von
Beate D.

Die DRV hat mir (selbstständig)angeboten, auf Antrag Pflichtbeiträge zu leisten.

Was ist der der Unterschied zum freiwilligen Beitrag, die Beiträge sind doch fast gleich?

Kann ich hier wählen?

von
Schade

diese Frage sollte in einem persönlichen Beratungsgespräch bei der nächsten Beratungsstelle der RV geklärt werden.

Ohne Ihre Daten (bisherige Zeiten, etc) müsste man zu weit ausholen, um alle theoretisch denkbaren Aspekte zu beleuchten.

Da kann es um Mindestversicherungszeiten gehen, um dem Schutz bei EM renten und einiges mehr.

Nur eines: Wenn Sie als Selbständige die Versicherungspflicht beantragen, sind Sie an diesen Antrag gebunden, solange Sie diese Selbständigkeit ausüben - einfach so die Zahlung beenden, geht da nicht......

von
Beate D.

danke schade für die Antwort.

Es geht hier nicht um Mindestzeiten oder Erhalt der EM, sondern die Frage, wurde ich richtig beraten:

Hintergrund ist der, die DRV hat mir frw. Beiträge empfohlen, weil ich flexibler sei, dieser Beitrag wäre besser und quasi ein Privileg den nur wenige nutzen können - Vergleich Privatpatient gegenüber Kassenpatient beim Arzt wurde angeführt- und ich müßte nur den Mindestbeitrag zahlen.

Ich habe mich aber immer an der Höhe des "Regelbeitrages" orientiert.

Wenn ich die Beiträge der letzten Tage hier so lese, kommen mir Zweifel, da Pflichtbeiträge ja Eingangsvoraussetzungen für so manche AR sind.

Ich habe Beträege in der Höhe der Pflichtbeiträge gezahlt, bekomme aber frw. angerechnet.

von
Schade

welcher Jahrgang sind Sie?
Wieviel Jahre sind Sie bereits rentenversichert?

flexibler sind Sie allemal mit freiwilligen Beiträgen, weil Sie da die Höhe individuell wählen können, was bei Pflichtbeiträgen nicht so ist.

Und Aufhören können Sie auch jederzeit, was bei Pflichtbeiträgen nicht so ist.

Und von der Rentensteigerung bleibt es sich gleich 200 € als freiwilliger Beitrag bringen die gleiche Steigerung wie 200 € Pflichtbeitrag.

Experten-Antwort

Hallo,
das Sozialgesetzbuch VI bezieht alle Selbständigen, die ihren Beruf nicht nur vorübergehend ausüben, auf Antrag in die Versicherungspflicht ein.
Durch die Zahlung von Pflichtbeiträgen wird die Möglichkeit gegeben negative Auswirkungen auf die spätere Rente (z.B. Verlust des Erwerbsminderungsrentenschutzes) zu vermeiden. Die Höhe der Rentenversicherungsbeiträge richtet sich normalerweise nach einem einheitlichen Regelbeitrag. Es kann aber auch ein einkommensgerechter Beitrag gezahlt werden. Bei der Entscheidung, wie sinnvoll eine Versicherungspflicht auf Antrag ist, spielen die gesamten Lebensumstände eine Rolle. Dazu gehören beispielsweise Ihr Alter, die Form Ihrer bisherigen Vorsorge, die familiären Verhältnisse oder die Zukunftspläne. Eine Beratung ist im Einzelfall sinnvoll.
Die freiwillige Versicherung ist flexibel. Die Beitragshöhe kann im Jahr 2008 zwischen 79,60 € und 1054,70 € frei gewählt werden. Die Zahlung von freiwilligen Beiträgen lohnt sich vor allem, wenn damit der Anspruch auf eine Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufrecht erhalten werden kann. Auch das wird im Einzelfall vom Rentenversicherungsträger geprüft.

von
Beate D.

danke für die Ausführungen, leider ist meine Antwort auf den Kommentar von schade nicht hier angekommen:

Bin Jahrgang 49 und seit mehr als 35 jahren "dabei".

Ich überlege, mich arbeitslos zu melden, war es auch mal am Stichtag 1.1.2004, warte die 52 Wochen ab und beantrage dann AR nach § 237.

Mein Problem, obwohl man mir zu frw. Beiträgen geraten hat, die ich in Höhe der Regelsätze auch zahle (Regelsatz entspricht in der Höhe dem Pflichtbeitrag), werden meine gleichhohen Beiträge anders genannt und nicht gewertet.

Eine Beratung hat nur insofern stattgefunden, dass man mir quasi die frw. Beiträge schmackhaft gemacht hat.

Wie: dies darf nur eine priviligierte Schicht, so wie Privatpatient beim Arzt usw.

Eine Bedarfsanalyse analog dem Kommentar der Expertin hat nicht stattgefunden.

Aber ich möchte Sie nicht weiter belästigen, sicherlich warten hier dringendere Fragen aus Sie.

Experten-Antwort

Hallo Beate D.,

die Höhe des Beitrages spielt bei der Unterscheidung des freiwilligen Beitrages zum Pflichtbeitrag keine Rolle. Bezüglich der Richtigkeit des damaligen Beratungsgespräches können wir hier leider keine Aussage treffen.
Sie sollten auf jeden Fall nochmals eine Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung aufsuchen und dort ggf. einen Beratungsmangel geltend machen. Grundsätzlich wurde in der Beratung damals richtig festgestellt, dass die freiwilligen Beiträge flexibler und in Ihrem Fall vermutlich ausreichend für den Erwerbsminderungsrentenschutz sind. Bezüglich evtl. Pflichtbeiträge und den damit zusammenhängenden Altersrentenansprüchen kann hier keine Stellung genommen werden.

von
M

Haben sie denn nach Ihrem 40. Lebensjahr mehr als 10 Jahre mit Pflichtbeiträgen ?

Ich setze mal voraus, dass sie eine Frau sind und insgesamt mindestens 15 Jahre an Zeiten in der Rentenversicherung zusammenbekommen.

Ist das so, so können sie unabhängig von evtl Arbeitslosigkeitszeiten frühestens ab 60 (mit 18 % Abschlag) in die Altersrente für FRAUEN gehen.

von
KSC

so ganz neben bei frage ich mich warum Sie überhaupt noch RV Beiträge zahlen wollen? Sie haben mehr als 35 Versicherungsjahre, sind 59, warum überhaupt?

Wenn Sie eventuell noch nicht lange selbständig sind und davor Arbeitnehmerin waren, könnten Sie doch so oder so mit / ab 60 in Rente gehen. Ansonsten auf jeden Fall mit 63.

Vielleicht hat der Berater ja ganz einfach deshalb auf freiwille Versicherung plädiert, weil er auch nicht so recht versteht, warum Sie zahlen wollen und sich gedacht:
"wenn die unbedingt zahlen will, soll sie wenigstens freiwillig zahlen - dann besteht kein Problem, wenn sie irgendwann die Zahlung beenden will"

Aber das ist nur so eine wage Vermutung meinerseits.