von
rolf_martin

Ich bin 51 Jahre alt und habe einen 80% Schwerbehindertenausweis. Vom Arbeitsamt kann ich nicht mehr in meinen früher getätigten Job (Kraftfahrer) vermittelt werden. Trotzdem besteht für mich, auch nach einer zweimaligen abgelehnten Rentenbeantragung, keine Möglichkeit Frührente zu erhalten. Durch meinen Hausarzt habe ich eine Attest erhalten, das ich aufgrund meines Krankheitsbildes nicht mehr als 4 Std. täglich arbeiten darf und obwohl mich das Arbeitsamt nun schon seit 8 Jahren nicht vermitteln kann, würde ich mich hier gerne erkundigen, was ich nun noch für Möglichkeiten habe.

von
Antonius

Volle Erwerbsminderung läge vor, wenn Sie, unter den Bedingungen des ALLGEMEINEN Arbeitsmarktes, nur noch weniger als drei Stunden täglich arbeiten könnten. Bei einem Leistungsvermögen von mehr als drei aber weniger als sechs Stunden täglich, wären Sie teilweise erwerbsgemindert. Sie können innerhalb von vier Wochen nach Erhalt des ablehnenden Bescheides, Widerspruch einlegen und danach ggf. vorm Sozialgericht Klage erheben. Sie sollten sich aber evtl. zuvor professionelle Hilfe bei einem Fachanwalt für Sozialrecht oder einem Sozialverband holen. (www.sovd.de oder http://www.vdk.de)

von Experte/in Experten-Antwort

Ob volle oder teilweise Erwerbsminderung bei Ihnen vorliegt, kann online nicht geklärt werden.

Grundsätzlich aber ist es so, dass in Ihrem Fall ausgehend vom Hauptberuf geprüft wird, welches Restleistungsvermögen Sie darin noch haben.

Können Sie den zuletzt ausgübten Beruf nicht mehr ausüben wird dann geprüft über welches Restleistungsvermögen Sie für Ihnen subjektiv und objektiv zumutbare Verweisungstätigkeiten verfügen.

Auch diese Prüfung erfolgt nach anderen Kriterien wie etwa die Feststellung der Schwerbehinderteneigenschaft oder die Beurteilung der Agentur für Arbeit.

Volle EM (auf dauer) wäre etwa dann gegeben, wenn bei Ihnen insoweit ein dauerhaft aufgehobenens Restleistungsvermögen (weniger als drei Stunden täglich) für solche Tätigkeiten vorliegt, damit (auch) eine Verweisbarkeit ausscheidet.

Wurde nun der Antrag auf EM Rente abgelehnt, so steht es Ihnen frei, dagegen innerhalb offener Rechtsdbehelfsfrist Widerspruch einzulegen. Ist diese bereits verstrichen können Sie (noch) einen Überprüfungsantrag nach § 44 SGB X stellen, sollten aber auch dann in sozialmedizin. Hinsicht beweisen, warum bei Ihnen - entgegen der Auffassung des Rentenversicherungsträgers - doch Erwersbminderung vorliegt.

MfG

von
rolf_martin

Vom Arbeitsamt wird meine damalige Tätigkeit nicht als vollwertigen Beruf akzeptiert. Trotz Attest vom Hausarzt, wird mir Hausmeistertätigkeit empfohlen (mit starken Einschränkungen), in die mich das Arbeitsamt seit 8 Jahren aber nicht vermitteln kann. Das widerspricht sich. Nun habe ich eine Reha-Kur genehmigt bekommen, mit dem Hintergrung, dass es keine Chance auf Besserung geben wird. Stehen meine Chancen dann besser?

von Experte/in Experten-Antwort

Wie dies so auch in den Ablehnungsbescheiden steht "Das Risiko der Arbeitsplatzvermittlung hat in der BRD die Bundesagentur für Arbeit zu tragen und nicht die gesetzliche RV."

So gesehen bleibt der von Ihnen geschilderte Sachverhalt ohne jedwede Auswirkung auf die Entscheidung des RV Trägers.

Ob die jetzt in Aussicht gestellte medizinische Rehamaßnahme eine Verbesserung der eingeschränkten Erwerbsfähigkeit bewirkt, kann online nicht beurteilt werden. Wäre dies aber der Fall, so stehen die Chancen für die Realisierung eines Anspruchs auf Rente wegen Erwerbsminderung selbstredend schlecht....

MfG