von
Elisabeth

Eine Bekannte hat Osteoporose und hat sich beide Oberarme durch einen Sturz gebrochen. Nun ist sie verplattet und darf ihre Arme nicht belasten. Deshalb hat sie Stühle für jeden Arm mit Motor bekommen. Wenn sie ihre Arme wieder belasten kann, möchte sie gern eine medizinische Reha machen. Geht das?

von
KSC

Sie soll es halt beantragen, wenn Sie es will und der Doc es befürwortet.
Dann gibts grundsätzlich 2 Möglichkeiten, nämlich eine Bewilligung oder eine Ablehnung.

Mehr kann man im Forum auf diese Frage kaum sagen.

von
Elisabeth

Der Antrag läuft, danke KSC. Sie hat halt Bammel, nur mit Physiotherapie abgespeist zu werden.

von
Herz1952

Selbst wenn sie jetzt "nur" eine Physiotherapie bekommen sollte, könnte später noch eine stationäre Reha (allerdings gibt es auch ambulante Rehas, morgens hin und abends wieder nach Hause) folgen.

Bei Brüchen ist das auch individuell. Meistens bringt eine (stationäre) am meisten, wenn schon eine gewisse Belastung möglich ist.

War so bei mir mit einem Schienbeinkopfbruch.

Gute Besserung für Ihre Bekannte.

Herz1952

von
Elisabeth

Ich habe nach meinem Verkehrsunfall, wobei mein Knie geschädigt wurde auch nur Psychotherapie bekommen, was überhaupt nichts geholfen hat. Meinst du Herz, das macht Sinn bei abgelehnter med. Reha noch einen neuen Antrag zu stellen? Ich mache mir große Sorgen, denn die kranke Bekannte muss für 2 Kinder sorgen und das Gehalt des Mannes reicht auch nicht für das Überleben aus.

von
Herz1952

Auch ich hatte im April 2011 einen Schienbeinkopfbruch. Im Krankenhaus hieß es, da bräuchte man keine stationäre Reha. Aufgrund meiner Herzschwäche konnte ich nur 5 -6 Meter mit Null-Belastung des geschädigten Beines laufen und war dann noch 4 Wochen im Krankenhaus, bis ich mir sicher war, dass ich zu Hause zurechtkomme, auch dank meiner Frau. Wegen der Treppe wäre es unmöglich gewesen, so konnte ich im Obergeschoß (Zimmer Bad WC) hausen.

Der Chirurg in der Nähe (5 km) vom Wohnort (Taxi auf eig. Kosten) hat für mich sofort Reha beantragt. Ich habe die Reha erst angetreten, nachdem Vollbelastung erlaubt war. Da ist nämlich der Reha Erfolg am ehesten gegeben. Hat aber noch lange gedauert, bis ich ohne Gehilfen laufen konnte und beschwerdefrei war.

Geht ihre Bekannte normal arbeiten? Dann wäre zumindest finanziell noch ein wenig Einkommen während der Reha vorhanden. Allerdings kostet der Tag 20 € Zuzahlung bis max. 14 Tage (280,--€ max.)

Jetzt greift evtl. die 2 %-Regelung vom Brutto-Einkommen. Wenn Ihre Bekannte kein Einkommen hat, wird vom Gesamt-Brutto noch 4000,-- € abgezogen. Vielleicht ist auch schon ein Teil der Zuzahlung durch den KK-Aufenthalt verbraucht und es fällt keine oder nur noch eine geringe Zuzahlung an.

Können die Kinder vielleicht bei Verwandten oder Bekannten unterkommen? Das müsste halt auch geklärt werden.

Bei einer stationären Rehe hat man "Vollpension" sogar meistens mit freien (alkoholfreien) Getränken. Am besten redet sie nochmal mit dem Arzt. Und die Osteoporose könnte ein zusätzlicher Grund für Reha sein.

Wünsche viel Erfolg.

Herz1952

von
Elisabeth

Meine Bekannte hat einen normalen Arbeitsplatz und ist der Hauptverdiener der Familie. Der Ehemann verdient auch, aber das reicht nicht. Die Kinder sind 13 und 15 Jahre alt und können auch allein mit Hilfe des Ehemanns zurechtkommen.
Meine Sorge ist eben, dass die Bekannte auf einige Physiotherapiestunden verwiesen wird und das wird nicht reichen bei dem Schaden. Wenn die Oberarme nicht wieder kräftig werden, dann kann sie ihren Job knicken.

von
Herz1952

Das wäre ja ein guter Grund für Reha - Arbeitsplatz ansonsten gefährdet. Die Rentenversicherung ist froh, wenn sie voll arbeitsfähig bleibt bzw. wieder wird.

Sie müsste ihren Arzt darauf hinweisen und nicht locker lassen. Es wird sich schon eine Lösung finden. Die Reha wird in solchen Fällen deswegen von der RV-Bund übernommen, verwaltungsmäßig können das auch die regionalen (LVA's) übernehmen. Diese gehören heutzutage alle zu einem "Verein" (RV-Bund)

Herz1952

Experten-Antwort

Guten Morgen Elisabeth,

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation können von den Rentenversicherungsträgern erbracht werden, wenn die Erwerbsfähigkeit erheblich gefährdet oder bereits gemindert ist. Im Vordergrund steht somit immer der Erhalt der Erwerbsfähigkeit.

Wie Sie schreiben, leidet Ihre Bekannte an Osteoporose und hat sich beim Sturz beide Oberarme gebrochen. Nur aufgrund dieser Angaben kann man keine Rückschlüsse auf die Erwerbsfähigkeit Ihrer Bekannten schließen. In der Rentenversicherung gilt immer der ganzheitliche Ansatz, d.h. man müsste sich die gesamten gesundheitlichen Einschränkungen Ihrer Bekannten anschauen und hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Erwerbsfähigkeit Ihrer Bekannten beurteilen. Dies sprengt den Rahmen dieses Forums.

Auf jeden Fall sollte Ihre Bekannte einen entsprechenden Antrag bei Ihrem Rentenversicherungsträger stellen. Der Rentenversicherungsträger ist auch verpflichtet den allgemeinen Rehabilitationsbedarf zu beurteilen, wenn ein Rehabilitationsbedarf zu Lasten des Rentenversicherungsträgers nicht gegeben ist. Insoweit würde der Antrag dann ggf. an die Krankenkasse weitergeleitet.

Ihre Bekannte sollte sich keine Gedanken machen, ob es sinnvoll ist einen Rehabilitationsantrag zu stellen. Es ist ihr gutes Recht und in ihrem Fall auch mehr als angezeigt.

Wir wünschen Ihrer Bekannten viel Erfolg.

Ihr Experte

[Dieser Beitrag wurde 1mal bearbeitet, zuletzt am 13.01.2014, 07:40 Uhr]

von
Elisabeth

Meine Bekannte hat erst einmal 3 Woche Reha in der Eifel bekommen. Das beruhigt mich schon einmal. Ich hoffe nur, dass sie gesund wird,