von
WIlly.U

Ich habe gelesen daß es möglich ist für länger zurückliegende Zeiten der Schulischen Ausbildung Beiträge nachzuzahlen. Dabei fiel als Einschränkung das Stichwort " bis 45Jahre" !
Beziehen sich die 45 Jahre auf die Zeiten der Ausbildung (z.B. in der Zeit bis zum 45. Lebensjahr) oder auf das Alter des Antragstellers/Einzahlers ( nur bis zum 45.Lebensjahr ist Nachzahlung möglich) ?
Ich bin 60 und möchte mit 63 + 4M in Rente gehen. Zur Rente ohne Abzüge fehlen aber noch ca zwei Jahre.
Gruß Willy

von Experte/in Experten-Antwort

Die 45 Jahre beziehen sich auf das Alter des Antragstellers. Eine Nachzahlung ist in Ihrem Fall also nicht möglich.

von
MB

Nach meiner Kenntnis kann man für die Jahre eines Direktstudiums keine freiwilligen Beiträge zahlen, auch nicht bis zum 45. Lebensjahr. Liege ich damit evtl. falsch?

von Experte/in Experten-Antwort

§ 207 SGB VI

Nachzahlung für Ausbildungszeiten

(1) Für Zeiten einer schulischen Ausbildung nach dem vollendeten 16. Lebensjahr, die nicht als Anrechnungszeiten berücksichtigt werden, können Versicherte auf Antrag freiwillige Beiträge nachzahlen, sofern diese Zeiten nicht bereits mit Beiträgen belegt sind.

(2) Der Antrag kann nur bis zur Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Bis zum 31. Dezember 2004 kann der Antrag auch nach Vollendung des 45. Lebensjahres gestellt werden. Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie versicherungsfrei waren und für die sie nachversichert werden, sowie Personen, die aus einer Beschäftigung ausscheiden, in der sie von der Versicherungspflicht befreit waren, können den Antrag auch innerhalb von sechs Monaten nach Durchführung der Nachversicherung oder nach Wegfall der Befreiung stellen. Die Träger der Rentenversicherung können Teilzahlungen bis zu einem Zeitraum von fünf Jahren zulassen.

(3) Sind Zeiten einer schulischen Ausbildung, für die Beiträge nachgezahlt worden sind, als Anrechnungszeiten zu bewerten, kann sich der Versicherte die Beiträge erstatten lassen. § 210 Abs. 5 gilt entsprechend.

von
Willy .U

Danke, Die Aussagen waren eindeutig.
Willy

von
W*lfgang

Ergänzend:

Die Altersgrenze 45 gilt nicht, wenn es zu keinem Zeitpunkt, z.B. in einem Feststellungsbescheid nach Kontenklärung oder in einer Rentenauskunft, einen entsprechenden Hinweis auf die Nachzahlungsmöglichkeit gegeben hat:

"Bestand während eines Beitrags- oder Rentenverfahrens ein Nachzahlungsrecht, auf das der Rentenversicherungsträger den Versicherten nicht hingewiesen hat, ist (im Rahmen des sozialrechtlichen Herstellungsanspruchs) eine rechtzeitige Antragstellung zu unterstellen (...). In einem späteren Verfahren ist der Versicherte auf die noch mögliche Nachzahlung unter Verwendung der Beitragswerte im unterstellten Antragszeitpunkt hinzuweisen."

http://www.deutsche-rentenversicherung-regional.de/Raa/Raa.do?f=SGB6_207R4

Weitere Fallmöglichkeiten außerhalb der 45-Jahres-Frist sind dort dargestellt.

> Danke, Die Aussagen waren eindeutig.
Willy
...aber unvollständig, das 'aber' fehlte ;-)

Gerade im Hinblick auf die 45 Jahre kann es interessant werden, ob die DRV anhand ihres Datenbestandes (noch) in der Lage ist, einem Versicherten konkret nachzuweisen, dass er diese Information erhalten hat. Der erste Widerspruch dazu läuft bei mir, weil dem Versicherten genau 7 Monate fehlen - da wäre die Nachzahlungsmöglichkeit 16-17 schon hilfreich.

Gruß
w.