von
Johanna

Hallo liebe Experten,

ich habe in meinem voherigen Beitrag eine Frage vergessen.
Ich werde ab April vorraussichtlich 6-12 Monate selbständig sein und danach in ein Angestelltenverhältnis gehen.
Ist es sinnvoll für die Zeit in die private Krankenversicherung zu gehen? Ich bin erst 27 und könnte viel Beitrag sparen.

Danke für die Antwort und liebe Grüße
Johanna

von
pro-fess-or

Bei einer solch kurzen Zeit der Selbständigkeit ist der Spareffekt durch die private KV m.E. vernachlässigbar. Ich persönlich sehe immer die Gefahr, dass aus Gründen, die heute vielleicht noch gar nicht Gesetz sind, in 18 Monaten plötzlich die Rückkehr in die gesetzliche KV versperrt ist. Sollte sich etwas familiär bei Ihnen ändern, stellt man plötzlich fest, das die Private so günstig nicht ist!! P.S.: Ich weiß wovon ich rede, ich bin seit 1984 privat versichert.

von
Johanna

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Ich könnte etwa 100 Euro monatlich sparen. Das wären 1200 in dem einen Jahr. Sie meinen also, ich käme nicht wieder zurück in die gesetzliche? Ich dachte ab dem 01.04.07 ist eine Krankenversicherung eine Pflichtversicherung? Dann müsste mich die gesetzlich doch wieder aufnehmen, zumal ich auch erst 27 bin.

Viele Grüße, Johanna

von
Amadé

Der Zugang zur Gesetzlichen Krankenversicherung wird durch die Gesundheitsreform eher verbessert denn erschwert. Auf

http://www.spd.de/show/1701977/180107_SPD_Aktuell_Gesundheitsreform.pdf

http://www.lexisnexis.de/aktuelles/97807

wird insoweit hingewiesen. An Ihrer Stelle würde ich den Schutz der Privaten Krankenversicherung wählen.

von
Ossi

Hallo,
private Krankenversicherung ist nur flüchtig preiswert.
Was im Rentenfall wird;ist oft an Höhe des Beitrages unglaublich.Ein Jahr private KV kann dazu führen,dass im Rentenfall eine Aufnahme in die Krankenversicherung der Rentner nicht mehr möglich ist.

von
Amadé

In Anbetracht der demographischen Entwicklung wird die Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) nicht das derzeitige Leistungsniveau halten können. Auch hier werden die Leistungen Zug um Zug Richtung Grundsicherung demontiert.

Schon jetzt bekommt man für seine Plastik-Karte erheblich weniger an Leistung als noch vor 2 Jahren.

Sollte künftig ein Jahr an der KVdR fehlen, dann wird unsere angehende Jungunternehmerin eben freiwilliges Mitglied in der GKV.

Legen Sie dafür Ihre Hand ins Feuer, dass nicht schon in Bälde auch KVdR-Mitglieder in Sachen zusätzliche Einkünfte wie Riester-Renten, Zinseinnahmen, Vermietung und Verpachtung usw. genauso die Hosen runter lassen müssen wie freiwillige GKV-Mitglieder?

Angesichts der prekären Finanzlage der GKV und der noch desolateren Lage in der Pflegeversicherung und der gemachten Erfahrungen in Sachen Betriebsrenten, selbst wenn sie zu 100% aus eigenen Mitteln finanziert sind, habe ich so meine Zweifel.

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geehrte Frau Johanna,

auch wenn Sie bereits sehr interessante und umfangreiche Beiträge als Antwort auf Ihre Frage erhalten haben, empfiehlt es sich, zusätzlich das persönliche Gespräch mit Ihrer zuständigen gesetzlichen Krankenversicherung zu suchen. Treffen Sie erst eine Entscheidung, wenn Ihnen genügend Informationen vorliegen, die Sie in die Lage versetzen alle Vor- und Nachteile abwägen zu können und nachdem sie eine verbindliche Beitragszusage von der privaten Krankenversicherung Ihres Vertrauens erhalten haben.
Mit freundlichem Gruß