von
Sara

Hallo,
ich bin seit über einem Jahr wegen psychischer Probleme arbeitsunfähig und habe deswegen auch EM-Rente beantragt, die abgelehnt wurde (Widerspruch läuft). Ich habe aber eine Bewilligung zu einer psychosomatischen Reha bekommen, bei der mich meine Tochter (3 Jahre) begleiten muss (bin alleinerziehend), bei der ich heute angekommen bin.
Leider handelt es sich bei dieser Einrichtung um eine, in der sich zu 99 % Rentner befinden (also Menschen, die mindestens 20 Jahre älter sind als ich), die meisten mit orthopädischen Problemen und die Kinderbetreuung sieht so aus, das meine Tochter eine Baby-Beistellbett ins Zimmer gestellt bekommen hat und ansonsten mit dem Bus zu einem städtischen Kindergarten gefahren werden soll. Da die Anwendungen morgens so früh starten, soll ich sie dem Busfahrer übergeben.
Damit bin ich nicht einverstanden, die Kleine ist heute stundenlang am Heulen gewesen und ich bin noch gestresster als zu Hause. Sie ist wohl auch das einzige Kind derzeit in der Einrichtung und wirklich jeder fragt, was sie da macht.
Was kann ich tun?
Viele Grüße

von
User

Das ist doch völlig normal dass die Kleine am ersten Tag da am heulen ist.

Sie sind auf der Reha voraussichtlich 5 Wochen, da gibt sich das wieder, und wenn sie sich auch an den Kindergarten gewöhnt hat läuft das auch alles.

Was sie sonst tun können? Abbrechen. Niemand zwingt sie dort zu bleiben.

Ich halte das aber nicht für sinnvoll, das wird sich alles noch einspielen, nach dem ersten Tag kann man ja noch nichts sicher sagen.

von
Alias

Hallo Sara,

das hat keinen Sinn! Sie sollten umgehend mit der DRV Kontakt aufnehmen und um eine andere Klinik bitten. Es kann nicht sein, dass ein dreijähriges (kleines) Kind mit einem Bus ganz allein in fremder Umgebung zu einem Kindergarten gefahren wird (ohne Begleitung der Mama) in dem es auch völlig fremd ist.

Ich würde diese Reha sofort aus diesen Gründen abbrechen und mir von der Klinik schriftlich bestätigen lassen, dass eine Unterbringung mit Ihrem Kind in der Klinik mit Kinderbetreuung vor Ort nicht möglich ist.

Das geht ja gar nicht!!!

Und an @User,

bei allem Respekt, das Kind ist drei Jahre alt und noch nicht im Schulalter. Sie können doch nicht ein Kleinkind alleine Bus fahren lassen.
Und nein, das gibt sich nicht wieder in den nächsten 5 Wochen! Mal abgesehen von der Gefahr das dem Kind etwas zustoßen könnte (und ich möchte hier gar nicht weiter denken), ist es auch dem Busfahrer gegenüber eine große Verantwortung, neben dem Verkerh auch noch auf ein kleines Kind zu achten usw.

Was Sie da schreiben ist einfach unmöglich!
Ich bin echt fassungslos!

von
???

"ist es auch dem Busfahrer gegenüber eine große Verantwortung, neben dem Verkerh auch noch auf ein kleines Kind zu achten usw"

Da haben Sie Recht, wenn es sich um einen Linienbus handelt. Da würde aber der Fahrer solche Bitten wohl aber auch rundweg ablehnen. Ich gehe davon aus, dass es sich um den klinikeigenen Bus (meist Kleinbus) mit dem dort angestellten Fahrer handelt. Und damit ist es zumindest aus Sicht der Verkehrsicherheit nicht anders, als wenn Eltern mit ihren Kindern im Auto unterwegs sind.

"die Kinderbetreuung sieht so aus, das meine Tochter eine Baby-Beistellbett ins Zimmer gestellt bekommen hat und ansonsten mit dem Bus zu einem städtischen Kindergarten gefahren werden soll."
Passt Ihre Tochter noch in das Bett? Falls ja, ist das nicht zu beanstanden. Und ob der Kindergarten in der Klinik ist oder wo anders, ändert nicht viel an dem Problem, dass sich Ihre Tochter dort erst eingewöhnen muss. Im Gegenteil, während Ihre Tochter in einem klinikeigenen Kindergarten (in der Regel eher ein Hort) sich mit wechselnden Kindern (schließlich würden die nicht genau die gleiche Kur-Dauer haben wie Sie) arrangieren müsste, wäre das Umfeld im städtischen Kindergarten stabiler. Eine andere Geschichte ist es natürlich, dass Sie Ihr Kind nicht selbst hinbringen können. Das geht, zumindest in der Anfangszeit, wirklich nicht. Klären Sie, ob Sie Ihre Anwendungen später wahrnehmen können bzw. ob die wirklich wichtiger für den Kurerfolg sind als eine für Sie stressfreiere Regelung.

von
=//=

Rufen Sie umgehend bei der DRV an und bitten um eine Umeinweisung. Schildern Sie Ihre Lage (hauptsächlich was das Kind betrifft). Es gibt viele Kliniken, in denen Patienten mit Kleinkindern unterkommen. Es ist auf jeden Fall sinnvoller, wenn die Kinderbetreuung INNERHALB der Klinik ist und das weist dann auch darauf hin, dass dort mehr als 1 Kind ist.

Dass dort in der Klinik zur Zeit viele ältere Patienten sind und ob das in einer anderen Klinik anders ist, können Sie wohl nicht vermeiden. Denn die Schulferien sind fast um und Sie werden sicherlich weniger Menschen mit schulpflichtigen Kindern antreffen. Aber das dürfte wirklich das kleinste Problem sein.

von
=//=

Ergänzung:

Sofern Sie derzeit Krankengeld beziehen und sogar von der KK zur Reha-Antragstellung aufgefordert wurden, MÜSSEN Sie sich mit der KK in Verbindung setzen. Denn eine Umeinweisung in eine andere Klinik bedeutet evtl. einen viel späteren Reha-Beginn. Die Kliniken haben teilweise eine sehr lange Wartezeit.

von
Alias

@??? und =//=

Gott sei Dank! Ich bin echt froh, dass gerade Sie beide meine Gefühle wie oben beschrieben mit mir und @Sara teilen.

Sie schreiben hier ja regelmäßig wirklich immer sachdienliche Hinweise hinein und helfen den Fragestellern gerne weiter.

Wenn es ein Klinikeigener Bus ist, dann mag das gehen, aber ich würde meine kleien Tochter auf keinen Fall in dieser Situation "alleine" lassen. Egal, wie es mir geht.

In jeder Kita gibt es eine sog. Eingewöhnungsphase (mit den Eltern). Das ist unglaublich wichtig für die Mäuse. Darum wäre die Betreuung in der Klinik durch entsprechendes Personal (und die Optionen gibt es in den meisten Kliniken) m.E. unabdingbar.

Ich hoffe, Sara findet ganz schnell eine Lösung und die DRV schmeisst ihr keine "Knüppel" zwischen die Beine ;-)

Alles Gute

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Sara,

da auch wir die von Ihnen geschilderte Situation nicht per Ferndiagnose beurteilen können, möchten wir Sie doch bitten, sich mit dem Klinikpersonal in Verbindung zu setzen, offen die von Ihnen geschilderten Probleme anzusprechen und abklären zu lassen, ob und wo ggfs. Abhilfe geschaffen werden kann. Ob man Ihnen bei einem Abbruch der Maßnahme von Seiten des Rentenversicherungsträgers eine Umweisung in eine andere Klinik bewilligen wird, kann an dieser Stelle nicht vorhergesagt werden.