von
Helga

Guten Tag,
die Regelaltersrente kann man wohl auch in einer Teilrente beziehen. Wie ich aus vorherigen Forenbeiträgen gelesen habe, gibt es dann für den Teil der nicht in Anspruch genommene Rente einen Zuschlag von 0,5 % pro Monat. Aber was ist mit den Engeltpunkten aus dem Job? Der Job ist dann wohl rentenversicherungspflichtig. Erhält man dann die volle "Punktzahl" aus dem Bruttoentgelt fürs Rentenkonto oder wird etwas abgezogen, weil man eine Teil-Rente bezieht? Helga

von Experte/in Experten-Antwort

Aus dem Bruttoverdienst werden werden Entgeltpunkte berechnet.

Allerdings kann ich den Praxisbezug dieser Frage nicht erkennen - warum sollte ein Regelaltersrentner, der neben seiner Rente voll zuverdienen darf, auf einen Teil der Rente verzichten? Ich kenne keinen, der bislang in meinem Bereich auf diese tolle Idee gekommen wäre.

von
Helga

Hallo,
danke für die Info.
Es ist also egal, ob man eine Teil-Regelaltersrente erhält oder eine volle Regelaltersrente. Wenn man weiterarbeitet, erhält man die Punkte aus dem Job auf jeden Fall "oben drauf"?!
Der Job ist allerdings nur rentenversicherungspflichtig, wenn man "nur" eine Teilrente erhält. Bei einem weiterarbeitenden Regelaltersrentner zahlt der Rentner keine Beiträge zur RV. Die Rente dürfte sich dann nicht erhöhen - oder?

Sorry, ich suche nach Möglichkeiten, die Rente zu erhöhen und rechne gerade mit spitzen Bleistift, damit ich auch nach dem Jobverlust noch über die Runden komme.
Helga

von
zachy

Sie sollten auch rechnen, wie viele Jahre Sie die - dann etwas höhere - Vollrente beziehen müssen, bis Sie den Teil der Rente den Sie nicht in Anspruch genommen haben, wieder hereingeholt haben.

von
Helga

ja, klar. Danke.
H.

von
Andr*as

Zitiert von: Helga

Aber was ist mit den Engeltpunkten aus dem Job? Der Job ist dann wohl rentenversicherungspflichtig.

Bei Rentenbezug nach der Regelaltersgrenze ist man von der Versicherungspflicht befreit, es gibt also keine rentenversicherungspflichtigen Jobs mehr. Sie können also keine neuen Entgeltpunkte hinzugewinnen.

Für den Teil der Rente, auf den Sie verzichten, ändert sich der Zugangsfaktor je Monat um 0,5 %. Das "lohnt" sich nur, wenn Sie von einer überdurchschnittlich hohen Lebenserwartung ausgehen.

von
Helga

Wenn es keine zusätzlichen Entgeltpunkte mehr gibt, dann stimmt die Info von der Rentenversicherung aber nicht.

Auf der Homepage folgende Info "Hinausschieben des Rentenbeginns:
Wird die Rente nach Erreichen der Regelaltersgrenze nicht in Anspruch genommen, erhöht sich der spätere Rentenanspruch um 0,5 Prozent pro Monat. Dies ergibt pro Jahr eine Erhöhung der späteren Rente um sechs Prozent. Geht ein Arbeitnehmer in dieser Zeit weiter einer Beschäftigung nach und zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber weiter Beiträge zur Rentenversicherung, erhöht dies die spätere Rente zusätzlich."

Wie soll man die Rente erhöhen, wenn der Arbeitnehmer gar keine Beiträge mehr zahlen darf????

Was stimmt denn jetzt???
Helga

von
Andr*as

Zitiert von: Helga

Wenn es keine zusätzlichen Entgeltpunkte mehr gibt, dann stimmt die Info von der Rentenversicherung aber nicht.

Sie wollen parallel zum Rentenbezug arbeiten.

Die zitierte Info bezieht sich jedoch auf eine spätere Beantragung der Rente ("Hinausschieben des Rentenbeginns"). Wenn Sie also auf die Beantragung der Rente verzichten und weiterhin versicherungspflichtig arbeiten, können sie Entgeltpunkte und Zugangsfaktor erhöhen.

Wenn sie aber bereits eine Rente beziehen und die Regelaltersrente erreicht haben, können Sie lediglich durch Rentenverzicht den Zugangsfaktor erhöhen. Es gibt keine Entgeltpunkte wirksame Versicherungspflicht mehr, wenn Sie parallel zur Rente arbeiten.

von
Helga

danke, jetzt habe ich es wohl verstanden.
Schönen Feiertag.
Helga

von
Rob

Wenn doch aber die Regelaltersrente als Teilrente in Anspruch genommen wird, tritt keine Versicherungsfreiheit ein. Also werden auch weiterhin neben dem Teilrentenbezug und einer Beschäftigung RV-Beiträge fällig.

von
Gigi

Zitiert von: Helga

danke, jetzt habe ich es wohl verstanden.
Schönen Feiertag.
Helga

Hallo,
was @Andr*as zitiert hat ist grundsätzlich ja auch richtig.
Die besondere Situation, das jemand eine Regelaltersrente nur als Teilrente bezieht ist so außergewöhnlich und selten das diesbezüglich praktisch keine Informationen veröffentlicht werden.
Wenn die Regelaltersrente nur als Teilrente bezogen wird besteht aufgrund des Rentenbezuges keine Versicherungsfreiheit, d.h. es sind Beiträge auch vom Arbeitnehmer zu zahlen.
Gigi

von
Andr*as

Zitiert von: Rob

Wenn doch aber die Regelaltersrente als Teilrente in Anspruch genommen wird, tritt keine Versicherungsfreiheit ein. Also werden auch weiterhin neben dem Teilrentenbezug und einer Beschäftigung RV-Beiträge fällig.

Danke für die Korrektur. Eine Entschuldigung an Helga für meine falsche Antwort. Ich bin von Regelaltersrente = Vollrente ausgegangen.

Eine Frage hätte ich in dem Zusammenhang - kann man zwischen Teilrente und Vollrente beliebig wechseln? Wie Gigi schon geschrieben hat, gibt es dazu kaum Veröffentlichungen, geschweige denn Urteile.

Dazu bleibt die Frage, ob sich das lohnt ...

von
KSC

wechseln könnte man schon - aber welcher Regelaltersrentner kommt schon auf so ne tolle Idee mal einfach so für 2 Monate nur die halbe Rente zu wollen, dann wieder einen Monat die volle, dann wieder ne halbe, usw.

Wer so was beantragt, dem sollte man Gebühren aufbrummen.

von
Andr*as

Zitiert von: KSC

wechseln könnte man schon - aber welcher Regelaltersrentner kommt schon auf so ne tolle Idee mal einfach so für 2 Monate nur die halbe Rente zu wollen, dann wieder einen Monat die volle, dann wieder ne halbe, usw.

Meine Frage zielte darauf ab, ob man sich schon bei erstmaliger Beantragung der Rente festlegen muss oder sich auch zu einem späteren Zeitpunkt umentscheiden kann.

Wenn es möglich ist, würde aber auch ein mehrmaliges Wechseln bei befristeten oder saisonalen Beschäftigungen eventuell Sinn machen ... wenn sich das ganze überhaupt rechnet.

von
W*lfgang

Zusammengefasst:

Verzicht auf (Teil)Regelaltersrente, nur um einen Zuschlag bei weiterem versicherungspflichtigen Verdienst einzufahren, ist so was von 'Renditeschwach(sinn)', da mach ich nicht mal mehr Modellrechnungen für ...doch, auf Nachfrage lege ich die Prognose gern den Sargbeigaben bei – so wie in grauer Vorzeit, die 2 goldenen Rententaler, um die Überfahrt zu bezahlen ;-)

Gruß
w.

von
Andr*as

Zitiert von: W*lfgang

Verzicht auf (Teil)Regelaltersrente, nur um einen Zuschlag bei weiterem versicherungspflichtigen Verdienst einzufahren, ist so was von 'Renditeschwach(sinn)' ...

Danke. Das erklärt irgendwie auch, warum man im Internet nicht wirklich etwas dazu findet. Wird ja niemand nutzen, wenn es sich nicht lohnt.