von
Jana

Hallo!
Meine Schwiegermutter ist grade 63 Jahre alt geworden und hat einen vorraussichtlichen Rentenanspruch von ca. 150 €. Jetzt pflegt sie meinen sehr schwerkranken Schwiegervater (Pflegestufe 2 Tendenz Stufe 3), der schon einige Zeit ca. 1100€ Rente bekommt.
Sollte meine Schwiegermutter jetzt mit 63 ihre Rente beantragen. Oder wie ist es am günstigsten?
Sie bekommt für die Pflegezeit ja noch einen geringen Betrag in die Rentenkasse einbezahlt.
Wieviel Witwenrente wird Sie dann demnächt bekommen?
Vielen Dank im Vorraus
Jana

von Experte/in Experten-Antwort

Was die Steigerung der Rentenhöhe der Altersrente der Schwiegermutter durch Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege angeht, so wäre es wichtig in Erfahrung zu bringen, an wie vielen Stunden/Woche die Pflege ausgeübt wird.

Handelt es sich etwa um Pflegestufe II bei einem wöchentlichen Zeitaufwand von mind. 21 Stunden, so entstehen dafür derzeit bei einem Jahr Pflege 0,5326 Entgeltpunkte - was bei einer derzeitigen Altersrente ohne Abschläge zu einer monatlichen Rentenanwartschaft von 13,92 Euro führt.

Dies kann bei höherer Pflegestufe bzw. höherem zeitlichem Aufwand der Pflege gesteigert werden.

Sofern Ihre Mutter die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme einer Altersrente für langjährig Versicherte (bei einer Wartezeit von 35 Jahren) erfüllt, kann Sie diese natürlich beantragen.

Nun zur Höhe der Hinterbliebenenrente:

In Fällen des sogen. alten Hinterbliebenenrechts (wovon ich vorliegend ausgehe) beträgt die Rentenhöhe der großen Witwenrente - nach Ablauf des sogen. Sterbevierteljahres (in der 100 % der Versichertenrente des Verstor. gezahlt werden) - 60 % der Höhe der Versichertenrente.

Auf die Witwenrente wird grundsätzlich Einkommen auch aus einer eigenen Versichertenrente angerechnet - aber nur soweit es den derzeitigen Freibetrag von 689,83 Euro/Monat übersteigt - was bei der für Ihre Schwiegermutter zu erwartenden Rentenhöhe wohl nicht der Fall sein wird.

MfG

von
Amadé

Nach Bewilligung einer Altersrente als VOLLRENTE darf die Pflegekasse keine Rentenbeiträge zugunsten des Rentenkontos Ihrer Schwiegermutter mehr entrichten.

Anders sieht die Sachlage jedoch aus, wenn Ihre Schwiegermutter eine 2/3-Teilrente wählt, also auf ein Drittel der Rente verzichten würde. Dann muss die Pflegekasse weiterzahlen!

Aber Achtung, das ist nicht jedem Sachbearbeiter bei den Pflegkassen bekannt. Im Bedarfsfall also unbedingt bei der Pflegekasse nachhaken!!!

Nach „Abschluss“ der Pflegeleistung oder zu einem beliebigen Zeitpunkt davor, kann eine VOLLRENTE beantragt werden und zwar unter Einschluss der dann nach Bewilligung der Teilrente noch entrichteten Pflegebeiträge.

Für Renten(teile), die erst nach Vollendung des 65. Lebensjahrs in Anspruch genommen werden, wird zur Zeit sogar noch ein nicht unerheblicher Rentenzuschlag gewährt.

Ob sich diese Konstellation lohnt, lassen Sie am Besten von einer Auskunfts- und Beratungsstelle evtl. mittels Fertigung einer computergestützten Probeberechnung prüfen.

Beratungsstellen finden Sie auf dieser Seite unter
„Service“ – Beratungsstellen anklicken.

Alles Gute wünscht Ihnen und Ihren Angehörigen

Amadé

von
Amadé

Erläuterungen zu

1. Teilrenten (diese können auch nach Vollendung des 65.Lebensjahrs in Anspruch genommen werden) und zu
2. Zuschlag bei (Teil)Rentenbeginn nach vollendetem 65 Lebensjahrs

http://www.ihre-vorsorge.de/Lexikon-Teilrente.html

http://www.ihre-vorsorge.de/Lexikon-Zuschlag-bei-Rentenbeginn-nach-65.html

von Experte/in Experten-Antwort

Den Ergänzungen ist zuzustimmen, vgl. auch § 75 I Sozialgesetzbuch VI. Es verbleibt aber auch bei den Ausführungen zur Erhöhung der Rentenanwartschaften bei Pflegezeiten - die enstprechend bei einer späteren Altersvollrente berücksichtigt werden können.

Für welche Variante sich Ihre Schwiegermutter entscheidet, bleibt ihr selbst überlassen. Ein Gespräch bei einer Auskunfts- und Beratungsstelle kann dabei sicherlich nicht schaden.

MfG