von
Hauserbenno

Hallo Zusammen,
mein Mann hatte im vergangenen Jahr 2 Hirnaneuryma-Op`s und mußte im Januar die Wiedereingliederung abrechen. Da die Belastbarkeit stark eingeschränkt ist, stellt sich jetzt die Frage ob Reha und erneute Wiedereingliederung oder gleich einen Antrag auf Erwerbsminderung. Der Arbeitgeber wäre auch bereit einen entsprechenden Teilzeitarbeitsplatz zur Verfügung zu stellen. Es wäre noch zu berücksichtigen, dass ein 3. Hirnaneurysma vorhanden ist, welches z.Z. noch nicht behandelt werden muß ( jähliche Kontrolle auf Vergrößerung ). Vielen Dank für Eure Antworten.

von
Klemens

Letztlich kann diese Entscheidung nur ihr Mann zusammen mit den behandelndem Arzt treffen.

Eine med. Reha schadet sicher nicht - ob sie allerdings in dem Fall ihres Mann überhaupt genehmigt wird und wenn dann auch letztlich wirklich gesundheitlich hilfreich sein würde, hängt vom med. Einzelfall ab und wird man im Vorfeld nicht sicher sagen können.

Grundsätzlich kann ihr Mann es aber mit einer med. Reha versuchen und einen entsprechenden Antrag stellen. Die RV wird die Reha aber nur dann genehmigen , wenn selbige höchstwahrscheinlich zu einem Erfolg führen würde. Also wenn durch die Reha eine Erwerbsminderung abgewendet oder eine bereits bestehehende behoben werden kann.

Das wird vom med. Dienst anhand der ärztlichen Unterlagen genau geprüft und dann eine entsprechende Einschätzung vorgenommen.

Wenn sich mit einer Reha kein Erfolg ( mehr ) erzielen liese, wird die Reha abgelehnt und aus dem Rehaantrag wird dannn sowieso automatisch ein EM-Antrag.

Umgekehrt kann ihr Mann auch gleich einen EM-Antrag stellen . Aber die RV könnte ihren Mann dann aber auch erst zur med. Reha schicken um dort die Erwerbsfähigkeit überprüfen zu lassen.

Sie sehen also, beide Wege können letztlich sowieso zur EM-Rente führen.

Bekommt er eine teilweise EM-Rente könnte ihr Mann dann beim jetzigen Arbeitgeber im Rahmen der Hinzuverdienstgrenze weiter arbeiten. Ob man eine volle oder teilweise EM_Rente bekommt, kann man sich aber nicht aussuchen. Welche Leistungsminderung besteht und damit welche EM-Rente genehmigt wird, bestimmt alleine der med. Dienst der RV .

Es gibt natürlich auch noch die Möglichkeit , das weder eine med. Reha noch eine EM-Rente von der RV im Falle ihres Mannes genehmigt wird. Das sollten Sie auch zumindest mit in Erwägung ziehen.

Experten-Antwort

Ich schließe dem Beitrag von "Klemens" an. Ergänzend würde ich evtl. einen Termin beim Rehafachberater Ihres Rentenversicherungsträgers zu vereinbaren, um die Erfolgsaussichten zu klären.

Experten-Antwort

Ich schließe dem Beitrag von "Klemens" an. Ergänzend würde ich evtl. einen Termin beim Rehafachberater Ihres Rentenversicherungsträgers zu vereinbaren, um die Erfolgsaussichten zu klären.

von
Anita

Ich würde erst Reha beantragen. Wenn die DRV mangels Erfolgsaussichten ablehnt, wird es ohnehin ein Rentenantrag. Wenn er zur Reha geht und die Ärzte dort der Meinung sind, es wird nichts mehr mit Arbeiten, ist ihm der Sozialdienst dort auch beim Rentenantrag behilflich (zumindest in einer guten Klinik).

von
Elisabeth

Einen Rentenantrag zu stellen, hat auch einen gewissen Charme. Wenn die DRV nämlich zur Überzeugung kommt, dass eine reha hilfreich sein könnte, wandelt die DRV den Rentenantrag in einen Reha-Antrag um und dann prüft die DRV per Eilantrag. Das bedeutet, dass man schneller in der Reha wäre.

von
-_-

:P

Zitiert von: Elisabeth

Einen Rentenantrag zu stellen, hat auch einen gewissen Charme. Wenn die DRV nämlich zur Überzeugung kommt, dass eine Reha hilfreich sein könnte, wandelt die DRV den Rentenantrag in einen Reha-Antrag um und dann prüft die DRV per Eilantrag. Das bedeutet, dass man schneller in der Reha wäre.

Sie sollen doch aber hier nicht alle Tricks verraten ;-) ! Sonst stellen noch alle Rentenanträge, wenn sie in eine Reha wollen. Aber es stimmt. Diese Fälle werden als "Eilfälle" bevorzugt bearbeitet und einberufen.

Leistungen zur Teilhabe haben Vorrang vor Rentenleistungen, die bei erfolgreichen Leistungen zur Teilhabe nicht oder voraussichtlich erst zu einem späteren Zeitpunkt zu erbringen wären. Dies gilt während des Bezuges einer Rente entsprechend (§ 8 Abs. 2 SGB 9).
http://bundesrecht.juris.de/sgb_9/__8.html

Wer hat eigentlich die Idee gehabt, "weltweit" als "Reha-Anträge" bekannte Leistungsanträge neudeutsch als "Anträge auf Leistungen zur Teilhabe" zu bezeichnen? Was für ein Wortschöpfer! Und so schön unhandlich lang für meine Zunge!