von
Mara

Guten Morgen,

ich hoffe, mir kann hier jemand weiterhelfen. Mein Mann wurde im September am Knie operiert und ist seitdem arbeitsunfähig. Er hat im November eine REHA beantragt, diese wurde jetzt vom DRV genehmigt.
Auf Druck der Krankenkasse soll mein Mann jetzt noch vor Weihnachten weg.
Wie sieht es rechtlich aus, hat mein Mann die Möglichkeit, das er darauf besteht, die REHA erst nach Weihnachten zu beginnen oder kann die Krankenkasse darauf bestehen, das er Weihnachten alleine getrennt von der Familie verbringen muss?

Wir sind gerade etwas ratlos.

Gruß
Mara

von
User

Hat Ihr Mann auch das Recht die Reha nach Weihnachten zu absolvieren.

Das Problem ist dann nur, dass die Krankenkasse dann Ärger machen kann mit dem Krankengeld.

Von Seiten der RV ist es egal wann Ihr Mann die Reha innerhalb des Kostenzusagezeitraums antritt. In diesem Fall muss eine Übereinkunft mit der KK getroffen werden.

von
Nix

Das Problem:
Solange Ihr Mann Krankengeld bezieht, kann die Krankenkasse bestimmen, dass Ihr Mann so schnell wie möglich wegkommt.

Rufen Sie doch einfach mal bei der Krankenkasse an und stellen Sie den Sachbearbeiter zur Rede:

Können Sie es verantworten, dass mein Mann über Weihnachten von der Familie getrennt wird, nur weil Sie so schnell wie möglich aus dem Krankengeld rauskommen wollen?

Sollte Ihr Sachbearbeiter bei der Krankenkasse keine Antwort darauf haben, dann haben Sie schonmal gewonnen.

Vieles wird nicht so heiß gegessen, wie es gekocht wird. Einfach mal anrufen und nachfragen.

Viele Grüsse
Nix

von
RFn

Wenn die REHA bewiligt ist, wird meines Wissens der Termin von der zugewiesenen REHA-Klinik entsprechend den vorhandenen Kapazitäten vergeben, egal wieviel Druck die Krankenkasse macht.
Hat Ihr Mann bereits den Termin erhalten ?

Übrigends, zur Wiederherstellung der Gesundkeit sollten Feiertage nicht in den Vordergrund gerückt werden. Seerleute, Soldaten u.s.w. müssen auch die Feiertage fernab von ihren Familien verbringen.

von
Klemens

Die Krankenkasse könnte die Krankengeldzahlung theoretisch bei einem eigenmächtig verspätetem und mit der Kasse im Vorfeld nicht abgestimmtem Rehaantritt erstmal einstellen. Dann haben Sie das Problem das Sie dagegen angehen müssen in der Hoffnung, das die Zahlung dann irgendwann wieder aufgenommen wird.

Praktisch kann man dann auch ganz schnell mal einige Wochen ohne Krankengeld dastehen, bevor diese dann letztlich wieder aufgenommen wird...

Ihr Mann hat grundsätzlich alles zu unternehmen , das die Arbeitsunfähigkeit schnellstens beendet wird und dazu gehört dann eben auch der schnellstmögliche Antritt einer med. Reha.

Dieses Risiko muss ihr Mann eben abwegen, ob ihm Weihnachten daheim zu verbingen eben so wichtig ist, dieses einzugehen. Es ist zwar schade Weihnachten nicht daheim zu sein, aber wie schon geschrieben wurde können dies ja viele nicht und die Welt geht davon ja nun auch nicht unter. Auch im nächsten Jahr gibt es wieder ein Weihnachtsfest...

Grundsätzlich aber bewegt sich die Kasse in so einem Fall wie dem ihres Mannes auf sehr dünnem Eis und hat eigentlich keine Möglichkeit ihren Mann jetzt noch vor Weihnachten in die Reha zu zwingen.

Außerdem müssten Sie schriftlich von der Krankenkasse dazu aufgefordert werden und nicht nur telefonisch, um dann dagegen vorgehen zu könenn.

Im schllimmsten Falle hilft auch schon oft die Androhung der Einschaltung eines Rechtsanwaltes für Sozialrecht um die Kasse wieder auf Kurs zu bringen ...

Besser ist es immer mit der Krankenkasse eine einvernehmliche Regelung zu finden !

Die Krankenkasse versucht nur Druck ausüben ohne jegliche rechtliche Grundlage . Es ist halt ein Versuch seitens der Kasse ein paar Tage/Wochen Krankengeld einzusparen und ihren Mann letztlich möglichst schnell ganz aus der Krankengeldzahlung zu bekommen. Je eher die Reha angetreten wird um so eher ist sie beendet und umso eher liegt das Ergebnis hinsichtlich einen möglichen Erwerbsminderung vor und umso eher muss die Kasse kein Krankengeld mehr zaheln.

Wobei bei ihrem Mann und einer Reha nach "nur" einer Knie OP wohl keine EM zur Debatte stehen dürfte.

Falls Sie noch keinen Rehaantrittstag von der Klinik erhalten haben , würde ich jetzt im Vorfeld mit der Klinik sofort Kontakt aufnehmen und die Problematik besprechen und um einen Aufnahmetermin direkt nach Weihnachten bitten. Man muss es dann halt nach Möglichkeit so drehen , das früher nichts in der Kliinik frei war etc. pp. Dann kann und wird die Krankenkasse da auch nichts gegen macehn können und dies so akzeptieren müssen.

Experten-Antwort

Hallo Mara,

Klemens hat sich in seinem Beitrag ausführlich mit Ihrem Anliegen auseinander gesetzt. Es ist es Sache der Reha-Klinik den Aufnahmetermin zu vergeben. Dabei spielen insbesondere die Kapazitäten der Reha-Klinik eine Rolle. Sofern Sie schon jetzt Terminvereinbarungen für das nächste Jahr treffen wollen, können Sie mit der Reha-Klinik telefonisch Kontakt aufnehmen. Die Kontaktadresse mit samt Telefonnummer können Sie dem Bewilligungsbescheid entnehmen. Schildern Sie Ihr Anliegen. Die Reha-Klinik wird dann schauen, ob Ihr Wunschterminwunsch möglich ist.