von
Hupsi

Hallo liebe Rentenexperten!

Meine Schwester ist 55 Jahre alt und mittlerweile bekommt sie die volle und unbefristete Rente.

Unsere Mutter ist ein Pflegefall (Pflegestufe II) und meine Schwester ist 14 Std. wöchentlich an der Pflege -zusätzlich zum Pflegedienst- beteidigt. Ich selber bin voll berufstätig und kann dabei nicht sehr viel helfen.

Die Krankenkasse unserer Mutter zahlt für meine Schwester nun eine sog. "Aufwandsentschädigung" o.s.ähnlich, an deren Rentenkasse.

Meine Frage nun: Kann die Rentenversicherung dies als Einkommen werten bzw. meinen, meine Schwester könne -wenn sie sowas macht- evtl. wieder Teilzeit arbeiten?

Und zum Zweiten: werden solche Pflegezeiten später meiner Schwester auf deren Altersrente -zusätzlich zur Erwerbsminderungsrente - hinzugerechnet und erhöhen ihre Altersrente?

Und wenn unsere Mutter verstirbt, dürfte meine Schwester danach ihre langjährige liebe Nachbarin -in einem bestimmten Zeitrahmen mit hilfe des Pflegedienstes- versorgen und würde sie dann auch eine Aufwandsentschädigung der Krankenkasse bzw. einen Altersrentenzuwachs erhalten?

Für eine Beantwortung
vielen Dank im Voraus
von -Hupsi-

von
Volker

Das Pflegegeld was ihre Schwester von der Krankenkasse für die Pflege ihrer Mutter erhält, zählt NICHT als Hinzuverdienst und ist damit völlig EM-Renten unschädlich.

Es gibt auch keinerlei andere Probleme hinsichtlich der EM-Rente , wie z.b. das die EM-Rente dadurch gefährdet wäre ( also aberkannt oder in eine teilweise EM-Rente herabgestuft werden könnte ).

Da braucht sich ihre Schwester überhaupt keine Sorgen zu machen !

Ob allerdings die in der Pflegezeit durch die Krankenkasse gezahlten Rentenbeiträge allerdings letztlich die spätere Altersrente ihrer Schwester steigern werden, lässt sich so nicht pauschal sagen.

Es kommt letztlich dann darauf an wie lange ( also wie viele Jahre ) und in welcher Pflegestufe ( je höher umso besser ) die Pflege erfolgt ist.

Ein recht kurze Pflege in einer niedrigen Pflegestufe wird eigentlich neimals die Altersrente erhöhen. Bei z.b. 10 Jahren oder länger und dann noch in Pflegestufe III sieht das natürlich dann anders aus.

Grundsätzlich ist die Berechnung später so :

Die während der Pflege neu erworbenen Rentenansprüche bzw. Rentenpunkte werden - ganz vereinfacht gesagt - mit der Zurechnungszeit die ihre Schwester bei der Zuerkennung der EM-Rente bis zum 60. Lebensjahr erhalten hat, verrechnet.

Wenn die neu erworbeen Rentenpunkte dann nieidriger sind
( auch einfach ausgedrückt ) als die der Zurechnungszeit wird sich die Alterrente nicht erhöhen.

Niedriger kann als die EM-Rente kann die Altersrente aber niemals ausfallen, da dann der Bestandsschutz greifen würde
und in jedem Falle die Altersrente in Höhe der EM-Rente weiterhin ausgezahlt würde.

Und ja, natürlich kann ihre Schwester dann später - wenn die Mutter verstorben ist - auch jemanden anderen ( muss auch keine Verwandschaft sein - also Nachbarin ist auch o.k. ! ) weiterhin pflegen und sich sowohl das Pflegegeld auszahlen lassen , als auch die Rentenpunkte dann weiterhin gutschreiben lassen.

Experten-Antwort

In der gesetzlichen Rentenversicherung besteht Rentenversicherungspflicht, wenn ein Pflegebedürftiger mindestens 14 Stunden wöchentlich nicht erwerbsmäßig in der häuslichen Umgebung gepflegt wird und der Pflegebedürftige Ansprüche auf Leistungen aus der sozialen Pflegeversicherung hat. Sind all diese Voraussetzungen erfüllt, werden für die Pflegeperson Pflichtbeiträge angerechnet, die sich später rentensteigernd auswirken können.
Die Versicherungspflicht wegen Pflege entfällt, wenn eine Beschäftigung mit mehr als 30 Stunden wöchentlich ausgeübt wird oder wenn die Pflegeperson für die Pflegetätigkeit eine Vergütung erhält, die über das entsprechende Pflegegeld hinausgeht.
Die Pflege eines Angehörigen während einer Erwerbsminderungsrente ist unschädlich, die Kürzung der EM-Rente erfolgt deswegen nicht.
Die Pflegezeiten können sich bei einer späteren Altersrente rentensteigernd auswirken, auf den Beitrag von Volker wird in diesem Zusammenhang verwiesen.
Die nicht erwerbsmäßige Pflege kommt übrigens nicht nur bei Familienangehörigen, sondern auch bei Nachbarn, Freunden usw. in Betracht.