von
B.T.

Hallo,

habe am 27.5.2011 einen Rentenantrag gestellt (volle Erwerbsminderung auf Zeit). Versicherungsverlauf komplett, Sozialmedizinische Gutachten (internistisch und ortopädisch) unter 3 Stunden (durch Rehaärzte vor Rentenantrag in 04.2011).

Am 05.07.2011 habe ich Post von der DRVBund erhalten:
Bescheinigung/Erklärung zum Antrag auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit.

..... um die Hinzuverdienstregelungen prüfen zu können, benötigen wir noch weitere Angaben. Wir bitten Sie deshalb, den beigefügten Vordruck ausgefüllt zurückzusenden. (Bescheinigung des Arbeitgebers)

Jetzt meine Frage:

Ist das evtl. ein Zeichen dafür, dass die Rente bewilligt werden könnte?
Wenn die Rente abgelehnt werden würde, brauchte die DRVBund ja die Hinzuverdienste nicht ausrechnen.

Kann mir evtl. jemand aus Erfahrung sagen, ob die Bescheinigung des Arbeitgebers nur bei anstehender Rentenbewilligung eingeholt wird?

Vielen Dank im voraus für eine mögliche Antwort.

von
Dog

Hi und hä? Wieso wollen die von dir wissen, was für eine Hinzuverdienstgrenze du beim Arbeitgeber hättest. Attestiert wurde dir doch wohl, das du null arbeiten kannst, also sollten die das erstmal bestätigen bzw. selbst feststellen. Und die Hinzuverdienstgrenze selbst liegt bei voller EU Rente bei 400 Euro. Kriegst du eine Teilrente, dann liegt sie entsprechend höher. Soweit ich meine aber für alle gleich ? Hm. Würde da noch mal hinschreiben und fragen was das soll ?

von
Volker

Tatsächlich KÖNNTE die Anfrage bezüglich der Hinzuverdienstgrenze ein Indiz dafür sein, das die Zuerkennung einer EM-Rente unmittelbar bevorsteht.

Anders wäre eine Anfrage zu diesem Zeitpunkt und bezüglich ihres Gehaltes/Lohnes beim Arbeitgeber eigentlich nicht zu erklären.

Allerdings wird es sich dann nicht um eine volle sondern nur um eine teilweise EM-Rente handeln, die Sie wohl bekommen....

Bei der teilweisen EM-Rente wird die Hinzuverdienstgrenze nämlich immer INDIVIDUELL anhand der Verdienste der letzten 3 Kalenderjahre vor Eintritt der EM berechnet und diese Verdienste werden eben beim AG erfragt.

Bei einer vollen EM-Rente beträgt die Hinzuverdienstgrenze ja grundsätzlich immer und bei jedem 400 Euro, sodass eine Anfrage wegen des zuletzt bezogenes Gehaltes beim Arbeitgeber ja völlig sinnfrei wäre...

Wollen Sie es aber für ihren Fall genau und sicher wissen, so bleibt ihnen nur am Montag gleich ein Telefonanruf bei ihrer RV.

von
Heike W

Sorry, da muss ich Volker mal widersprechen, obwohl er wirklich gute Arbeit hier leistet;.))

Das ist tatsächlich ein Indiz für eine Rente, u. U. auch eine volle Erwerbsminderungsrente, da die Hinzuverdienstgrenze im Rentenbescheid auch für den Fall einer halben, viertel, dreiviertel Zahlung der Rente .

Die Hinzuverdienstgrenze bei einer vollen Rente ist immer 400 Euro, für eine halbe oder gar dreiviertel Rentenzahlung ist individuell.

Das war bei mir auch so. Zwei Wochen später habe ich dann den Rentenbescheid volle Erwerbsminderung in den Händen gehabt.

LG

von
Friedhelm

Freuen Sie sich nicht zu früh!

In meinem Rentenverfahren forderte die DRV auch solche Dinge an.

Vermutlich handelt es sich in Ihrem Fall um eine Arbeitsplatzbeschreibung inklusive Verdienstbescheinigung.

Das braucht die DRV, um Ihren beruflichen Status einordnen zu können.

Um beispielsweise herauszufinden, auf welche Tätigkeiten Sie im Falle einer festgestellten Berufsunfähigkeit sozial zumutbar verwiesen werden können.

Ein Indiz dafür, dass Ihre Rente so gut wie bewilligt ist, ist das keinesfalls!

von
B.T.

Vielen lieben Dank für die Antworten! Jetzt grübel ich nicht so viel über's Wochenende.

Ich habe diese Bescheinigung, die ich an meinen Arbeitgeber senden muss, auch eher so interpretiert wie Volker.

Bei einer vollen Erwerbsminderungsrente steht der Hinzuverdienst von 400€ doch fest. Da brauchte doch die DRV nichts berechnen. Zumal ich auch direkt einen Auflösungsvertrag mit meinem jetzigen Arbeitgeber schliessen würde, sobald ich den Rentenbescheid hätte.

Ich kann mir diese Anfrage auch nur so erklären, dass evtl. eine teilweise Erwerbsminderungsrente ansteht...

Das wäre allerdings fatal, weil ich dann ja weiterhin beschäftigt bin und keinen Auflösungsvertrag (mit einer kleinen Abfindung) schliessen könnte.

Ohne Abfindung und nur Teilrente, weiterhin teilarbeiten.... geht finanziell gar nicht.

Hatte heute auch schon in Berlin angerufen und nach dem Hintergrund gefragt... Habe jedoch nur die Antwort erhalten, dass darüber keine Auskunft gegeben werden kann....

Diese Ungewissheit macht einen ganz mürbe...

Gute Nacht an alle (1.58 h)

von
B.T.

Ach so!! Jetzt habe ich Heike W. auch verstanden. In dem Rentenbescheid werden ALLE Hinzuverdienstgrenzen aufgeführt? Auch die für TEM.. selbst wenn der Bescheid für eine VEM ausgesprochen wird?
Warum macht die DRV sich denn diese Arbeit, wenn es doch bei einer vollen EM gar nicht relevant ist, was ich z.Z. bei meinem jetzigen Arbeitgeber verdiene?

Nochmals Gruß!

von
Volker

Wie schon ausgeführt hat, beträgt der Hinzuverdienst bei einer vollen EM zwar grundsätzlich 400 Euro. Es gibt aber auch Fälle wo die volle EM-Rente nicht voll ausgezahlt wird , weil die 400 Euro Zuverdienstgrenze übertschritten wird. Dann wird eben die volle EM-Rente nur in Höhe von einem 3/4, 1/2 oder 1/4 des Betrages der vollen Rente ausgezahlt. Dazu sind dann die jeweiligen Hinzuverdienstgrenzen natürlich immer individuell zu berechnen und darum erfolgt auch bei einer vollen EM-Rente immer eine Anfrage zu den Verdiensten beim AG. Diese Hinzuverdienstgrenzen werden auch auf dem Rentenbescheid dann aufgeführt.

Wenn Sie z.b. einen Bescheid für eine volle EM-Rente bekommen wird darauf aber nicht der Hinzuverdienst für eine teilweise EM-Rente mit aufgeführt und umgekehrt natürlich auch nicht.

Insofern ist es tatsächlich so, das Sie aus der Arbeitgeberabfrage NICHT darauf schliessen können welche EM-Rente Sie bekommen !

" Eine Rente wegen voller Erwerbsminderung kann in voller Höhe geleistet werden. Hier beträgt, wie bereits erwähnt, die Hinzuverdienstgrenze einheitlich für alle Rentner bundeseinheitlich 400 Euro. Darüber hinaus kann die Rente wegen voller Erwerbsminderung in Höhe von drei Vierteln, in Höhe der Hälfte und in Höhe eines Viertels geleistet werden. Die individuelle Hinzuverdienstgrenze wird berechnet, indem bei einer Rente
•in Höhe von drei Vierteln das 0,17-fache,
•in Höhe der Hälfte das 0,23-fache und
•in Höhe von einem Viertel das 0,28-fache

der monatlichen Bezugsgröße mit den Entgeltpunkten der letzten drei Kalenderjahre vor Rentenbeginn multipliziert wird.
"

http://sozialversicherung-kompetent.de/20110127369/rentenversicherung/leistungsrecht-grv/hinzuverdienstgrenzen-em-renten-2011

von
B.T.

Ok. Mir wird's immer klarer.... Danke, Danke!!

Noch 2 letzte Fragen:

1. In dieser Bescheinigung wird auch abgefragt, ob das Beschäftigungsverhältnis noch besteht oder beendet wurde oder wird.

Das muss z.Zt. verneint werden, da ich den Auflösungsvertrag ja erst schliessen möchte, wenn ich den Bescheid habe.

In diesem Fall (bei der Verneinung der Fragen) geht die DRVB ja hoffentlich davon aus, dass der angegebene Verdienst (ab 01.01.2011) der Hinzuverdienst sein wird?

Dieses Beschäftigungsverhältnis würde ab Rentenbescheid ja ruhen, wenn keine Kündigung erfolgt bzw. Auflösungsvertrag geschlossen wird.....

2. Sobald ich den Rentenbescheid hätte, würde ich den Auflösungsvertrag mit meinem jetzigen AG schliessen. Das Procedere mit dem Auflösungsvertrag dauert aber mindestens 4-5 Wochen. Erst, wenn ich den unterschrieben habe (und der AG) möchte ich meinen AG über die Rentenbewilligung informieren.
Die Rente würde ja frühestens 7 Monate ab Antragstellung (27.05.) beginnen, also 01.12.

Wenn Rentenbescheid z.B. Mitte August... Auflösungsvertrag dann Mitte September.....
liegen hier 4 Wochen zwischen Erhalt Rentenbescheid und Info an AG.

Liegt das noch im Rahmen, da der AG eigentlich unverzüglich zu informieren ist?

von
Volker

zu 1 :
Wenn der Aufhebungsvertrag noch nicht abgeschlossen - also unterschrieben - wurde ( in ihrem Falle existiert er ja noch gar nicht .. ) , gelten Sie heute und bis zum Tag dieser Vereinbarung natürlich als noch beschäftigt/angestellt.

Insofern müssen Sie bei der Frage wahrheitsgemäss antworten , das das Beschäftigungsverhältnis besteht !

Ob und wann Sie einen Aufhebungsvertrag abschliessen ist übrigens für die RV nicht von Bedeutung. Das ist eine reine Sache zwischen Ihnen und ihrem Arbeitgeber.

Was meinen Sie mit dem Hinzuverdienst ? Die Anfrage bei ihrem AG bezieht sich doch auf ihren Lohn / ihr Gehalt in der Vergangenheit ( also auf die letzten 3 Kalenderjahre ). Das hat doch mit dem Hinzuverdienst den Sie bei einer EM-Rente erzielen dürfen doch nichst zu tun. Anhand ihrer alten Verdienste wird der Hinzuverdienst doch erst berechnet.

zu 2 :

Es ist richtig das Sie erstmal den genauen Rentenbescheid abwarten müssen.

Und informieren über ihre EM-Rente brauchen Sie - rein rechtlich - ihren Arbeitgeber weder unverzüglich noch sonst wann - sondern gar nicht !

Ich weiss allerdings nicht so recht , wie - und mit welcher Begründung vor alllem - Sie mit ihrem AG überhaupt einen Auflösungsvertrag anstreben wollen und warum der so einem Vertrag zustimmen sollte. Ich als AG würde mich da gar nicht drauf einlassen ohne Not. Warum sollte ich einem Arbeitnehmer z.b. eine Abfindung freiwillig zahlen obwohl ich das gar nicht müsste ?

Ihr AG kann ja erstmal weiter in Ruhe abwarten ob Sie wieder zur Arbeit kommen oder nicht. Bei einer Kündigung hingegen läuft der AG halt immer Gefahr , das er im Rahmen einer Kündigungschutzklage und bei einem langjährigem Mitarbeiter dann zu einer Ausgleichszahlung für den Verlust des Arbeitsplatzes verurteilt wird. Sie selbst sollten natürlich auf gar keinen Fall selbst kündigen , weil Sie sonst alle Ansprüche an ihren AG sofort verlieren !

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Thema Aufhebungs - oder Auflösungsvertrag ist an sich ein gaaanz heisses Eisen. Ich sag es einfach mal etwas überspitzt, das wenn ihr AG ihnen so einen Vertrag freiwillig von sich aus anbietet, macht er dies sicher nicht zu seinem Nachteil...Das macht er nur dann , wenn er so meint möglichst günstig aus der Nummer rauszukommen und Sie los zu werden.

Das ist dann absolut mit allerhöchster Vorsicht zu geniessen, weil er Sie womöglich komplett mit dem Vertrag übern Tisch ziehen will damit ! Nicht immer - aber immer öfter...

Insofern niemals bitte einen Auflösungsvertrag unterschreiben ohne diesen vorher von einem Fachanwalt für Arbeitsrecht überprüfen zu lassen ! Das wäre der grösste Fehler den man machen kann und der kann u.U. tausende von Euros kosten die ihnen dann entgehen.

von
B.T.

Ganz ganz herzlichen Dank!!

Hat mir aller sehr geholfen!

Schönes Wochenende!

Experten-Antwort

Wie ich sehe, konnte Ihre Frage bereits abschließend geklärt werden.