von
Adelina

Ich hoffe, mir kann jemand weiterhelfen.
Meine Mutter (56) ist seit Monaten krank. Sie ist in ständiger ärztlicher Behandlung (u.a. chronisches Lungenleiden) und war letztens erst mehrere Wochen im Krankenhaus.
Die krankenkasse hat sie an den medizinischen Dienst überwiesen und dieser hat bei der Krankenkasse für eine Rehakur gesprochen. Dort soll geklärt werden, ob sie jemals überhaupt wieder arbeiten kann, oder Rente bekommt.
Der med. Dienst und die KK haben mitgeteilt, daß die kur nur in der Region Sachsen sein wird.
Heute kam die Zustimmung der Rentenversicherung - sie muß auf die 600 km entfernte Insel Rügen.
Kann man da Widerspruch einlegen?
Sie traut sich eine so lange Bahnfahrt nicht allein zu! Sie will gerne in der Region Sachsen zur Kur!
Was könne wir tun?

von
antonius

Solange sie vom Kostenträger für reisefähig gehalten wird, ist ihr die lange Anreise durchaus zumutbar. Die weit entfernte Reha - Klinik wurde auch bestimmt nicht willkürlich ausgewählt. Gerade bei einem Lungenleiden bietet sich ein Aufenthalt am Meer geradezu an. Sollte Ihre Mutter tatsächlich nicht reisefähig sein, dann muß sie sich das von ihrem Hausarzt bescheinigen lassen. Vielleicht ist der Kostenträger auch bereit, eine näher gelegene Reha - Klinik auszuwählen. Rufen Sie doch erst einmal dort an.

von
???

Klären Sie erst einmal mit dem behandelnden Arzt, inwieweit Ihre Mutter reisefähig ist ,mit welchen Verkehrsmitteln und wo die Kur am sinnvollsten wäre. Üblicherweise sind nämlich die öffentliche Verkehrsmittel zu benutzen. Sollte der Arzt eine sächsische Klinik empfehlen oder eine Anreise mit Pkw und evtl. Begleitperson, sollte Ihre Mutter sich eine entsprechende Bescheinigung ausstellen lassen und diese der DRV vorlegen. Je nach Bescheinignug ist dann entweder die Klinik zu ändern oder die fälligen Reisekosten zu übernehmen.

von Experte/in Experten-Antwort

Hallo Adelina,

selbstverständlich hat Ihre Mutter die Möglichkeit gegen die Entscheidung - innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheides - Widerspruch zu erheben.

Hierbei geben wir Ihnen aber folgendes zu bedenken.

Bislang geht der Rentenversicherungsträger davon aus, dass die ausgewählte Rehabilitationseinrichtung auf die Leiden angepasst ist und Ihre Mutter aus medizinischer Sicht in der Lage ist, die Fahrt vom Wohnort zur Reha-Einrichtung ohne Unterstützung durchzuführen.

Sollte Ihre Mutter jedoch infolge Ihrer Behinderung nicht in der Lage, die Fahrt vom Wohnort bis zur Reha-Einrichtung und zurück selbstständig durchzuführen oder ist im Einzelfall eine Begleitperson am Ort der Rehabilitation medizinisch notwendig (Dauerbegleitperson), werden die Reisekosten (Fahrkosten, ggf. Gepäckkosten, Verpflegungskosten, Übernachtungskosten, Verdienstausfall) durch den Rehabilitationsträger für die Begleitperson übernommen.

Dienst ist durch eine ärztliche Bescheinigung des Hausarztes/Facharztes dem Rentenversicherungsträger unverzüglich nachzuweisen.

Falls sie jedoch grundsätzlich an keiner Rehabilitationsleistung außerhalb von Sachsen teilnehmen möchte, geben wir zu bedenken, dass die Auswahl der Rehabilitationseinrichtung aufgrund der Empfehlung des Ärztlichen Dienstes des Rentenversicherungsträgers nach Durchsicht der medizinischen Unterlagen - unter Beachtung aller medizinischer Einschränkungen - erfolgt ist.

Durch das interne Qualitätssicherungsprogramm der Rentenversicherung sowie den Einsatz von Qualitätsmanagementsystemen ist gewährleistet, dass die Durchführung der Rehabilitation in der ausgewählten Rehabilitationseinrichtung auf höchstem Qualitätsniveau erfolgt.

Hierbei kann - ohne den medizinischen Sachverhalt Ihrer Mutter näher zu kennen - pauschal ausgeführt werden, dass bei chronischem Lungenleiden eine medizinische Rehabilitation am Meer geeignet erscheint.

Bei der Auswahl sind grundsätzlich auch die persönlichen Verhältnisse Ihrer Mutter, deren Bedarf und Leistungsfähigkeit sowie die örtlichen Verhältnisse zu berücksichtigen. Angemessenen Wünschen Ihrer Mutter zu Ort und/oder Termin sollten hierbei entsprochen werden.

Der Rentenversicherungsträger jedoch verpflichtet, die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit bei der Auswahl der Art, Dauer, Umfang, Beginn und Durchführung der Leistung sowie der Rehabilitationseinrichtung nach pflichtgemäßem Ermessen zu beachten.

Bei der Einlegung eines Widerspruchs sollten Sie die oben beschriebenen Erläuterungen bedenken.