von
Wilfried Heppner

Hallo,

für die Rente abschlagsfrei mit 63 fehlen mir 10 Monate (530 statt 540) bis Oktober 2015 erhalte ich noch ALG 1. Wenn ich mir einen Minijob suche, würden bis Oktober weitere 6 Monate (Mai-Okt.) angerechnet werden (Verzicht auf Vers.-Freiheit vorausgesetzt). Gibt es in Bezug auf den Minijob und die Anrechnung eine untere Verdienstgrenze ? Ab November fehlen dann noch 4 Monate ,kann ich dann diese durch freiwillige Beiträge auffüllen und, ab wann bekäme ich dann die abschlagsfreie Rente ? (Bin Jahrgang 1952)

von
Upsala

Freiwillige Beiträge neben dem Bezug von Arbeitslosengeld 1 sind schon mal nicht möglich.

Grund: Der Bezug von ALG 1 ist bereits eine Pflichtbeitragszeit in der gesetzlichen Rentenversicherung. Und freiwillige Beiträge können nur (auf Antrag) gezahlt werden, wenn keine Versicherungspflicht vorliegt.

Ein (versicherungspflichtiger) Minijob neben dem Bezug von ALG 1 bis zum erfüllen der Wartezeit von 45 Jahren ist grundsätzlich möglich. Hinsichtlich der Entgelthöhe in dieser Beschäftigung würde ich mich an Ihrer Stelle mit der Agentur für Arbeit in Verbindung setzen, damit es da keine Schwierigkeiten mit dem Arbeitslosengeld gibt.

MFG

Upsala

von
_ich

Nach Ende des ALG1-Anspruchs sind freiwillige Beiträge möglich.

Für die 45 Jahre werden sie allerdings nur berücksichtigt, wenn Sie nicht mehr bei der Agentur für Arbeit gemeldet sind.

Bei Ihren Angaben wäre damit die freiwillige Versicherung von Nov. 2015 - Feb. 2016 möglich& notwendig.

Rentenbeginn damit: 01.03.2016

von
W*lfgang

Zitiert von:
Gibt es in Bezug auf den Minijob und die Anrechnung eine untere Verdienstgrenze ?
Wilfried Heppner,

175 EUR/mtl. sollten Sie nicht unterschreiten, sonst wird der eigene Pflichtbeitrag zunehmend teuer. Diese Grenze liegt mM auch aus Sicht ALG 1 ohne Anrechnung/Kürzung im Bereich des Möglichen – sind 'netto' 165 EUR bei einer Beschäftigung unter 15 Wochen-Std.

http://www.gesetze-im-internet.de/sgb_3/__155.html (wie oben schon gesagt: AfA fragen).

Ob Sie sich in der Summe tatsächlich einen Gefallen tun, auf den ungekürzten Rentenbeginn zu schielen, sollten Sie schleunigst in der nächsten Beratungsstelle hinterfragen/durchrechnen lassen - auf was Sie an (gekürzter) Rente verzichten + an freiwilligen Beiträgen zahlen + Rentenzugewinn aus ALG 1 und freiwilligen Beiträgen + ggf. noch für die freiwillige KV/PV Beiträge bis zur Rente aufwenden müssen, UND wann sie dann endlich mit der höheren/ungekürzten Rente auf der Gewinnerspur sind ...in 5 / 10 / 15 Jahren? Um es nicht zu einfach zu machen, hängt vielleicht noch eine (nicht gezahlte) Betriebsrente dran, die vom Beginn der gesetzlichen Rente abhängig ist + bei Rentenbeginn im nächsten Jahr ein um 2 % höherer Steueranteil der Rente – alles ganz einfach ;-)

Gruß
w.

von Experte/in Experten-Antwort

Der Weg den Sie planen ist nicht restlos falsch. Die Vorbeiträge haben was für sich. Mitunter ist alles ein Rechenbeispiel. Ein Beratungstermin wäre ratsam.
Zum Mindestentgelt bei geringf. Beschäftigung: Es gibt keins. Allerdings ist der Mindestlohn zu beachten. Aus beitragsrechtlicher Sicht gilt es die Mindestberechnungsgrundlage zu beachten! Bis runter auf 175 EUR/mon. zahlt der Chef 15 % und der Arbeitnehmer den Rest. Liegt der Lohn nur bei 100 EUR im Monat, zahlt der Chef davon 15%, der AN den Rest - jedoch für das Mindestentgelt von 175 EUR. Und da würde sich die Arbeit nicht lohnen.

von Experte/in Experten-Antwort

Sehr geerhrter Herr Heppner,

ein Beratungsgespräch bei Auskunfts-und Beratungsstelle der Deutschen Rentenversicherung wird, wie von W*lfgang angemerkt, vor allem unter dem Aspekt der Rentenhöhe der vorgezogenen Altersrente und der Amortisierung einer freiwilligen Beitragszahlung für die (abschlagsfreie) Altersrente für besonders langjährig Versicherte sehr hilfreich sein. Statt der Zahlung von freiwilligen Beiträgen wäre es doch aber auch überlegenswert, die geringfügige Beschäftigung ab November weiterlaufen zu lassen, sofern die Möglichkeit dazu besteht. Ggf. ist dies auch ein interessanter Aspekt, der bei Ihrem Termin angesprochen werden könnte. Bezüglich Ihrer Fragen zum Rentenbeginn und Mindesthöhe bei Aufstockung der geringfügigne Beschäftigung, verweise ich auf meine Vorredner bzw. das Beratungsgespräch.

von
Wilfried Heppner

Vielen Dank für die Tipps und Ratschläge an Upsala, _ich, W*olfgang und die Experten