von
Nicole Herold

Ich bin seit 10 Jahren selbstständig und habe in dieser Zeit keinen Rentenversicherungsbeitrag gezahlt.
Meine derzeit berechnete Regelaltersrente würde ca. 300 € betragen.
Macht es Sinn freiwillig in die Rentenkasse ein zu zahlen oder Privat etwas ab zu schließen.
Ich bin jetzt 40 Jahre alt und um eine verhältnismäßig vernünftige Rente zu erhalten wären die Beiträge bei einem Privaten Anbieter sehr hoch.

von Experte/in Experten-Antwort

Eine umfassende Beratung ist in diesem Forum nicht möglich. Sie können natürlich freiwillige Beiträge in die Rentenversicherung einzahlen. Um mindestens einen Entgeltpunkt (ca. 28 EUR Monatsrente) zu erwirtschaften, müssten Sie jedoch über 500 EUR monatlich zahlen. Ich empfehle Ihnen, ein Beratungsgespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle Ihres Rentenversicherungsträgers. Die Mitarbeiter dort können Sie auch umfassend über die verschiedenen Möglichkeiten der privaten Vorsorge informieren.

von
KPJMK

Hallo. Nur mal zur Info. Wenn Du selbstständig bist kannst Du auch ungefördert riestern in einen Banksparplan. Ist nicht sehr bekannt hat aber einige Vorteile. Keine Abgeltungssteuer, keine oder nur ganz geringe Gebühren (etwa 10 € im Jahr), keine Abschlußgebühr , Zinsen nach Umlaufrendite, jederzeit Raten aussetzen oder Vertrag auflösen, bei ganzer Auszahlung über 12 Jahre Laufzeit und über 60 Lj nur die hälfte vom Ertrag versteuern. Frag mal Google ungefördert riestern.

von
W*lfgang

Hallo Nicole Herold,

Sinn kann vielleicht noch der Zeitfaktor machen, um noch 35 Versicherungsjahre zu erreichen - dann wäre heute noch eine Altersrente mit 63 (mit Abschlag 14,4 %) möglich. Was ab diesem Zeitpunkt aber auch wiederum eine erhebliche Reduzierung der Gewerbetätigkeit bedeuten würde (steuerrechtlicher Jahresgewinn max. 5400 EUR), um die vorgezogenen Rente überhaupt erhalten zu können.

Vielleicht hat Ihr Steuerberater noch eine Idee, wie sich über Rentenbeiträge die aktuelle Steuerlast drücken lässt, dann kann auch die 'magere' Rendite in der DRV (privat gibt's aber auch nicht mehr) aufgebessert werden könnte - die freiwilligen Beitragszahlungen dürften sie erst in real ca. 25 - 30 Jahren wieder ausgezahlt bekommen haben.

Vorteil DRV: staatlich gesichert, Kapital kann durch Finanzkrisen nicht 'verbrannt' werden, da Umlagesystem. 'Kostenlose' Absicherung für Hinterbliebene, Reha-Maßnahmen (so bald 15 Jahre voll sind).

Vorteil privat: Kapital (meist) jederzeit verfügbar, ggf. bessere Rendite.

Unentschieden: der Brutto-Beitragsaufwand wird in beiden System gleich hoch sein, um im Alter noch auf einen Tausender zu kommen - mit 100 EUR im Monat reißen Sie da gar nichts, unter 500 EUR mtl. geht da auch nichts. Andernfalls landen Sie als Alleinlebende in der Grundsicherung, und da braucht man erst recht keinen müden Cent in Altersversorgungssysteme stecken, die später bei dieser Sozialleistung komplett gegengerechnet werden. Insofern kommt es auch auf die familiäre Situation im Alter an ...

Allerdings lässt sich das nur aus Sicht heutiger gesetzlicher Grundlagen bewerten - und da hätte ich genauso viel Vertrauen in staatliche wie private Leistungssysteme ;-)

Folgend Sie dem Experten/in-Rat: Beratung einholen.

Gruß
w.