von
Lehrer13

Mein Vater muss, nach Ablehnung einer von der Krankenkasse, geforderten Reha, nun einen Antrag auf Erwerbsminderungsrente stellen. Er ist 58 und könnte mit 60 Jahren ohne Abschläge in Rente gehen, da vor dem 16.11.1950 geboren und seit vor dem 16.11.2000 zu 100% schwerbehindert ist. Was passiert, wenn er den Rentenantrag nicht stellt (ohne Zustimmung der Krankenkasse) zumal das Krankengeld wegen der 78-Wochen_Frist im Juli 2008 ausläuft? Wie kann er die Rente ohne Abschläge erreichen?

von
Schade

er könnte sich für leichte Arbeiten gesund schreiben lassen (damit natürlich auf das Restkrankengeld verzichten) und sich beim AA arbeitslos melden.
Dort hat er bis zu 24 Monate ALG Anspruch.

Beim AA darf er allerdings nicht allzusehr jammern und "krank sein" - sonst fordert ihn die Agentur zur Rentenantragstellung auf und er ist soweit wie zuvor.

Oder er stellt den Rentenantrag und hofft, dass die Rente abgelehnt wird und meldet sich nach Ablauf der 78 Wochen arbeitslos (s.o.)

Und wenn die EM Rente durchgeht, kann er ja wegen der Schwerbehinderung vor dem 16.11.2000 mit 60 einen Antrag auf Umwandlung in Altersrente stellen - in diesem Fall wären (wenn alles gesetzlich so bleibt) die Abschläge ab 60 auch vom Tisch.

von
Lehrer13

Vielen Dank für die Antwort, aber

- er ist zur Zeit ans Bett gefesselt (Pflegestufe I), somit an arbeiten nicht zu denken.

- wegen der Umwandlung: Heißt das, er hat zwei Jahre lang Abschläge (wie hoch?) und dann kann er auf die Altersrente ohne Abschläge umsteigen?

Nachdem das Krankengeld nun endet, soll er sich bei der Bundesagentur für Arbeit melden / Gleichzeitig soll er aber auch den Rentenantrag wg. Erwerbsminderung stellen - soll er nun beides parallel machen?

Experten-Antwort

Stellt Ihr Vater den Antrag nicht, wird die Krankenkasse mit der Einstellung des Krankengeldes reagieren. Sollte die Erwerbsminderungsrente genehmigt werden, enthält diese einen Abschlag von 10,8 %.
Wenn zur Vollendung des 60. Lebensjahres die Rente -auf Antrag- in eine Altersrente für schwerbehinderte Menschen umgewandelt wird, ist diese Altersrente nicht mit einem Abschlag belastet.

von
Schade

das mit der Bettlägrigkeit konnte ich natürlich nicht wissen, von daher vergessen Sie die Arbeitslosenmeldung.

Stellen Sie den Rentenantrag umgehend, dann ist i.d.R. die Entscheidung getroffen, bis das krankengeld endet.

So gesehen hat die Krankenkasse wohl Recht mit der Aufforderung

von
Lehrer13

Sollte man dann trotzdem der Aufforderung zur Kontaktaufnahme mit der Arbeitsagentur noch folgen, wenn man gleichzeitig den Rentenantrag stellt?

von
Lehrer13

Sollte man dann trotzdem der Aufforderung zur Kontaktaufnahme mit der Arbeitsagentur noch folgen, wenn man gleichzeitig den Rentenantrag stellt?

von
KSC

wenn über die Rente noch nicht entschieden ist am Tag, an dem das Krankengeld ausläuft, könnte man sich nach der sogenannten Nahtlosigkeitsregelung bei der Agentur melden und für die Zeit bis zur Rentenentscheidung (als Überbrückung) ALG erhalten.

Insofern kann die Meldung auf jeden Fall nicht schaden.

von
Helga

Hallo,mein Mann hat auch Rente mit 60 Jahren für schwerbehinderte Menschen beantragt ihm wurden aber die 10,8% weiter abgezogen hängt das damit zusammen dass er diese Schwerbehinderung nicht vor dem 1.11.2000 mit 50 % gehabt hat.
Danke

von
Rosanna

Ja, aber der Termin für die Vertrauensschutzregelung war der 16.11.2000! Nur Versicherte, die vor dem 17.11.1950 geboren UND am 16.11.2000 mind. 50 % schwerbehindert waren, hatten Vertrauensschutz, also keinen Abschlag.

MfG Rosanna.