von
Anonym

Hallo
- Ende 01.2016 läuft mein Krankengeldbezug der Krankenkasse aus.
- Bis dahin muss ich eine Wiedereingliederung schaffen, sonst werde ich ausgesteuert und falle ungebremst in Sozialhilfe
- Habe vor Kurzem psychosomatische Reha bewilligt bekommen
- SCHOCK: Reha Klinik nennt Termin Anfang DEZ 2015
- Das ist für mich viel zu spät, weil danach keine Zeit mehr für die Wiedereingliederung beim AG bleibt, da das Krankengeld ausläuft und ich sonst ausgesteuert werde
- Kann / soll ich die Rehe absagen und stattdessen schnellstens in eine psychosomatische Akutklinik gehen um dort arbeitsfähig zu werden?

Bin verzweifelt, hatte nicht gewusst, dass so lange Wartezeiten bestehen..

von
Schade

Ob die angedachte Alternative aus medizinischer Sicht vernünftig ist, besprechen Sie mit Ihren Ärzten - das hätte ja auch schon lange angegangen werden können, oder nicht?

Aus DRV Sicht ist es kein Problem die Reha abzusagen, Probleme kann die Krankenkasse machen, wenn die Sie zur Reha aufgefordert hat.

Dass zwischen Rehabewilligung und Reha Antritt ca. 2 Monate liegen können, damit hätte man auch rechnen können......

von
Herz1952

Hallo Anonym,

eigentlich dürfte die Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld nicht von einer Wiedereingliederung abhängig machen. So was versuchen sie allerdings immer wieder. Zumindest dürfte das "Bestehen der Wiedereingliederung" nicht als Grund dafür gelten.

Da Sie jetzt noch andere Krankheiten haben, könnten Sie auch einen Rentenantrag stellen und sich rechtzeitig arbeitslos melden. Das muss ja nicht für immer sein, dass Sie die Rente beziehen, falls dem Antrag stattgeben wird.

Ich rate in solchen Fällen immer, einen Fachanwalt für Sozialrecht zu rate zu ziehen. Sie können natürlich auch mit Ihrer Krankenkasse reden, vielleicht hilft's. Es ist halt leider so, dass sich die Rentenversicherung nur in Renten Fragen auskennt, die KK nur in Krankenkassen Fragen (macht sie zumindest glauben) und bei Arbeitslosigkeit das Arbeitsamt.

Da sollte man sicher jemand fragen, der sich in all diesen Bereichen auskennt.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Anonym,

während der Zeit der Rehabilitationsmaßnahme erhalten Sie von der Rentenversicherung Übergangsgeld.
Diese Leistung wird bis zum Ende der Maßnahme gezahlt, auch wenn der Anspruch auf Krankengeld während dieses Zeitraumes auslaufen sollte. Erfolgt unmittelbar nach am Ende der Reha eine -von der Rentenversicherung eingeleitete - stufenweise Wiedereingliederung zur Erlangung der Arbeitsfähigkeit, wird die Rentenversicherung das Übergangsgeld für den ganzen Zeitraum weiterzahlen.

von
=//=

Weshalb fallen Sie "ungebremst in Sozialhilfe"? Nach der Aussteuerung (bzw. natürlich ein paar Wochen vorher) melden Sie sich bei der AfA arbeitslos und Sie bekommen dann doch sicherlich erst mal ALG I?

von
Anonym

Danke für die Antworten

Zitiert von:

während der Zeit der Rehabilitationsmaßnahme erhalten Sie von der Rentenversicherung Übergangsgeld.
Diese Leistung wird bis zum Ende der Maßnahme gezahlt, auch wenn der Anspruch auf Krankengeld während dieses Zeitraumes auslaufen sollte.

Bin dann weiterhin bei der Krankenkasse versichert, oder werde ich dort während Übergaangsgeldbezug ausgesetuert?

Bei mir endet die Reha-Maßnahme höchstwahrscheinlich wenige Tage vor Ende Krankengeld. Bleibt dennoch die DRV nahtlos zuständig, wenn in der Reha eine Wiedereingliederung eingeleitet wird?

Zitiert von:
Erfolgt unmittelbar nach am Ende der Reha eine -von der Rentenversicherung eingeleitete - stufenweise Wiedereingliederung zur Erlangung der Arbeitsfähigkeit, wird die Rentenversicherung das Übergangsgeld für den ganzen Zeitraum weiterzahlen.

Was bedeutet "unmittelbar"? Muss die Wiedereingliederung am nächsten Werktag nach der Reha beginnen?

Wie lange darf eine Wiedereingliederung nach einer DRV Reha dauern?

Was ist, wenn die Wiedereingliederung scheitert?

von
Achill

Sie sind während der Reha weiterhin Krankenversichert, das Krankengeld Ende verschiebt sich auch um die Zeit der Reha.

Eine Wiedereingliederung über die Rentenversicherung muss innerhalb von 4 Wochen nach Reha-Ende begonnen werden.

Normalerweise dauert die Wiedereingliederung knapp 4-8 Wochen. Sollte es aber aus medinischen Gründen länger dauern, kann dies auch der Fall sein, wird aber im Einzelfall von der ärztlichen Abteilung eines Trägers überprüft.l

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

eigentlich dürfte die Krankenkasse die Zahlung von Krankengeld nicht von einer Wiedereingliederung abhängig machen.

Das hat auch niemand behauptet.

Zitiert von: Herz1952

Ich rate in solchen Fällen immer, einen Fachanwalt für Sozialrecht zu rate zu ziehen.

Und was soll der ausrichten, wenn der KG-Anspruchszeitraum ausgeschöpft ist?

von
Herz1952

Hallo Schorsch,

zu 1. Anonym hat es befürchtet.

zu 2. Es gab ja noch andere Möglichkeiten bzw. es hätte nur was nützen können, wenn die KK vielleicht unberechtigter weise das Krankengeld bei nicht bestehen der Maßnahme vor Ablauf eingestellt hätte.

Bei mir war es jedenfalls so, dass die Krankenkasse die Zahlung eingestellt hatte, nur weil der Arzt geschrieben hat, die Kasse soll eine Verweisungstätigkeit prüfen. Geprüft hat sie nicht, sondern nur das KG eingestellt, obwohl ich noch in der Kündigungszeit war. Mir wurde am 1.1. 00.00 Uhr fristgemäß zum 30.04. gekündigt (wg. Insolvenz) und war in meinem Beruf nicht mehr arbeitsfähig. 2 Wochen später kam der Infarkt und alles vorher war Makulatur. Jedenfalls hat der Rentenberater mit einem Schreiben erreicht, dass mir das KG weiterhin gezahlt wurde.

von
Herz1952

Nachtrag

Weiterzahlung des KG vor dem Infarkt, aufgrund von "Rücken/Sternum" AU.

von
Schorsch

Zitiert von: Herz1952

zu 1. Anonym hat es befürchtet.

Er hat lediglich darauf hingewiesen, dass sein KG-Anspruch im nächsten Januar ausläuft und dass er dann sofort in die Sozialhilfe rutschen würde, sofern er nicht erfolgreich wieder ins Berufsleben eingegliedert würde.

Dass seine Krankenkasse eine Wiedereingliederungsmaßnahme zur Bedingung für die Weiterzahlung des Krankengeldes gemacht hat, hat der Fragesteller mit keiner Silbe erwähnt und dürfte somit eine Fehlinterpretation Ihrerseits sein.

Sie wittern schon wieder Skandale, wo überhaupt keine sind.