von
ubc

Hallo,
ich habe folgende Frage:
Wie kann ich grundsätzlich am optimalsten vorsorgen, wenn sich mein Status (abhängig beschäftigt, selbständig) in den letzten Jahren häufig geändert hat und noch nicht klar ist, wie der Status in naher Zukunft sein wird.
Zur Info (chronologisch):
- 33 Jahre
- 2 Jahre Ausbildung
- 1 Jahr abh. beschäftigt
- einige Jahre Student mit Nebenjobs (sowohl abh. besch. als auch selbst.)
- 1 Jahr abh. besch.
- 2 Jahre selbständig
- 1 Jahr abh. besch.
- jetzt wieder selbständig
- demnächst: ?

Ich kann ja keine Riester Rente in Anspruch nehmen, weil ich nicht abh. beschäftigt bin und es kann sein, dass ich in einem Jahr eine neue abh. Beschäftigung eingehe.

Wie kann ich denn nun am besten flexibel vorsorgen, damit die Jahre nicht weiter ins Land ziehen?

Vielen Dank

von
Nix

Müssen Sie unbedingt mit Riesterrente vorsorgen?
Besparen Sie einfach einen guten Aktienfonds, wo der Betrag einfach von Ihrem Girokonto abgebucht wird.
Dann verzichten Sie auf die Riesterzulagen. Diese sind aber bei Ihnen ohnehin entbehrlich, da Sie keine Kinderzulage erhalten wegen fehlender Kinder.

Infos zu guten Aktieninvestmentfonds finden Sie immer in der Zeitschrift Finanztest und im Internet unter www.finanztest.de

Achten Sie auf niedrige oder keine Ausgabeaufschläge. Viele Direktbanken bieten hier Fondssparpläne auf sehr gut geratete Aktienfonds komplett ohne Ausgabeaufschlag und komplett ohne Depotgebühren. Auf die fehlende Beratung - weil ohne Ausgabeaufschlag - können Sie verzichten, weil Sie unter finanztest.de gelesen haben, dass die Fonds gut sind.
Diesen Fondssparplan können Sie bis zu Ihrem 67. Lebensjahr getrost laufen lassen - egal ob Sie selbständig oder versicherungspflichtig beschäftigt sind.
Tipp: Finger weg von Lebensversicherung und sonstigen Versicherungsprodukten!
Hohe Kosten bei niedriger Rendite wegen Versicherungsmantel.Da hilft auch die Abgeltungssteuerfreiheit ab 01.01.2009 bei der fondsgebundenen Lebensversicherung nicht. Da haben nur die Lobbyisten der Versicherungsbranche Ihre Finger im Spiel gehabt, um im Geschäft bleiben zu können.
Wenn man den Politikern nur mit "genug Arbeitslosen aus der Versicherungsbranche" bei Ausdehnung der Abgeltungssteuer auch auf Lebensversicherungen droht, sind diese immer bereit auch für die Versicherungslobby etwas zu tun.
Das ist hier geschehen, mehr nicht. Also: Finanztest.de lesen. Da gibt es gute Fonds wie M&G Global Basics und andere. Diese sind altersvorsorgetauglich auch ohne Steuerersparnis.
Diesen Sparplan können Sie dann flexibel handhaben - Aussetzen einer Sparrate, Erhöhen oder Absenken etc, ohne auf hohe Stornierungskosten achten zu müssen wie bei der LV etc.

Nix

von
Vorsicht

@: Nix
Und Sie sind wahrscheinlich der Lobbyist der Aktienfonds..

Neutral, unabhängig hört sich ihr Beitrag jedoch nicht gerade an.
Ich denke, ubc erwartet sich eine umfangreichere Antwort, als nur das Aufzeigen des von Ihnen preferierten Weges..
" Welche MöglichkeitEN..."
MfG

von
Schade

wenn es möglich wäre einem 33 jährigen die optimale Vorsorge zu benennen, wäre es natürlich super - danm würde ich meinen Job sofort wechseln.

Das weiß jedoch heute keiner, welches Produkt unter Rendite-, Steuer- oder Krankenversicherungs Aspekten optimal ist, wenn Sie mal 65 oder 67 sind.

Was können Sie tun?

Sich umfassend informieren und schlußendlich als Resumee der Gesamtsituation eine persönliche Entscheidung treffen.

Aktienfonds und Riesterrente sind benannt, als weitere Informationsquelle nenne ich Ihnen die Verbraucherberatung und Ihre Hausbank.
Da Ihre Hausbank wohl nicht unabhängig ist, sollten Sie Bank- und Versicherungsprodukte vergleichen um zu sehen, wo die besten Renditen locken und die Kosten am geringsten sind- es gibt tausende von Möglichkeiten das Geld anzulegen.

Die RV bietet die Kurse "Altersvorsorge macht Schule" in Zusammenarbeit mit den Volkshochschulen an. Dort wird an 3 bis 5 Abenden dieses Thema beackert.

Und zuletzt gibt es unzählige Vermögensberater, die z.T. gut oder auch weniger gut sind.

Zu empfehlen ist sich bewußt zu machen, welchen Bedarf Sie später mal haben und was Ihnen bereits zu Verfügung steht.

Da denke ich an die gesetzliche RV, mögliche Betriebsrentenansprüche, bestehende Ersparnisse, Lebensversicherungen, etc.

Auch die Erwartung eines "sicheren Erbes" ist ein Aspekt der Alterssicherung.

Der Erwerb von Wohneigentum ist eine Form der Altersvorsorge, weil es spätere Mietzahlungen erspart.

Diese Aufzählung ist sicherlich nicht vollständig - daher erkennen Sie vielleicht, dass es sehr optimistisch ist, von diesem Forum die Antwort auf Ihre Ausgangsfrage zu erwarten.

Wichtig ist jedoch die Frage anzugehen und zur Erkenntnis zu gelangen, dass es nötig ist, etwas zu tun.
Und wenn Sie entschieden haben, sollten Sie Ihre Entscheidung die nächsten 30 Jahre konsequent durchziehen und die Art Ihrer Vermögensanlage regelmäßig überprüfen.
Was heute gut ist, kann morgen schon schlecht sein, weil sich durch Gesetzesänderungen die Rahmenbedingungen geändert haben.

Viel Spaß

von
Nix

Ich bin überzeugt, dass die Experten in Kürze antworten.
Z.B. ist mir aufgefallen, dass die Userin Maria L. hier im Forum sehr gute gebrauchbare Beiträge zu dieser Art der Vorsorge geliefert hat.
Leider konnten SIE sich diesbezüglich nicht mit brauchbaren Vorschlägen einbringen.

Nix

von
Vorsicht

Da gebe ich Ihnen recht! Darum ging es mir in meinem Beitrag auch nicht.
Die Beiträge von Maria L. finde ich auch sehr gut.
Ich lege nur Wert darauf, daß hier eine gewisse unabhängige Neutralität gewahrt bleibt und der Fragesteller ein gewisses Angebot an Möglichkeiten aufgezeigt bekommt, wo es am Ende ihm überlassen bleibt, welcher Weg seiner persönlichen Einstellung und seinem Lebensweg entsprechend der beste ist.

@ubc:
Finanztest unterrrichtet die Leser auch sehr gut über die Möglichkeiten von Altersvorsorge mit geförderten Produkten.
Des Weiteren empfehle ich ein Aufsuchen einer Auskunfts- und Beratungsstelle der Rentenversicherung (am besten vorher Termin vereinbaren - " deutsche-rentenversicherung.de") , um in einem persönlichen Gespräch die Möglichkeiten der geförderten Altersvorsorge kostenslos,unabhängig und neutral zu erfahren. Ob diese nach dem kleinen Ausschnitt aus ihrem Leben so unsinnig sind, bleibt abzuwarten bzw. sollte konkret geklärt werden. Einkommen? Verheiratet? Kinder? Sonstige zukunftspläne? etc.

MfG

von
ubc

Erst einmal: Dank an alle.

Mir ist klar, dass dies ein umfangreiches Thema ist und hier sicherlich mehr Informationen meinerseits (bzw. ein individuelles Beratungsgespräch) gebraucht werden, um eine individuelle Empfehlung zu geben.

Mir ging es in erster Linie um folgende Frage:

Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass ich mittelfristig wieder als abhängiger Beschäftigter arbeiten werden und dies dann im besten Falle für lange Jahre.
Zur Zeit bin ich jedoch selbständig, muss mich also alleine um Altersvorsorge kümmern.
Was gibt es also für Anlagemöglichkeiten, die sehr flexibel sind?
Denn folgendes Szenario: Ich investiere jetzt z.b. monatlich 400 euro in eine form der altersvorsorge.
Dabei sehe ich zwei mögliche Probleme:
1. als Selbständiger kann es auch einmal sein, dass das Geld in einem Monat (oder zwei Monaten ...) nicht so, wie gewünscht, eingeht
2. werde ich abhängig beschäftigt, geht ja bereits ein teil meines brutto-lohns in die rente und ich habe weiterhin die beispielhafte 400 euro Belastung (die man dann ggfs. nach unten anpassen müsste)

Wie kann man also flexibel bleiben und trotzdem etwas tun?

von
Nix

Wenn Sie Riesterprodukte zeichnen,ist das so: Sie schliessen einen Vertrag ab, den Sie einhalten müssen.
Wenn Sie Ihr Geld aufs Sparbuch "legen", gibt es zu wenig Zinsen.
Tagesgeldkonten bieten mehr Zinsen und sind flexibel.
Lebensversicherungen müssen erst ihre Provision "einfahren".
Aktienfonds müssen erstmal solange gehalten werden, dass Sie irgendwann mal endlich in der Gewinnzone sind und auch bei grösseren Crashes trotz der Schwankung nach unten in der Gewinnzone bleiben.

Vorteil der Aktienfonds oder des Tagesgeldkontos: Es steht kein Vertrag dahinter, aus dem Sie nur schwer - und mit Provisionszahlungsverlusten - rauskommen.Ausser dem Ausgabeaufschlag bei Aktienfonds; aber auch hier gibt es zahlreiche Direktbanken, die Fonds ohne Aufschlag vermitteln.

Das Allheilmittel gibt es nicht.

von
spezi

Sollten Sie riesterfähig sein, ist dies sicherlich ein möglicher gangbarer Weg zur Altersvororge. Sollte nur die Grundzulage in Frage kommen (Rendite?) mehrere Angebote (Kosten?) einholen.
Bei einer klassischen Lebensversicherung besteht die Möglichkeit den mtl. Beitrag den finanziellen Möglichkeiten anzupassen bzw. auszusetzen (Freistellung). Für abhängige Beschäftigte ist die Vermögenswirksame Anlage ein Muß. Vielfältige wenn auch "kleine" Förderung. Bausparen mit WoPrä (nach Berechtigung auf Grund Einkommen). Alle weiteren Antworten wurden vereits gegeben.

von
Maria L.

Hallo,

nachdem ich hier von einigen Usern so freundliche Komplimente bekomme, muß ich wohl auch mit Verspätung noch meinen Senf dazugeben - hoffentlich liest hier noch einer mit.

ubc, am flexibelsten sind Sie doch eindeutig mit einer selbständigen Altersvorsorge unabhängig von einem festen Vertrag. Der einzige Nachteil ist, daß unser Staat seinen Bürgern mißtraut und deshalb im Fall von Langzeitarbeitslosigkeit eigene Vorsorge gnadenlos einkassiert, bevor es Unterstützungszahlungen gibt. Das Risiko Langzeitarbeitslosigkeit muß man eben eingehen (oder darauf hoffen, daß es einen erst in höherem Alter trifft, wenn die eigene Vorsorge schon zum Leben ausreicht).

Aber davon abgesehen: die beste Altersvorsorge ist diejenige mit der höchsten Rendite. Je höher die Rendite, desto geringer die Gefahr, daß Sie am Ende zu wenig zum Leben haben. Und nach aller historischen Erfahrung ist die am besten rentable Altersvorsorge nun einmal die über Beteiligungspapiere, also Aktien und Aktienfonds. Um das Risiko zu streuen, sind dabei Aktienfonds vorzuziehen, auch wenn dabei natürlich die Fondsindustrie ein wenig mitverdient. Aber wie Nix schon schrieb, können die Kosten sehr weit reduziert werden.

Es gibt eine fertige und funktionierende Methode, wie man möglichst sicher in Aktienfonds sparen kann und die Rendite noch weiter erhöhen kann (was gleichzeitig auch die Sicherheit weiter erhöht!).

Lesen Sie noch folgende Beiträge von mir:

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=76300&dekade=1

http://www.ihre-vorsorge.de/Expertenforum-Thema.html?id=78744&dekade=1

Gruß,
Maria L.

von
Vorsicht

Bei allem Lob an Ihren Beiträgen: Das magische Dreieck kennen Sie sicher auch! Und nicht nur danach ist bei Anlageformen mit hoher Rendite auch ein hohes Maß an Risiko einzukalkulieren. Da sich dies m.E. nicht mit Altersvorsorge vereinen läßt, denn diese sollte doch ein hohes Maß an Sicherheit bieten, sollte man dies zumindest fairerweise betont dazusagen!

MfG

von
Maria L.

Hallo "Vorsicht",

die traditionelle Ansicht, daß hohe Renditen nur bei hohem Risiko möglich sind, ist falsch - die Erkenntnis muß sich allerdings erst noch durchsetzen. Ich bin selber nicht vom Fach, habe mich aber belehren und überzeugen lassen.

Bei langjährigem Ratensparen (>= 20 Jahre) in volatile Beteiligungspapiere mit hinreichender Streuung der Titel reduziert die hohe Renditeerwartung das Risiko, weil sich auf lange Sicht der eigene Durchschnittspreis weit unter dem Niveau der auf lange Sicht in der Regel deutlich gestiegenen Anteilspreise bewegt. Je höher die zu erwartende Rendite (deshalb investiert man chancenorientiert, d.h. im Hinblick auf eine hohe zu erwartende Rendite), desto größer der genannte Sicherheitspuffer.

Auch ein Crash wird dann (nach bereits langer Ansparzeit) in der Regel den Kurs nicht mehr unter den eigenen Durchschnittspreis senken, so daß das Verlustrisiko deutlich gemindert wird. Durch die zielorientierte Streuung über mehrere Aktienfonds reicht es bereits aus, wenn nur einer dieser Fonds eine weit überdurchschnittliche Rendite erreicht, selbst wenn die anderen nur sehr geringe Renditen erwirtschaften. Die Rendite des Gesamtportfolios kann dann trotzdem sehr hoch sein.

Der Fehler besteht darin, daß die meisten Investment-Empfehlungen davon ausgehen, daß vorhandenes Vermögen risikoreduziert verteilt werden muß. Bei den allermeisten Menschen muß aber erstmal Vermögen gebildet werden und dann gelten ganz andere Regeln. Was normalerweise als Risiko definiert wird (die Volatilität), beinhaltet für Ratensparer Chancen, weil z.B. nach einem Crash billig Fondsanteile angekauft werden können - das erhöht dann wiederum die Renditechancen für die Zukunft (im irgendwann wieder kommenden nächsten Boom).

Mich hat es auch sehr viel Mühe und Überwindung gekostet, diese Methode zu verstehen, aber es hat sich gelohnt. Ich weiß jetzt, wie ich meine Altersvorsorge retten kann. Wem ich diese Erkenntnisse verdanke, habe ich hier mehrfach angegeben (bzw. die zugehörige Website). Schauen Sie doch auch mal hin. Man muß aber schon einigen Aufwand investieren und darf sich nicht davon abschrecken lassen, daß die eigenen Überzeugungen mal eben auf den Kopf gestellt werden.

Gruß,
Maria L.

von
Maria L.

Hallo,

noch eine Ergänzung:

Das, was normalerweise als besonders "sicher" gepriesen wird, nämlich nominale Zusagen für eine fernere Zukunft (z.B. Beitragserhaltungsgarantie bei Riester-Verträgen oder auch Garantiezins bei vielen Versicherungsverträgen), ist eigentlich extrem unsicher und riskant.

Denn niemand kann wissen, wie sich zukünftig die Inflation entwickelt. Ich befürchte, daß die Inflation eher höher ausfallen wird als in den letzten Jahren. Die Staatsverschuldung zwingt doch zu Steuer- und Abgabenerhöhungen, was die Inflation anheizt - haben wir gerade letztes Jahr beobachten müssen.

Die sogenannten Garantien liegen deutlich unter dem zu erwartenden Inflationssatz, es handelt sich also um garantierte Kaufkraftverluste. Diese Art von "Sicherheit" ist jedenfalls keine.

Selbst wenn die Inflation im Rahmen bleibt, ist mit den geringen Renditen bei festen Zusagen die Versorgungslücke nicht zu füllen.

Bei Aktienfondssparen gibt es zwar eine Bandbreite zu erwartender Renditen, die man nicht vorhersehen kann, aber die Wahrscheinlichkeit, damit DEUTLICH über allen anderen Vorsorgeformen zu liegen, ist sehr hoch. Und das Verlustrisiko ist sehr gering, wenn man es richtig macht (und auch die persönlichen Voraussetzungen beachtet, z.B. das notwendige Finanzpolster in Höhe von 6-11 Nettomonatsgehältern).

Gruß,
Maria L.