von
überfürsorgliche Tochter?

Hallo an die Experten,
stehe vor einem riesen Berg voller Umstände die viele Fragen aufwerfen.Seit MOnaten google ich alles mögliche darüber.
Zum Sachverhalt: Meine Mutter, geb Januar 1954 hat ca. 10-12 Jahre in der Türkei gearbeitet und entspr. RV-Beiträge eingezahlt. Ca 20 Jahre in Deutschland pflichtversichert gearbeitet.Alles bereits beim DRV gemeldet. Nun bekommt sie seit Oktober 07 Krankengeld. Auf ANregung seitens der KK wurde Rehaantrag gestellt. Soll etwa im November stattfinden. GDB 50% anerkannt seit kurzem. Gleichzeitig Pflegestufe I rückwirkend ab April 08 bewilligt. Meineserachtens (auch lt.MDK der KK) ist meine Mutter unter den jetzigem Gesundheitszustand nicht für die Reha "geeignet". krankheitsbedingt stark eingebunden und Non Compliant (schwere therapieresistente deppression)
Hieraus resultieren nun meine Fragen: Kann ich, als die Pflegende Person, bei DRV angeben , dass meine Mutter die Reha nicht machen kann? Oder soll ich das vorher mit der KK absprechen? Gibt es dadurch Nachteile ?Soll ich auf Reha warten und es darauf ankommen lassen , dass es frühzeitig abgebrochen wird? Soll ich statt dessen Rente beantragen? Wenn ja , welche wäre die "Richtige"?Was passiert nach den 78 Wochen? Die KK sagte im Vorfeld, dass evtl. Krankengeld ansprüche verloren gehen wenn ich mit der DRV in Kontakt trete und die KK nicht in Kenntnis setze.Hat sie denn überhaupt einen Anspruch von der DRV oder muß ich für sie ALG (?) beantragen?
Ich weiß, es sind so viele Fragen aufeinmal, womöglich habe ich die Hälfte vergessen zu stellen :) Aber ich hänge schon seit einer Weile daran und mittlerweile qualmt mir der Kopf. Ich möchte mich nur richtig verhalten und keine Behörde verstimmen wenn ich falsch handle.

von
Schade

eigentlich können Sie gar nicht viel falsch machen, Sie haben den Reha Antrag gestellt - die RV prüft ohnehin, ob eine Reha überhaupt sinnvoll ist, oder ob Ihre Mutter zum Rentenantrag aufgefordert wird, weil man der Meinung ist, durch eine Reha kann man die Berentung nicht verhindern.

Aber das ist eine ärztliche Entscheidung - was meinen eigentlich die Ärzte Ihrer Mutter?
Nützt eine Reha etwas und sie kann wieder arbeiten
oder scheint das utopisch?

Den Rentenantrag können Sie natürlich unabhängig auch selbst stellen (Erwerbsminderungsrente) - das sollten Sie aber nur tun, wenn die Rente höher wird als das derzeitige Krankengeld.
Ist das Krankengeld höher, können Sie in Ruhe zuwarten, wie über den Reha Antrag entschieden wird.

Spätestens 3 Monate vor Ende des Krankengeldes erscheint der Rentenantrag sinnvoll.

von
überfürsorgliche Tochter?

Danke für die schnelle Antwort,
wegen der Höhe des Geldes habe ich noch nicht nachgedacht-sollte man prüfen. Meine Hauptsorge war, dass sie die Reha aufjeden fall antreten muß (deswegen wurde schon begutachtet-da ging es ihr noch nicht so schlecht) aber ich die Umsetzung als schwierig erachte.Therapieresistent! Ich denke ich werde mit der DRV kontakt aufnehmen um sie Sachlage nochmal darzulegen ob eine erneute Begutachtung oder Reha sinn macht. Es sieht danach aus, dass eine weitere Beschäftigungsaufnahme utopisch ist.
Danke nochmals

Experten-Antwort

Dem Beitrag von Schade wird zugestimmt. Da der Rehaantrag auf Anregeung der Krankenkasse gestellt wurde, können sie ohne Zustimmung der Krankenkasse diesen nicht zurücknehmen. Sollte die Reha erfolglos durchgeführt, abgebrochen werden müssen oder aber auch erst gar nicht zustande kommen, da die Reha wahrscheinlich die Rente sowieso nicht verhindern könnte, dann wird der Rehaantrag automatisch in einen Rentenantrag umgedeutet. Vorerst brauchen Sie also nichts weiter zu veranlassen. Für den Fall, dass Ihre Mutter ausgesteuert wird, dann sollte sie sich aber bei der Agentur für arbeit arbeitslos im Sinne der Nahtlosigkeitsregelung stellen. D.h. die Agentur für Arbeit hat solange Arbeitslosengeld nach deren Anspruchvoraussetzungen zu zahlen, bis der Rentenversicherungsträger entschieden hat, ob Ihrer Mutter EM-Rente zu gewähren ist.