aufgetreten ist. Die Zeiten können vielleicht auch abweichen. Sobald die ersten Anzeichen wieder auftreten kann die Rente wieder "aufleben".

Ist eine "blöde" Krankheit, sie richtet sich nicht nach der Zeit.

Ich wünsche Janina ebenfalls alles Gute und auch Ihnen für Ihre Familie.

von
Marco

Marco,

Bei Janina geht es vor allen Dingen darum, die bisherigen Diagnosen der GA zu erschüttern.
Es genügt nicht sich am GdB selbst festzubeißen

Ja so hab ich das ja auch gemeint .................
MFG